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Der vom Leiter des bischöflichen Seelsorgeamtes von Passau, Domkapitular Max Huber, edierte Band folgt dem Wunsch des Papstes in seinem apostolischen Schreiben «Tertio Millesimo adveniente», die Jahrtausendwende religiös vorzubereiten. Die Beiträge, in die sich 14 Autoren teilen, greifen das Hauptthema des ersten Vorbereitungsjahres (1997) auf und behandeln Jesus Christus. Die 15 Wortgottesdienste kreisen um die herausragenden «Ich-bin-Worte». Die sorgfältig formulierten Lese- und Gebetstexte sowie die theologisch fundierten Ansprachen und Meditationen sind auch über den erwähnten Anlass hinaus verwendbar, ja sie weisen auf diese Thematik direkt hin. So ist ein Materialbuch entstanden, zu dem man gerne und mit Nutzen greift, weil es in jeder Hinsicht Substanz hat.
1990 und 1992 veröffentlichte Iso Baumer zwei Bände über
Leben und Wirken des Prinzen Max von Sachsen (18701951), des langjährigen
Professors an der Universität Freiburg/Schweiz, zuerst an der theologischen
(19001912 für Kirchenrecht und Liturgie), später an der philosophischen
Fakultät (19211951 für orientalische Kulturgeschichte). Die
Publikation dieser Bände zeigte einen in weiten Kreisen völlig
vergessenen Pionier der Ökumene.
Prinz Max entstammte dem Fürstengeschlecht der Wettiner, die das Königreich
Sachsen bis 1918 regierten. Seine Berufung an die Universität Freiburg
sollte deren Prestige, das durch den Professorenauszug von 1897/98 gelitten
hatte, aufwerten. Der gelehrte Prinz, der sich schon früh mit den Ostkirchen
beschäftigte, geriet 1910 infolge eines Artikels, den er in der Zeitschrift
«Roma e l'Oriente» (Grottaferrata/Italien) veröffentlichte,
ahnungslos in den Bannstrahl des Vatikans und wurde von Pius X. verurteilt.
Im vorliegenden 3. Band veröffentlicht Iso Baumer einschlägige,
für den Leser sonst kaum greifbare Quellentexte zu den beiden Textbänden.
Wir erwähnen besonders den entscheidenden Artikel der obenerwähnten
Zeitschrift, worin Prinz Max Gedanken über die Wiedervereinigung der
Ost- und Westkirche äusserte, die mutig und um Jahrzehnte vorauseilend
Wesentliches zum Problem der Begegnung zwischen der Katholischen Kirche
und den uralten Schwesterkirchen des Ostens vorwegnahmen. Das Schreiben
Pius' X. ist laut Iso Baumer «in jeder Hinsicht ungerechtfertigt
und unwürdig» (S. 106). In der Zwischenzeit sind im Verhältnis
zwischen Ost- und Westkirche beträchtliche Verbesserungen erreicht
worden.
Die päpstlichen Aussagen sind nur im Zusammenhang mit dem unseligen
Modernistenstreit zu sehen. Hinter dem Rücken des Papstes, jedoch mit
Unterstützung einflussreicher Kreise an der Kurie, organisierte Mgr.
Benigni einen straff geleiteten Geheimbund zur Überwachung angeblicher
modernistischer Kreise. Mitglied dieses Geheimbundes in Freiburg war Mgr.
Friedrich Speiser, Professor für Kirchenrecht, der Prinz Max offensichtlich
von der Universität entfernen wollte (vgl. Iso Baumer, Bd. 1, S. 158).
Des weitern finden sich Stellungnahmen zu Tolstoi als Ethiker und zu Solowjew
als Religionsphilosoph. Von besonderem Interesse ist sein Urteil über
das Judentum. Sein Vortrag, den er im August 1932 in Dresden über den
Antisemitismus gehalten hat, überzeugt durch seine innere Freiheit
und seinen Respekt gegenüber den jüdischen Mitbürgern.
Die edle, seiner Zeit weit vorausschauende Gestalt erhält in diesen
Texten ein sehr klares, überzeugendes Profil. Iso Baumer hat mit der
Veröffentlichung dieser drei Bände einen entscheidenden Beitrag
geleistet, dass Prinz Max nicht dem Vergessen anheimfällt.
Bischof Kurt Koch hat in der Zeit seiner Lehrtätigkeit als Professor in Luzern auch häufig Sonntagsaushilfen geleistet. Der vorliegende Band enthält 17 Predigten für die Zeit von Ostern bis Pfingsten. Sie stellen eine geglückte Verbindung von theologischer Wissenschaft mit Volksunterweisung dar. Es sind Predigten, mit denen wohl jeder Seelsorger etwas anzufangen weiss. Das Buch ist der Pfarrgemeinde Beckenried gewidmet.
«Die Diskrepanz von Recht, demokratischer Idee und faktisch-politischer
Ordnung zeigt sich in aller Deutlichkeit an den Schwierigkeiten der Umsetzung
politischer Reformen in Lateinamerika; die beharrenden Kräfte politischer
und wirtschaftlicher Eliten, ein etatistisches Staatsmodell bei gleichzeitig
faktisch schwachem Staat bremsen den ökonomisch-sozialen Entwicklungsprozess»
(Buchumschlag). Gibt es aus dieser schwierigen Situation einen gangbaren
Weg für die nahe und ferne Zukunft?
Diesen Fragen geht der hier besprochene dritte Band des lateinamerikanisch-deutschen
Dialogprogrammes unter dem Aspekt der politisch-demokratischen Ordnung und
der Menschenrechte nach. Namhafte Wissenschaftler Deutschlands und Südamerikas
behandeln die Themen aus je eigener Perspektive, wobei verschiedene, teils
auch kontradiktorische Gesichtspunkte vertreten werden.
Der erste Abschnitt widmet sich den Fragen der Demokratie und ihrer Grundlagen,
den Menschenrechten, der Rechtskultur und der Solidarität. Im zweiten
Teil, «Umwelt: Recht, Ökonomie, Bewusststein», werden Umweltfragen
Südamerikas abgehandelt. Der dritte Teil widmet sich den Fragen des
Staates.
M. Eckholt hat zu den verschiedenen Themenbereichen eine reichhaltige Literaturliste
zusammengestellt. Innerhalb der Artikel wird zudem reichlich Literatur geboten.
Für eine nächste Auflage wäre, neben dem themengeordneten
Literaturverzeichnis, ein nach Autoren geordnetes Verzeichnis wünschenswert
(damit z.B. die genaue Referenz zu D. Garcia-Sayans Artikel [S. 123] ohne
langes, umständliches Suchen gefunden werden kann).
Reichhaltig, kontrovers und dadurch zum weiteren Diskurs anregend, gelingt
es den Herausgebern dieses dritten Bandes, dem interessierten Leser zu verschiedenen
Aspekten Informationen und Thesen zu präsentieren. Sie sind ein wichtiger
Beitrag zu entwicklungspolitischen, ökologischen und makroökonomischen
Fragen, die wir in den kommenden Jahren anzugehen haben. Besonders markant
sticht die These heraus, die erste Welt, das heisst die von der aufgeklärten
Staatsidee, der parlamentarischen Demokratie und der expansiven Wirtschaftspolitik
geprägten Staaten müssten ihre eigenen Konzepte (um nicht Ideologien
zu sagen) hinterfragen und korrigieren. Der «Siegeszug der Marktwirtschaft
und der Demokratie» könnte sich sehr bald als grosse Illusion
erweisen, wenn nicht Politiker, IMF, Weltbank, UNO und die führenden
Wirtschaftskräfte lernen, auf die Anliegen der sogenannten Dritten
Welt zu hören und dabei die eigenen europäisch-amerikanischen
(d.h. von der Aufklärung geprägten) Konzepte kritisch zu reflektieren.
Die Verantwortlichen der Dritten Welt wiederum werden aus ihrer und der
europäischen Geschichte lernen müssen, um ihre heutige Praxis
ebenso radikal korrigieren zu können. Die Reihe «Lateinamerika
und die katholische Soziallehre» leistet dazu einen wichtigen Diskussionsbeitrag.