SKZ 42/1997

INHALT

Amtlicher Teil

Alle Bistümer

27. Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE)

Vom 2. bis 5. Oktober 1997 fand im Kloster Jasna Gora des weltbekannten polnischen Wallfahrtsortes Tschenstochau die jährliche Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) statt. Sie folgte einer Einladung des Präsidenten der polnischen Bischofskonferenz und Primas von Polen, Kardinal Jozef Glemp.
Die Tagung stand unter der Leitung des Präsidiums von CCEE, dem Prager Erzbischof Kardinal Miloslav Vlk sowie den beiden Vizepräsidenten Erzbischof István Seregély aus Eger (Ungarn) und dem Mainzer Bischof Karl Lehmann. Mitglieder des Rates sind die 31 Präsidenten der Bischofskonferenzen Europas sowie je ein Bischof aus Russland, Weissrussland und Luxemburg. Diese Länder haben keine eigene Bischofskonferenz. Die Vollversammlung von CCEE will die Kollegialität unter den Bischöfen aus ganz Europa sowie die Zusammenarbeit der Bischofskonferenzen der verschiedenen Länder des Kontinents fördern und vertiefen.
Ausführlich hat die Vollversammlung über ökumenische Fragen beraten. Positiv bewertet sie die erst wenige Wochen zurückliegende Zweite Europäische Ökumenische Versammlung, die vom 23.­29. Juni 1997 in Graz stattgefunden hatte. Nach Einschätzung der versammelten Bischöfe war Graz ein grosses Fest der Begegnung, welches zahlreiche Menschen aus allen Teilen Europas, mit ihren unterschiedlichen religiösen, kirchlichen und kulturellen Traditionen, zusammengeführt hat zu gemeinsamem Gebet und gegenseitigem Kennenlernen. Die Vollversammlung sprach allen an der Vorbereitung und Durchführung der Zweiten Europäischen Ökumenischen Versammlung beteiligten Personen ihren besonderen Dank aus. Sie gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Grazer Versammlung zu einer Stärkung der ökumenischen Zusammenarbeit in den einzelnen Ländern führen möge und dort durch viele kleine Schritte der Versöhnung fortgesetzt werde. Insbesondere hält es die Vollversammlung für erforderlich, der Gemeinschaft und dem Dialog von Frauen und Männern in der Kirche in Zukunft in den Ortskirchen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
Die Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen hat sich des weiteren dafür ausgesprochen, die Zusammenarbeit mit der Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) gerade auch im Hinblick auf das Jahr 2000 zu verstärken. Sie wird an die Konferenz Europäischer Kirchen den Wunsch herantragen, eine gemeinsame Begegnung der Vollversammlung von CCEE mit dem Zentralausschuss der KEK durchzuführen. CCEE wird überdies die Handlungsempfehlung Nr. 2 aus dem Katalog von konkreten Empfehlungen, welche die Grazer Versammlung den Kirchen zur Nacharbeit nahegelegt hat, in ihrem Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre schwerpunktmässig berücksichtigen. Es ist beabsichtigt, gemeinsam mit der KEK in absehbarer Zeit so etwas wie eine Magna Charta der ökumenischen Zusammenarbeit in Europa zu erarbeiten.
Besondere Aufmerksamkeit hat die Vollversammlung der Vorbereitung zu den Feierlichkeiten des Jahres 2000 nach Christi Geburt geschenkt. Die Bischöfe wollen sich in ihren Konferenzen dafür einsetzen, dass die Jahrtausendwende nicht auf kommerzielle Aspekte reduziert wird, sondern vor allem zu ihrem eigentlichen Ziel, zu einer vertieften Wahrnehmung der geistlich-spirituellen Dimension des Lebens, führt. Im Heiligen Jahr sollte den Menschen neu bewusst werden, dass eine Welt, die nicht auf Gott hin offen ist, letztlich auch in ihrer Menschlichkeit bedroht ist. Es ist Auftrag aller Christen, gemeinsam am Aufbau einer «Zivilisation der Liebe» mitzuwirken, wozu Papst Johannes Paul II. bei verschiedenen Anlässen aufgerufen hat.
Die Vollversammlung informierte sich über verschiedene Konfliktsituationen in Europa. Die Nachricht, dass die Parteien, welche an den Friedensgesprächen in Nordirland teilnehmen, sich vor kurzem über eine Tagesordnung für die weiteren Gespräche einigen konnten, nahmen die versammelten Bischöfe mit Genugtuung zur Kenntnis. Der Präsident der irischen Bischofskonferenz, Erzbischof Sean Brady, sprach von einer historischen Entwicklung, die von neuem eine grosse Hoffnung auf eine friedliche Lösung des Konfliktes geweckt habe. Weiterhin Anlass zur Besorgnis gibt die Situation in Bosnien-Herzegowina. Insbesondere das grundlegende Menschenrecht auf freie Rückkehr in die angestammte Heimat der zahlreichen Vertriebenen scheint auf allen Seiten nach wie vor nicht gesichert zu sein. Die Vollversammlung ruft deshalb die verantwortlichen Politiker dazu auf, alles in ihrer Kraft Stehende zu tun, um die Erfüllung der Dayton-Verträge vollumfänglich zu garantieren, und dem immer noch andauernden menschlichen Leid ein Ende zu setzen. Auch wurde auf die Gefahr einer zunehmenden Diskriminierung der Minderheitskirchen, welche durch die Annahme des neuen Religionsgesetzes in Russland entstanden ist, während der Vollversammlung hingewiesen.
Die Vollversammlung erachtet es als wichtig, die Kirche von Algerien und die vom grausamen Terror geplagten Bevölkerung in diesem Land ihrer Solidarität zu versichern. Eine Delegation von CCEE soll vom 23.­26. Oktober 1997 anlässlich des bevorstehenden Ad-Limina-Besuches der Bischofskonferenz von Nordafrika mit den zu diesem Zeitpunkt in Rom weilenden Bischöfen von Algerien zu einer gemeinsamen Aussprache zusammentreffen.
Bei der feierlichen Eucharistiefeier in Konzelebration zum Abschluss der Vollversammlung am Sonntag, den 5. Oktober 1997, rief der Präsident von CCEE, Kardinal Miloslav Vlk, die versammelten Gläubigen, unter ihnen eine grosse Anzahl junge Menschen, im Heiligtum von Tschenstochau dazu auf, die Präsenz des christlichen Glaubens und der Kirchen wieder neu ins öffentliche Bewusstsein zu heben und entschiedener und zuversichtlicher in die Strukturen und das Leben des neuen Europa einzubringen.

Jasna Gora, 5. Oktober 1997

Dr. Helmut Steindl,
Informationsbeauftragter von CCEE


Bistum Basel

Diakonenweihe

Am Samstag, 20. September 1997, weihte Diözesanbischof Dr. Kurt Koch in der Basilika U.L. Frau von Mariastein Fr. Leonhard Sexauer zum Diakon.

Am Sonntag, 28. September 1997, weihte Weihbischof Martin Gächter in der Pfarrkirche von Arbon die Priesteramtskandidaten:
Aerni René, Dr. iur., von Hersiwil (SO), in Wettingen,
Kaufmann Reto, von Knutwil (LU), in Cham,
und Schmidlin Roger Niklaus, von Dittingen (BL), in Arbon,
und am Sonntag, 5. Oktober 1997, in der Pfarrkirche von Delémont den Priesteramtskandidaten Pauli David, von Guggisberg (BE), in Delémont, zu Diakonen.

Bischöfliche Kanzlei

Stellenausschreibung

Die auf den 1. Juli 1999 frei werdende Pfarrstelle der Pfarrei Dreifaltigkeit in Bern wird für einen Pfarrer zur Wiederbesetzung ausgeschrieben. Auskünfte über das erarbeitete Stellenprofil gibt das Personalamt oder das Pfarramt Dreifaltigkeit.
Interessenten melden sich bitte bis zum 28. Oktober 1997 beim diözesanen Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn.

Im Herrn verschieden

Dr. Oskar Stoffel
emeritierter Professor, Luzern

In Luzern starb am 20. September 1997 Dr. Oskar Stoffel, emeritierter Professor der Theologischen Fakultät Luzern. Er wurde am 4. Juli 1932 in Visperterminen geboren und als Mitglied der Missionsgesellschaft Bethlehem, Immensee, am 22. März 1959 in Immensee zum Priester geweiht. Dem Bistum Basel diente er als Inhaber des Lehrstuhls für Kirchenrecht an der Theologischen Fakultät Luzern in den Jahren 1969­1993. Sein Grab befindet sich in Visperterminen.

Hans Bloetzer, emeritierter Pfarrer, Spiez
Als Opfer eines Bergunfalls am Mont Blanc starb am 30. September 1997 der emeritierte Pfarrer Hans Bloetzer, Spiez. Er wurde am 20. Dezember 1930 in Ferden geboren und am 17. Juni 1956 in Sitten zum Priester geweiht. Im Dienst des Bistums Basel wirkte er als Vikar an der Dreifaltigkeitskirche in Bern (1962­1968), als Pfarrer von Spiez (1968­1982) und als Pfarrer von Langnau i.E. (1982­1996). Den Ruhestand verbrachte er in Spiez (seit 1996). Sein Grab befindet sich in Ferden.


Bistum Chur

Mitteilung

Eine Recollectio für Diözesanpriester findet am 3. November 1997, 10.00­16.00 Uhr, im Priesterseminar St. Luzi, Chur, statt. Pfr. Othmar Nuber, Wangs, hält eine Betrachtung zum Thema «Wie finde ich den Sinn des Lebens? ­ Anfrage an uns Priester». Nach dem Mittagessen ist ein Erfahrungsaustausch mit Domherr Walter Niederberger vorgesehen. Es wird um telefonische Anmeldung bis zum 31. Oktober 1997 gebeten: Telefon 081-2522012.


Bistum Sitten

Im Herrn verschieden
Anton Clavioz, alt Pfarrer, Agarn

Am 8. Oktober 1997 ist alt Pfarrer Anton Clavioz unverhofft im Alter von 78 Jahren in Agarn gestorben. Anton Clavioz wurde am 26. November 1919 in Agarn geboren. Am 24. Juni 1945 wurde er zum Priester geweiht. Danach wurde er zuerst zum Pfarradministrator von Blatten ernannt (1946­1950), danach zum Pfarradministrator von Ergisch (1950­1959). Von 1959­1965 war er Pfarrer von Mund, und von 1965­1973 war er Pfarrer von Lalden. Darauf war er von 1973­1984 Religionslehrer an der regionalen Orientierungsschule von Brig. Seit 1984 lebte Anton Clavioz in Agarn im Ruhestand. Am 10. Oktober 1997 wurde Anton Clavioz in Agarn beerdigt.


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1997