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Amtlicher Teil |
Am 10. Oktober 1997 hat Mgr. DDr. Karl Lehmann, Bischof von Mainz (D), im Auftrag des Bischofs von Basel, Dr. Kurt Koch, Ruedi Heim, von Gachnang, in der Kirche Sant'Ignazio in Rom zum Priester geweiht.
Aufruf des Bischofs
Viele Menschen setzen sich aus innerer Berufung dafür ein, Christus und seine Frohe Botschaft zu verkünden. Viele tun es unentgeltlich neben ihrem Leben in Beruf, Familie und Dorf. Andere haben ihr ganzes Leben diesem Dienst geweiht. Ihre Berufung stellt sie ganz und uneingeschränkt in die kirchliche Arbeit. Es ist an uns der Diözesangemeinschaft , ihnen die notwendigen materiellen Mittel bereitzustellen.
Jesus Christus, das menschliche Antlitz Gottes
So haben wir unser Beten, Feiern und Erleben in der Gemeinschaft unserer
Bistumskirche für das Christus-Jahr 1997/1998 überschrieben. Es
soll ein Jahr der Freude, des Bittens und Dankens werden. Unser Bemühen
wird sich darauf ausrichten müssen, Christus in allem in die Mitte
unseres Lebens als einzelner, in der Familie, in der Pfarrei und in der
Dorfgemeinschaft zu stellen. Er hat uns Gott, die unendliche Liebe, Güte
und Barmherzigkeit gezeigt. In dem Masse, wie wir Christus als das menschliche
Antlitz Gottes erkennen und ankünden, in dem Masse wird unser persönliches
Leben, wird unsere Welt die Züge des göttlichen Antlitzes tragen.
Eine solche christliche Gemeinschaft kann nur dann wirklich Gemeinschaft
sein, wenn die Gläubigen zusammenstehen und sich gegenseitig helfen.
Darum rufen wir Euch auch in diesem Jahr wieder auf, Euren Beitrag an die
Finanzen des Bistums beizusteuern. Ihr habt es im letzten Jahr in so grosszügiger
Weise getan. Wir hoffen, dass Euer Eifer auch dieses Jahr nicht erlahmen
wird.
Gott segne und behüte Euch. Er schenke Euch in Fülle seine Gnaden.
Er lasse Euch seine Hilfe erfahren, damit Ihr in Gemeinschaft der Kirche,
unter der Führung Christi, des menschlichen Antlitzes Gottes, den Weg
der Hoffnung gehen könnt.
Mit P. Vinzenz, der am 15. Juni 1997 gestorben ist, verliert das Kloster
Mariastein eine markante Persönlichkeit, die weit über die Region
hinaus gewirkt hat.
Geboren wurde er am 18. Dezember 1917 in Nunningen. Seine Eltern waren Robert
Stebler, Spengler und Blechwarenfabrikant, und Berta, geborene Hänggi.
Ernst dies war sein Taufname wuchs im Kreis einer grossen Familie
auf. Die Primarschule besuchte er in seiner Heimatgemeinde Nunningen. Der
damalige Vikar Arnold Egli von Oberkirch begeisterte den Jungen für
die Liturgie und das Kirchenjahr. Darum kam er 1931 an die Stiftsschule
Einsiedeln. Diese Schule und sein Kloster haben ihn massgeblich geprägt.
Nach Erwerb des Maturitätszeugnisses wurde er im Januar 1938 im St.-Gallus-Stift
in Bregenz, dem damaligen Sitz der Mariasteiner Mönche, als Novize
eingekleidet. Als er am 15. Januar 1939 seine ersten Gelübde ablegte,
war Österreich bereits im grossdeutschen Hitlerreich aufgegangen. Darum
schickte Abt Basilius Niederberger den begabten jungen Mönch, der nun
Fr. Vinzenz hiess, noch rechtzeitig über die Schweizer Grenze zum Theologiestudium
nach Freiburg. Am 2. Januar 1941 wurde das St.-Gallus-Stift von den nationalsozialistischen
Machthabern aufgehoben, und die vertriebenen Schweizer Benediktiner durften
sich asylrechtlich in Mariastein niederlassen. Darum konnte Fr. Vinzenz
die feierlichen Gelübde am 3. Mai 1942 in der alten Klosterheimat Mariastein
ablegen. Auch die Priesterweihe empfing er hier am 19. September 1942. Das
Theologiestudium vollendete er 1945 bei Prof. Othmar Perler mit der Dissertation
«Der benediktinische Weg zur Beschauung». Der Titel lässt
etwas durchschimmern von der geistig-spirituellen Haltung und dem monastischen
Idealismus des jungen Priestermönches.
Im Herbst 1945 eröffnete Abt Basilius in Mariastein für die ersten
Neueintritte eine theologische Hausschule. P. Vinzenz wurde zum Professor
ernannt und betreute vor allem die Bibelfächer. Eine ganze Generation
von Mariasteiner Mönchen ist durch seine Schule gegangen. Daneben betätigte
er sich als Choralmagister und betreute die Oblaten von 19451982. Als
junger Mönch konnte er nicht zuletzt junge Menschen für das benediktinische
Ideal als Weltoblaten begeistern. 1954 übertrug ihm der Abt zusätzlich
die Redaktion der Mariasteiner Hauszeitschrift. Er gab den bisherigen «Glocken
von Mariastein» ein neues Gepräge, das auch in der Titeländerung
zum Ausdruck kam. Sie hiess nun einfach «Mariastein». Für
ganze 23 Jahrgänge zeichnete er als Redaktor und schrieb unzählige
Artikel für seine Zeitschrift. P. Vinzenz hatte eine literarische und
poetische Ader. Einige seiner späteren Dichtungen fanden als Lieder
Eingang in unser Kirchengesangbuch, zum Beispiel «Mein treuer Hirte
ist der Herr», eine Umdichtung des Psalmes 23, und als Hymnen ins
deutsche Stundenbuch. Er konnte leicht formulieren, wenn er einmal wusste,
was er schreiben wollte. Das gleiche gilt für seine unzähligen
Predigten und Vorträge in Mariastein und anderswo. Denn P. Vinzenz
war ein gern gehörter Prediger und wurde immer wieder zu Vorträgen
eingeladen.
Als Kenner der Liturgie war er viele Jahre Mitglied der Liturgischen Kommission.
Nach dem Konzil wurde er zur Übersetzung des Römischen Messbuches
beigezogen. Hier kam ihm sein sicheres Sprachgefühl sehr zugute. Auch
war er Mitarbeiter in einer Untergruppe für das geplante «Messbuch
2000».
Nachdem er von der zeitaufwendigen Arbeit als Lehrer der theologischen Hausschule
frei war, sie wurde 1969 infolge Nachwuchsmangels aufgegeben, konzentrierte
sich P. Vinzenz auf eine neue Arbeit: Er wurde ein gefragter Exerzitienmeister
in den Frauen- und Männerklöstern des ganzen deutschen Sprachgebietes.
Bei dieser Gelegenheit lernte er beinahe alle Frauenklöster Deutschlands,
Österreichs und der Schweiz kennen. Und Reisen war für P. Vinzenz,
der sonst die Stille seiner klösterlichen Zelle sehr schätzte,
bis zuletzt ein Lebenselement.
Schon vor dem Konzil hatte sich P. Vinzenz in der Ökumene engagiert,
insbesondere in einem Basler Kreis. Als kontaktfreudiger Mensch er
war jahrelang auch Gästepater des Klosters fand er leicht Zugang
zu den Mitmenschen anderer Konfessionen. In diese seine ökumenische
Perspektive hinein gehört auch sein Einsatz für die geplante ökumenische
Begegnungsstätte im alten Klösterchen zu Beinwil, das ihm schon
von seiner Jugendzeit an lieb war. Die Idee dazu kam allerdings nicht von
ihm, aber er griff sie auf, weil er damit auch ein persönliches Anliegen
verwirklichen konnte. Verzögert durch den Klosterbrand von 1978, wagte
er dann 1982 den Schritt ins kaum fertig wieder aufgebaute Beinwil. Infolge
persönlicher Schwierigkeiten kehrte er 1985 wieder nach Mariastein
zurück. Aber das Projekt Beinwil blieb ihm weiterhin ein grosses Anliegen.
P. Vinzenz war zeit seines Mönchslebens von grossem Idealismus erfüllt,
der ihn vielleicht manchmal die Grenzen der Wirklichkeit vergessen liess.
Aber gerade das Hineinschauen in so viele andere klösterliche Gemeinschaften
mit ihren Problemen half ihm, den Boden der Realität immer wieder zu
finden. Seine Spiritualität war geprägt von der Liturgie der Kirche,
vom benediktinischen Geiste und vor allem von einer tiefen meditativen Gebetshaltung.
Das alles versuchte er als Seelsorger und Berater auch anderen weiter zu
geben in Gesprächen, Vorträgen, Predigten und seinen vielen Zeitschriften-Artikeln.
Dazu kommen einige Buchveröffentlichungen; genannt seien hier nur die
beiden Bändchen, womit er das Stundengebet der Kirche in vereinfachter
Form auch unter das Volk bringen wollte.
P. Vinzenz hat seine ihm von Gott vielseitig geschenkten Talente gebraucht
und sie eingesetzt zum Aufbau des Reiches Gottes in der Kirche. Gott sei
ihm nun der ewige Lohn. Am 19. Juni wurde er in der Klostergruft bestattet.