SKZ 37/1997

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Berichte

Verantwortung in Kirche und Gesellschaft wahrnehmen

von Regina Osterwalder

Die Deutschschweizerische Konferenz katholischer Verbandsleiter und -leiterinnen (DKKVL) traf sich Ende Mai unter neuer Leitung und fasste den Beschluss, ihre vor sieben Jahren ausgearbeiteten Leitlinien beizubehalten, aber ihre Organisation und Struktur zu klären.

Austausch pflegen

An einem warmen Maiabend trafen sich die Vertreterinnen und Vertreter von den zurzeit zehn Mitgliederverbänden der Deutschschweizerischen Konferenz katholischer Verbandsleiter und -leiterinnen in Luzern. Erstmals wurde das Treffen von Margrith Küchler und Josef Egli, dem KAB-Co-Präsidium geleitet. Zu Beginn begrüsste Margrith Küchler die neuen Gesichter und wies auf den Wechsel hin, der in letzter Zeit stattgefunden hatte. Aus diesem Grunde führte sie eine Runde an, in der die Erwartungen und Wünsche der Vertreter und Vertreterinnen für die zweimal jährlich durchgeführten Treffen aufgenommen wurden. Alle Anwesenden trafen sich mit den Erwartungen, unter den Verbandsleiter und -leiterinnen Ideen auszutauschen und die Treffen als Plattform zu benützen, um einander in der Arbeit zu unterstützen, gemeinsame Probleme zu besprechen, Sorgen auf den Tisch zu legen und die Arbeit der verschiedenen Verbände kennenzulernen.

Leitlinien beibehalten und Struktur und Organisation überdenken

Nach den geäusserten Wünschen und Erwartungen der Teilnehmenden wies Margrith Küchler auf die Leitlinien hin, die vor sieben Jahren verabschiedet worden waren. Die Anwesenden waren sich einig, die Leitlinien auch in Zukunft beizubehalten, denn das darin formulierte Kirchenverständnis, die abgemachte Verantwortlichkeit der katholischen Verbände, ihre gemeinsame Verpflichtung und die Aktivitäten könnten sie nach wie vor unterschreiben. Allerdings müsse man die Struktur und Organisation genauer unter die Lupe nehmen. Die Sitzungsleitung regte darum alle Vertreter und Vertreterinnen der Verbände dazu an, bis Ende August ihre Änderungsvorschläge ihr mitzuteilen, damit der von ihr ausgearbeitete Entwurf an einer der nächsten Sitzungen behandelt werden kann.
In einem weiteren Schritt überlegten die Anwesenden, welche Verbände noch für eine Mitarbeit in der DKKVL angesprochen werden könnten. Im weiteren wurden einige inhaltliche Schwerpunkte genannt, so die Tagsatzung von 1998, der Rückblick auf die Zweite Ökumenische Versammlung in Graz, der Antisemitismus und die 150-Jahr-Feier der Schweiz, die in nächster Zeit auf der Traktandenliste stehen werden.

Aktuelle Verbandsarbeit

Am Schluss der Sitzung informierten die Vertreter und Vertreterinnen über die Arbeit in den verschiedenen Verbänden. So wies der Vertreter der Katholischen Arbeitnehmerinnen- und Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) auf das im Jahre 1999 stattfindende 100jährige Jubiläum des Ver-bandes hin und auf das im Juni durchgeführte KAB-Forum 97 mit dem Thema: «Sind wir jetzt in der Schweiz arm oder reich?».
Der Vertreter des Schweizerischen Kolpingwerkes (SKW) berichtete über die Zentralkonferenz von Mitte Juni. Das Jahresmotto des Verbandes «zäme läbe ­ zäme schaffe» sei bei der Basis gut angekommen.
Die Vertreterinnen des Katholischen Frauenbundes (SKF) informierten über ihre 82. Jahresversammlung vom 22. Mai 1997 in Sarnen. Vor allem die drei Referate zum Thema «Frauen-Wirtschaft» fanden grosse Beachtung. Sie erwähnten auch die vom Zentralvorstand in Auftrag gegebene Finanzanalyse der beiden Häuser und der Zeitschriften sowie die Abklärungen eines Internet-Einstieges. Die Teilnehmenden erfuhren von zwei internationalen Frauenveranstaltungen, die in nächster Zeit im Bildungszentrum Matt in Schwarzenberg stattfinden werden. Die Vertreterinnen des SKF erwähnten auch die Thematik der «Sterbehilfe», mit der sich der Zentralvorstand an seiner Klausurtagung beschäftigen wird.
Die Vertreterin der Franziskanischen Gemeinschaft (FG) informierte über das Kapitel, das am 12./13. April 1997 im Antoniushaus Mattli in Morschach stattfand. Sie wies darauf hin, dass die Eingabe an die Bischofskonferenz vom November 1995, die Zulassungsbedingungen zur Priesterweihe zu erweitern und nicht mehr allein an den Pflichtzölibat zu binden, von 95 der 108 Delegierten unterzeichnet wurde. Weiter erwähnte sie das 30jährige Jubiläum des Antoniushauses Mattli und die nun durchgeführte Renovation, damit das Haus auch behindertengerecht wird.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1997