SKZ 50/1997

INHALT

Dokumentation

«Instruktion zu einigen Fragen über die Mitarbeit der Laien am Dienst der Priester»

Schlusswort

Der Hl. Stuhl empfiehlt das vorliegende Dokument dem pastoralen Eifer der Diözesanbischöfe der verschiedenen Teilkirchen und der anderen Ordinarien im Vertrauen darauf, dass seine Umsetzung reiche Frucht trage für das Wachstum der Gemeinschaft zwischen den geistlichen Amtsträgern und den Laien.
Wie der Heilige Vater angemerkt hat, «muss die besondere Gabe eines jeden Glieds der Kirche mit Klugheit und Bestimmtheit anerkannt, verteidigt, gefördert, hervorgehoben und koordiniert werden ohne Vertauschung der Rollen, der Aufgaben oder der theologischen und kanonischen Bedingungen». <114>
Wenn einerseits der Priestermangel in manchen Zonen besonders zu spüren ist, so zeigt sich in anderen ein vielversprechendes Aufblühen von Berufungen, das positive Aussichten für die Zukunft erkennen lässt. Daher können die vorgelegten Lösungen für den Mangel an geistlichen Amtsträgern nur vorübergehend sein. Zugleich ist der Förderung der Priesterberufungen in der Pastoral Vorrang einzuräumen. <115>
Diesbezüglich erinnert der Heilige Vater daran, dass «in einigen örtlichen Situationen grosszügige und sinnvolle Lösungen geschaffen wurden. Die Bestimmungen des Codex des kanonischen Rechtes haben neue Möglichkeiten eröffnet, die jedoch richtig anzuwenden sind, um nicht dem Missverständnis zu unterliegen, normative Lösungen, die wegen Fehlens oder mangels geistlicher Amtsträger für ausserordentliche Situationen vorgesehen wurden, als gewöhnlich und normal zu betrachten.» <116>
Dieses Dokument beabsichtigt, genaue Richtlinien zu erteilen, um eine wirksame Mitarbeit der Laien in solchen Umständen und unter Beachtung der Integrität des pastoralen Dienstes der Priester zu sichern. «Man muss verständlich machen, dass diese Präzisierungen und Klärungen nicht aus dem Bemühen erwachsen, klerikale Privilegien zu verteidigen, sondern aus der Notwendigkeit, dem Willen Christi gehorsam zu sein und die von ihm seiner Kirche unauslöschlich eingeprägte Grundgestalt zu respektieren.» <117>
Deren rechte Anwendung wird im Rahmen der lebendigen hierarchischen «communio» den Laien von Nutzen sein. Sie sind ja gerufen, all die reichen Möglichkeiten ihrer eigenen Begabungen zu entfalten und sie mit «immer grösserer Verfügbarkeit in der Erfüllung der eigenen Sendung zu leben». <118>
Die leidenschaftliche Empfehlung des Völkerapostels an Timotheus: «Ich beschwöre dich bei Gott und bei Christus Jesus...: Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht; weise zurecht, tadle, ermahne..., sei in allem nüchtern... erfülle treu deinen Dienst» (2 Tim 4,1­5) möge besonders die geistlichen Hirten angehen, die gerufen sind, die ihnen eigene Aufgabe zu erfüllen, «die allgemeine Ordnung der ganzen Kirche zu fördern... und auf die Einhaltung aller kirchlichen Gesetze zu drängen». <119>
Diese schwerwiegende Pflicht bildet das nötige Instrument, damit die reichen Energien, die jedem Stand des kirchlichen Lebens eignen, gemäss den wunderbaren Fügungen des Geistes richtig gelenkt werden und die «communio» auf dem täglichen Weg der ganzen Gemeinschaft zur wirksamen Realität werde.
Die Jungfrau Maria, Mutter der Kirche, deren Fürbitte wir dieses Dokument anvertrauen, möge allen helfen, dessen Absichten zu verstehen und für die treue Anwendung, die auf eine grössere apostolische Fruchtbarkeit hinzielt, alle Kräfte aufzubringen.
Partikulargesetze und geltendes Gewohnheitsrecht, die diesen Normen entgegenstehen, sowie etwaige Befugnisse, die der Hl. Stuhl oder irgendeine andere ihm untergebene Autorität «ad experimentum» gewährt hat, sind widerrufen.

Der Papst hat die vorliegende Instruktion am 13. August 1997 «in forma specifica» approbiert und deren Promulgation angeordnet.

Aus dem Vatikan, am 15. August 1997, am Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel.

Kongregation für den Klerus

Erzbischof Darío Castrillón Hoyos, Pro-Präfekt
Erzbischof Crescenzio Sepe, Sekretär

Päpstlicher Rat für die Laien

Erzbischof James Francis Stafford, Präsident
Bischof Stanislaw Rylko, Sekretär

Kongregation für die Glaubenslehre

Joseph Kardinal Ratzinger, Präfekt
Erzbischof Tarcisio Bertone SDB, Sekretär

Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung

Erzbischof Jorge Arturo Medina Estévez, Pro-Präfekt
Erzbischof Geraldo Majella Agnelo, Sekretär

Kongregation für die Bischöfe

Bernardin Kardinal Gantin, Präfekt
Erzbischof Jorge María Mejía, Sekretär

Kongregation für die Evangelisierung der Völker

Jozef Kardinal Tomko, Präfekt
Erzbischof Giuseppe Uhac, Sekretär

Kongregation für die Institute des geweihten Lebens und für die Gesellschaften des apostolischen Lebens

Eduardo Kardinal Martínez Somalo, Präfekt
Erzbischof Piergiorgio Silvano Nesti CP, Sekretär

Päpstlicher Rat für die Interpretation von Gesetzestexten

Erzbischof Julián Herranz, Präsident
Bischof Bruno Bertagna, Sekretär


Anmerkungen

114
Johannes Paul II., Ansprache beim Symposion über die «Mitarbeit der Laien am pastoralen Dienst der Priester», 3.

115
Vgl. ebd., 6.

116
Ebd., 2.

117
Ebd., 5.

118
Johannes Paul II., Apost. Schreiben Christifideles laici 58: AAS 81 (1989) 507.

119
C.I.C., can. 392.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1997