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Berichte |
Der diesjährigen Mitgliederversammlung VLS (Vereinigung der deutschsprechenden
Laienkatecheten und -katechetinnen der Schweiz) im Pfarreiheim Barfüsser
in Luzern trug die Leiterin des Katechetischen Instituts Luzern (KIL), Prof.
Helga Kohler-Spiegel Überlegungen zum Berufsstand der Katechetinnen
und Katecheten angesichts der neuen Schule und eines sehr breit gewordenen
Arbeitsfeldes vor. Vorgängig wurde im geschäftlichen Teil der
Generalversammlung der ehemalige Präsident der Vereinigung, Nick Sieber,
für sein langjähriges, grosses Engagement geehrt und offiziell
aus dem Vorstand verabschiedet. Neu gewählt als verantwortliche Co-Präsidentinnen
wurden Sandra Dietschi und Brigitte Flückiger Nadler.
Den ersten Jahresbericht an der Generalversammlung trug Nick Sieber vor,
der bis 1996 mehr als 10 Jahre lang als Präsident die VLS leitete.
Er schaute auf diese ganze Zeit zurück und strich drei Schwerpunkte
der VLS-Arbeit heraus: Im Bereich der Fort- und Weiterbildung veränderten
sich die Seminare weg vom Grossanlass mit sehr bekannten Referenten zum
prozesshaften Arbeiten in kleineren Gruppen. Ein wichtiges Erwachsenenbildungs-Projekt
wurde zusammen mit dem IFOK (Institut für Fort- und Weiterbildung der
Katechetinnen und Katecheten) erarbeitet und unter dem Namen «Lernort
Gemeinde» durchgeführt. Berufspolitisch beschäftigte den
Vorstand die Frage: «Katechet/Katechetin im Alter was dann?»
Eine Tagung zu diesem Thema löste die Frage nicht, doch aus der diesbezüglichen
Zusammenarbeit mit Karl Kirchhofer wuchs das nun regelmässig vom IFOK
angebotene Laufbahnplanungsseminar. Ein wichtiges Ziel der VLS konnte in
Nick Siebers Präsidialzeit erreicht werden: 1993 führte die gewerkschaftliche
Orientierung der Vereinigung zum Anschluss an den VCHP (Verband des christlichen
Staats- und Gemeindepersonals der Schweiz).
Mit einem Gleichnis aus dem Landbau machte Nick Sieber den Mitgliedern des
VLS-Vorstands Mut und wünschte ihnen Durchsetzungsvermögen: Es
sei wichtig, in der «Landschaft Kirche Schweiz» junge Pflanzen
zu setzen, aber auch Pflöcke einzuschlagen, um die jungen Pflanzen
im Sturm zu schützen. Zum Dank für seinen Einsatz wurde Nick Sieber
einstimmig zum Ehrenmitglied der VLS ernannt.
Im September 1996 übernahmen Brigitte Flückiger Nadler und
Sandra Dietschi gemeinsam die präsidialen Arbeiten. Sie berichteten:
Das IFOK-Symposium «Fort- und Weiterbildung in der Zeitenwende»
im November 1996 brachte neuen Kontakt zur Schwesterorganisation SKV (Schweizerische
Katecheten-Vereinigung). Daraufhin wurde bei einem Treffen der Vorstände
eine weitere Zusammenarbeit vorbereitet. Mit dem VLS-Seminar «Man
sieht nur mit dem Herzen gut...» im Mai 1997 ging eine Trilogie mit
Ottmar Fuchs zu Ende. Die Vorbereitungen für das Seminar 1998 sind
fortgeschritten, die Prospekte erhältlich: «Time Out Kirchliche
Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen zwischen Lust und Last» heisst das Thema.
Aus den Wahlen gingen hervor: Als Präsidium Sandra Dietschi (Kontakte
nach aussen) und Brigitte Flückiger Nadler (Vereinsinterna), als Kassierin
bestätigt wurde Irène Gander-Thür; in die weiteren Vorstandsarbeiten
teilen sich die bisherigen Werner Bosshard, Rolf Haag, Regula Schmid, Theres
Zumsteg und neu Pia Andres.
Wie verhalten sich die beiden Organisationen VLS und VKB (Verband kirchlicher
Berufe) zueinander? Alois Studerus erklärte das Modell einer angestrebten
Doppelstruktur: Unter dem gemeinsamen Dach VKB könnten einerseits die
gewerkschaftlichen Bedürfnisse regional abgedeckt werden (VKB-Sektionen),
andererseits könnte die VLS gesamtschweizerisch die berufsspezifischen,
fachlichen Bedürfnisse wahrnehmen. Im Hinblick auf seine Aufgabe als
Gesprächspartner für Katechese-Verantwortliche führt der
Vorstand bei seinen Mitgliedern eine Vernehmlassung durch. Die Rückmeldungen
über Selbstverständnis und Arbeitsfelder der Katecheten und Katechetinnen
sollen als Grundlage zur Erarbeitung eines breit abgestützten Positionspapiers
dienen. Der Vorstand ist sich aber auch der Grenzen bewusst, die der ehrenamtlichen
Arbeit gesetzt sind: Für wirkungsvolle, wegweisende Arbeit im katechetischen
Fachbereich müssen weitere Verbündete gefunden werden.
Nach einem festlichen Apéro referierte Helga Kohler-Spiegel unter
dem Titel: «Unser Berufsstand im Angesicht der neuen Schule: Chancen
Möglichkeiten Perspektiven». Sie zeigte auf, wie
sich das Berufsbild des Katecheten und der Katechetin verändert, wie
vielfältig und anspruchsvoll die Aufgaben geworden sind. Der Religionsunterricht
an der Schule ist nur mehr ein Teil der Arbeit. Immer breiter wird das Aufgabenfeld
der Kinder-, Jugendlichen- und Erwachsenenbegleitung. Helga Kohler sieht
als ein zentrales Arbeitsfeld die Familienkatechese: Eine Arbeit mit Eltern,
die als Erwachsene ernst zu nehmen sind.
Helga Kohler ermutigte die Katecheten/Katechetinnen dazu, den Menschen das
anzubieten, was ihnen selbst wichtig geworden ist. An ihnen muss erfahrbar
werden, dass Glaube hilfreich ist.
In der anschliessenden Diskussion zeigte sich noch einmal, wie unverzichtbar
gegenwärtig ist, dass Katecheten/Katechetinnen in der Schule mitarbeiten,
sich auch im Lehrkörper einer Schule integrieren: Entweder sind sie
stärker drin oder über kurz oder lang draussen.