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In den letzten Jahren sind manche Bücher über die Ostkirchen
(orthodoxe, vorchalkedonensische und mit Rom in Communio stehende) in geläufigen
Sprachen erschienen, Gesamt- oder Teilüberblicke, häufig illustriert
und zumeist auch für ein weiteres Publikum gedacht. Eine Lücke
füllt vorliegendes Buch, das nüchtern (aber nicht ohne "Sym-pathie"
= Mit-empfinden) die Geschichte all dieser Kirchen seit etwa 1700 skizziert,
und zwar bis in die jüngste Vergangenheit (Ende 1995), im Anschluss
an fünf weitere, zum Teil schon erschienene Bände über die
andern Epochen. Das Einteilungsprinzip ist historisch-geographisch: Nach
dem ökumenischen Patriarchat Konstantinopel folgen die orthodoxen Kirchen
im Vorderen Orient, in Russland, in Georgien, in Südosteuropa, in Ostmitteleuropa,
sodann die orientalischen Nationalkirchen (ost- und westsyrische, koptische,
äthiopische und armenische Kirche sowie, gesondert, die syrischen Kirchen
in Indien). Ein (vielleicht allzu knapp geratenes) Kapitel gilt den mit
Rom unierten Ostkirchen. Den Abschluss bilden die Beziehungen der Orthodoxie
zur Ökumene.
Ein Literaturverzeichnis von rund 225 Titeln (Bücher, Broschüren,
Artikel) und die genauen Fussnoten dokumentieren die wissenschaftliche Ernsthaftigkeit;
die übersichtliche Einteilung und der klare, flüssige Stil erlauben
eine angenehme Lektüre ebenso wie ein rasches Nachschlagen. Die Leitung
des Instituts "Glaube in der 2. Welt" erlaubt dem Verfasser, sehr
sorgfältig vor Ort und in der Primärliteratur recherchierte Angaben
einzubauen, die nicht auf die oft ungenauen und übertriebenen Daten
der Betroffenen angewiesen sind.
Der Verfasser, Titularprofessor für osteuropäische Kirchengeschichte
an der Theologischen Fakultät der Universität Zürich, kann
sich auch auf slawische Quellen berufen; die altorientalischen Kirchen sind
gut in westeuropäischen Sprachen aufgearbeitet. Der wohlfeile Preis
(broschiert ca. Fr. 21.80, geb. ca. Fr. 24.80) ohne Ilustrationen,
Tabellen und Listen, aber mit genauen Daten, oft bis auf den Tag, und mit
häufigen Zahlenangaben empfiehlt sich weit über die Bibliotheken
hinaus! Man möchte wünschen, dass in 5 bis 10 Jahren ein Nachtrag
erschiene, vielleicht als Nummer der Zeitschrift G2W, um das wertvolle Buch
à jour zu halten.
Der Autor ist Dogmatik-Professor im schweizerischen Freiburg. Sein Buch über Leben und Werk des Thomas von Aquin stellt die Synthese der aktuellen Forschung über den Aquinaten dar. Das Forschungsergebnis ist imposant, und dieses Thomas-Buch wird wohl für einige Zeit als grundlegend gewertet, nicht nur für die Biographie des Dominikaners, sondern auch für sein gesamtes Werk, das in die Arbeit Torells einbezogen ist. Aber auch für die Themenfelder Universität, Mendikanten, Scholastik, Aristoteles usw. ist dieses Buch zuständig. Torells subtile Forschung korrigiert in vielen Details die Ergebnisse der bisherigen Forschung. Um Torell kommt auch kein Mediävist herum, und es ist ihm zu raten, in diesem Standardwerk nachzuschlagen. Trotzdem hat das Buch in erster Linie epischen Charakter. Es ist eine Biographie, an der jeder mediävistisch und kirchenhistorisch Interessierte Freude hat, sofern er bereit ist, mit Geduld den Spuren des grossen Thomas zu folgen.
Der Abt des ökumenisch sehr engagierten Benediktinerklosters Niederaltaich an der Donau hat eine starke Ausstrahlungskraft. Er ist bekannt durch sein spirituelles Engagement in Wort und Schrift und sein Wirken für eine mystische Ökumene. Der vorliegende Band enthält etwa hundert Sonntags- und Festtagspredigten und Ansprachen für besondere Anlässe wie Trauung, Beerdigung. Aber die einzelnen Predigten sind im vorliegenden Band nicht vollständig wiedergegeben. Sie sind auf knapp zwei Buchseiten verdichtet unter grösstmöglicher Wahrung der Originalversion. In dieser Komprimierung wirken die Ansprachen noch intensiver und provozieren direkt zum Verweilen und Meditieren, was ja das Grundanliegen des Pater Spiritualis von Niederaltaich ist.