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Amtlicher Teil |
Menschen aus anderen Ländern, mit anderen Kulturen und Sprachen, teilweise mit anderen Religionen leben heute mitten unter uns. Sie gehören zu unserer Gesellschaft. Wir begegnen ihnen in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz und in der Freizeit. Viele Einheimische, aber auch die Fremden selber, sind verunsichert. Fremdenangst und Vorurteile bestimmen häufig das gegenseitige Verhalten. Einzelne, welche unsere Gesetze nicht achten, verleiten zu Verallgemeinerungen und prägen das Bild des Mitmenschen allgemein. Gegenseitige Ablehnung und Diskriminierung sind in den letzten Jahren deutlicher geworden, zumal die wirtschaftliche Lage Situationen schafft, die eine Form des Konkurrenzdenkens fördert. Deshalb ist es angezeigt, dass wir uns am «Tag der Völker» mit diesem Anliegen befassen: Bedeuten Fremde unter uns eine Herausforderung oder eine Bedrohung?
Fremdes, das wir nicht kennen, kann unsere Neugier wecken und unsere
Erfahrung bereichern. Fremdes kann uns aber auch verunsichern und als Bedrohung
erscheinen. Verunsicherung ist ein schlechter Ratgeber. Argwöhnisch
gehen wir auf Distanz und reagieren mit Ablehnung. Die Ablehnung führt
zu Spannungen, die uns daran hindern, wichtige Aufgaben gemeinsam an die
Hand zu nehmen. In der Überwindung von Angst und Ablehnung können
wir neue Erfahrungen machen. Jeder bleibt dem anderen fremd, wenn wir den
fremden Mitmenschen nicht kennenlernen.
Der Fremde kann uns auch herausfordern, unseren eigenen Standpunkt, unser
Verhalten und unsere Beziehungen zu hinterfragen. Wir setzen das Fremde
in Bezug zu uns selber und wählen jenes aus, das uns gut scheint. Dies
gilt nicht allein für die Einheimischen, sondern auch für jene,
die aus anderen Ländern zu uns gekommen sind.
Fremdes kann bereichernd und anregend sein, wenn wir Angst und Ablehnung
überwinden. Das Zugehen auf den Fremden und die Begegnung mit ihm kann
den Reichtum der verschiedenen Kulturen, die durch die Einwanderung fremder
Menschen heute bei uns gegenwärtig sind, aufzeigen.
Mit der Zuwanderung von Menschen aus fremden Ländern sind auch Angehörige
anderer Religionen zu uns gekommen. Waren diese Religionen bei uns eher
auf theoretische Weise bekannt, werden die Gläubigen fremder Religionen
immer mehr zu einem Teil der Gesellschaft. Sie werden auch in Zukunft zu
unserer Gesellschaft gehören. Viele leben ihren Glauben bei uns aus
tiefer Überzeugung. Sie suchen jenen Weg, den sie für ihre religiöse
Praxis und die eigene Frömmigkeit als den richtigen annehmen. Sie achten
die Gläubigen anderer Religionen, sehen in ihnen nicht Gegner der eigenen
Religion, sondern Gefährten, die einen anderen, den eigenen Weg zu
Gott gewählt haben.
Manche Christen sind verunsichert, weil sie sich in ihrem Glauben herausgefordert
fühlen. In einer Zeit, in der in unserer Gesellschaft Religion und
Frömmigkeit einen geringen Stellenwert haben, können überzeugte
Gläubige anderer Religionen uns Christen Mut machen, im Glauben Kraft
für den Alltag zu schöpfen. Ihr Zeugnis fordert uns heraus, unser
Leben aus dem Glauben überzeugender zu gestalten.
In der Begegnung der Gläubigen verschiedener Religionen geht es nicht
allein um die Toleranz, sondern vielmehr um die gegenseitige Akzeptanz der
Gläubigen, auch jener, die ihren Glauben in einer für sie fremden
Umwelt leben wollen. Sie können uns Ansporn sein, die Heilsbotschaft
Christi vertiefend zu erfassen und durch sie den Weg zum Heil besser zu
erkennen.
Das Wissen um das gemeinsame Ziel, das allen Menschen gesetzt ist, das
aber auf verschiedenen Wegen zu erreichen gesucht wird, ist Zeichen der
Offenheit gegenüber jenen Gläubigen, die Gott in einer anderen
Art verehren.
Die Gemeinschaft und das Zusammenleben mit Menschen anderer Herkunft und
Religion kann nur gelingen, wenn wir uns nicht nur an diesem Tag Gedanken
machen über uns und die neue Gesellschaft, sondern auch im Alltag die
Kontakte mit ihnen suchen und Begegnungen annehmen. So wird die Präsenz
von Fremden nicht zur Bedrohung, sondern zur Herausforderung, die oft bereichernde
Gegenwart von Menschen verschiedener Herkunft anzunehmen.
Die Schweizer Bischöfe
An der September-Sitzung der OKJV (Ordinarienkonferenz und Jugendverbände)
wurde die neue «Fachstelle für kirchliche Kinder- und Jugendarbeit»
(Auf der Mauer 13, Zürich) durch ihre Leiter Marie-Theres Beeler und
Roberto Suter vorgestellt. In dieser Dienststelle für Jugendarbeit
engagieren sie sich in der Grundlagenarbeit und in der Weiterbildung von
Jugendverantwortlichen in den Regionen und Verbänden. Das schliesst
unter anderem ein: Kontakte mit allen Jugendseelsorgerstellen, Fortbildung
in den Dekanaten, Impulse für Firmung mit 17, Zusammenarbeit mit der
Oberstufen-Katechese. Die neue Fachstelle arbeitet zukünftig in der
OKJV mit. Zu ihrer offiziellen Eröffnung am 25. November von 17 bis
19 Uhr in Zürich sind alle Interessierten eingeladen.
Mitgeteilt wurde, dass das zukünftige Erscheinen der Jugendzeitschrift
«Lenz» (früher: «läbig») ungewiss ist.
Im Jahre 1998 wird ein Projekt für eine neue Jugendzeitschrift erarbeitet,
die 1999 erscheinen könnte. Als neue Trägerschaft stehen dahinter:
Jungwacht, Blauring, Katholische Pfadfinder/-innen und Jugendseelsorger/-innen.
Schweizer Stellen für Jugendverbände und Jugendarbeit leiden unter
den knapper werdenden Finanzen. Daher arbeitet die OKJV Unterlagen für
ein Kirchenopfer zugunsten der katholischen Jugendarbeit aus, bei dem die
Pfarreien auch über die Bemühungen und verschiedenen Gruppen der
kirchlichen Jugendarbeit informiert werden sollen.
Bisher haben sich die kirchlichen Jugend-Vertreter und -Verbände der
deutschen, französischen und italienischen Schweiz in unserem Lande
nie getroffen. Zu solchen gesamtschweizerischen Treffen kam es nur bei den
Weltjugendtreffen, zum Beispiel in Denver und Manila. Beim kürzlichen
Weltjugendtreffen in Paris entstand die Idee, die Jugendlichen aller Schweizer
Landesteile und Sprachen zu einem gemeinsamen Treffen am 12./13. September
1998 auf dem Monte Tamaro (Tessin) einzuladen, wo Mario Botta eine moderne
Bergkapelle erbaut hat. Dazu werden die Jugendlichen ab 16 Jahren eingeladen.
Weihbischof Martin Gächter
Roland Häfliger, bisher Vikar in der Pfarrei St. Maria, Luzern,
auf den 19. Oktober 1997 zum Pfarrer der Pfarrei Menziken (AG) im Seelsorgeverband
Menziken-Unterkulm-Pfeffikon.
Karl Mattmüller-Bucher, bisher Sozialarbeiter in der Pfarrei Willisau
(LU), auf den 26. Oktober 1997 zum Gemeindeleiter der Pfarrei Zollikofen
(BE).
Im Auftrag des Diözesanbischofs von Basel, Mgr. Kurt Koch, erteilte
Weihbischof Mgr. Martin Gächter am 18. Oktober 1997 in der Vorbourg-Kapelle
in Delsberg das Akolythat und Lektorat an die Studenten der Diözese
Basel:
Marcel Hofer, von Biel,
Christophe Wermeille, von Saignelégier,
Patrick Werth, von Delsberg.
Bischöfliche Kanzlei
Die Räte der hauptamtlichen Seelsorger und Seelsorgerinnen treffen
sich am 4./5. November 1997 im Centre St-François, Delémont,
zu ihrer Herbsttagung. Das Haupttraktandum ist die Themenwahl für die
Dekanatsfortbildungskurse 1999. Die Diözesane Fortbildungskommission
schlägt folgende Themen vor:
1. Apokalyptik Apokalypse.
2. «Und sie schufen Gott nach ihrem Bild?»
3. Unternehmerisches Denken und Handeln in der Pfarrei.
Nähere Informationen über diese Themen können im Pastoralamt
angefordert werden.
Als zweites Schwerpunktthema wird an der Frage «Zusammenarbeit Ordinierte
Nichtordinierte» weitergearbeitet.
Anregungen zu dieser Sitzung sind zu richten an die Mitglieder der Räte
oder an das Pastoralamt des Bistums Basel.
Rudolf Schmid, Generalvikar
Der Diözesane Seelsorgerat trifft sich am 14./15. November 1997
zu seiner letzten Sitzung der laufenden Amtsperiode im Centre St-François
in Delémont.
Schwerpunktthemen sind:
1. Fidei-Donum-Retour: Information durch P. Freddy Valdivia aus Peru, der
in Basel tätig ist.
2. Integration ausländischer Christen: Die von einer Arbeitsgruppe
erarbeitete Unterlage «Beheimatung ausländischer Mitchristen
in unserer Pfarrgemeinschaft» soll verabschiedet werden.
Im weitern hält der Rat Rückblick auf die zu Ende gehende Amtsperiode
und macht sich Gedanken über die zukünftige Ratsarbeit.
Anfragen und Anregungen sind zu richten an die Mitglieder des Seelsorgerates
oder an das Pastoralamt des Bistums Basel.
Elsbeth Frei, Präsidentin
Die BLK führt vom 24.26. November 1997 im Haus der Begegnung,
Bethanien, St. Niklausen Kerns, seine jährliche Studientagung
mit der Thematik «Liturgie im ökumenischen Dialog» durch.
Die Tagung soll unter anderem eine vertieftere Kenntnis des reformierten
Gottesdienstes, der Geschichte und der Liturgik vermitteln. Im weitern soll
die Studientagung helfen, mögliche und tatsächliche Gemeinsamkeiten
zwischen den Konfessionen zu erkennen und Hindernisse für die Gestaltung
ökumenischer Gottesdienste zu benennen und zu bearbeiten.
An der Tagung wirken mit: Joseph Studhalter, Greppen (Präsident BLK);
Hans-Rudolf Häusermann (Leiter Pastoralamt); Ludwig Hesse, Frenkendorf
(Moderator); Pfarrer Alfred Ehrensperger, evangelisch-reformierter Liturgiker,
Winterthur; Generalvikar Rudolf Schmid (Fachberater); Hansruedi von Arx,
Olten (Kirchenmusiker), und Matthias Drögsler, Holziken (Sekretär).
Das ausführliche Programm kann beim Pastoralamt des Bistums Basel bezogen
werden. Neben den BLK-Mitgliedern sind alle an der Thematik Interessierten
zu dieser Tagung eingeladen. Auch reformierte Christen, die Gottesdienste
gestalten, sind willkommen.
Anmeldung bis spätestens 8. November 1997 an das Pastoralamt des Bistums
Basel, Postfach, 4501 Solothurn, Telefon 032-6227825.
Joseph Studhalter, Präsident BLK
Mit 81 Jahren hatte sich Pfarrer Josef Bischof von der Mauritius-Pfarrei
Bichwil verabschiedet, um fortan als Spiritual im Kapuzinerinnenkloster
St. Scholastika in Tübach zu wirken. Gut drei Jahre hat er dieses Amt
noch ausüben können, bevor er am 17. Oktober 1997 nach kurzer
Krankheit im Kantonsspital St. Gallen gestorben ist. Beerdigt wurde er am
21. Oktober in Bichwil.
Der 1912 in Wil geborene Josef Bischof hatte nach dem Besuch des Kollegiums
«Maria Hilf» in Schwyz in Freiburg Theologie studiert. Die Priesterweihe
empfing er im Jahre 1940 gemeinsam mit 14 Kollegen in der Kathedrale von
St. Gallen. Anschliessend war er Kaplan in Montlingen, Mosnang, Gommiswald
und Rüti. An seinem 58. Geburtstag, am 25. Oktober 1970, wurde er als
Pfarrer von Bichwil installiert. Während seiner Amtszeit war das ehemalige
katholische Schulhaus in ein Pfarreiheim umgewandelt, war die Pfarrkirche
innen und aussen renoviert worden, fand eine Glockenweihe statt, wurde das
Sternsingen wiederbelebt und der Suppentag mit ökumenischem Gottesdienst
zu einem festen Bestandteil im Pfarreileben. Als Pfarrer Josef Bischof,
der alle seine vielfältigen Dienste in der Pfarrei, in den Vereinen,
bei den Betagten und Kranken, mit grosser Hingabe versehen hatte, von dort
Abschied nahm, konnte er sagen: «Bichwil reut micht, Tübach freut
mich.»
Am kommenden Samstag, den 1. November 1997, wird im Bistum Sitten in
allen Pfarreien das jährliche Opfer für die Belange des Bistums
aufgenommen. Im letzten Jahr haben viele Gläubige grosszügig auf
den Aufruf des Bischofs und der Bistumsleitung geantwortet. Wenn sich die
finanzielle Situation dadurch vorübergehend beruhigt hat, so ist trotzdem
für die Seelsorgearbeit jedes Jahr diese Mithilfe aller Gläubigen
absolut notwendig. Das Bistumsopfer an Allerheiligen ist zusammen mit den
Gaben und Spenden die wichtigste Einnahmequelle für das Bistum.
In der vergangenen Woche hat Bischof Norbert Brunner einen Aufruf an alle
Gläubigen gerichtet, ihren Beitrag an die Finanzen des Bistums beizusteuern.
Heute wenige Tage vor Allerheiligen soll nochmals daran erinnert
werden. Zugleich sind alle Priester und kirchlichen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter eingeladen, in ihren Pfarreien die Gläubigen auf das Opfer
und die Faltblätter hinzuweisen.
Die Seelsorge muss dem Wandel der Zeit Rechnung tragen. Wie sich das gesellschaftliche
Leben allgemein verändert, ist das religiöse Leben im besonderen
einem Wandel unterworfen. Die Seelsorge darf deshalb nicht stehen bleiben,
sondern muss sich den neuen Anforderungen stellen. Eine ständige Herausforderung
für die Seelsorge und die Glaubensverkündigung sind die Familienseelsorge,
der Religionsunterricht, die Pfarrei-Katechese, die Sorge um geistliche
Berufe sowie die Reorganisation der regionalen Seelsorge.
Die Bistumsleitung kann diese Ziele und Aufgaben aber nur dann verwirklichen,
wenn dafür die finanziellen Mittel vorhanden sind. Was nützen
Vorstellungen und Ideen, wenn sie aus finanziellen Gründen nicht verwirklicht
werden können? Nur wenn alle Gläubigen dafür einstehen, kann
sich die Seelsorge die Mittel geben, die sie braucht, in einer Zeit, die
im Wandel ist. Mit Ihrer Spende an Allerheiligen für die Belange des
Bistums setzen Sie ein sichtbares Zeichen.
Herzlichen Dank.