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Amtlicher Teil |
Vom 2. bis 5. Oktober 1997 fand im Kloster Jasna Gora des weltbekannten
polnischen Wallfahrtsortes Tschenstochau die jährliche Vollversammlung
des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) statt. Sie folgte
einer Einladung des Präsidenten der polnischen Bischofskonferenz und
Primas von Polen, Kardinal Jozef Glemp.
Die Tagung stand unter der Leitung des Präsidiums von CCEE, dem Prager
Erzbischof Kardinal Miloslav Vlk sowie den beiden Vizepräsidenten Erzbischof
István Seregély aus Eger (Ungarn) und dem Mainzer Bischof
Karl Lehmann. Mitglieder des Rates sind die 31 Präsidenten der Bischofskonferenzen
Europas sowie je ein Bischof aus Russland, Weissrussland und Luxemburg.
Diese Länder haben keine eigene Bischofskonferenz. Die Vollversammlung
von CCEE will die Kollegialität unter den Bischöfen aus ganz Europa
sowie die Zusammenarbeit der Bischofskonferenzen der verschiedenen Länder
des Kontinents fördern und vertiefen.
Ausführlich hat die Vollversammlung über ökumenische Fragen
beraten. Positiv bewertet sie die erst wenige Wochen zurückliegende
Zweite Europäische Ökumenische Versammlung, die vom 23.29.
Juni 1997 in Graz stattgefunden hatte. Nach Einschätzung der versammelten
Bischöfe war Graz ein grosses Fest der Begegnung, welches zahlreiche
Menschen aus allen Teilen Europas, mit ihren unterschiedlichen religiösen,
kirchlichen und kulturellen Traditionen, zusammengeführt hat zu gemeinsamem
Gebet und gegenseitigem Kennenlernen. Die Vollversammlung sprach allen an
der Vorbereitung und Durchführung der Zweiten Europäischen Ökumenischen
Versammlung beteiligten Personen ihren besonderen Dank aus. Sie gab ihrer
Hoffnung Ausdruck, dass die Grazer Versammlung zu einer Stärkung der
ökumenischen Zusammenarbeit in den einzelnen Ländern führen
möge und dort durch viele kleine Schritte der Versöhnung fortgesetzt
werde. Insbesondere hält es die Vollversammlung für erforderlich,
der Gemeinschaft und dem Dialog von Frauen und Männern in der Kirche
in Zukunft in den Ortskirchen besondere Aufmerksamkeit zu schenken.
Die Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen
hat sich des weiteren dafür ausgesprochen, die Zusammenarbeit mit der
Konferenz Europäischer Kirchen (KEK) gerade auch im Hinblick auf das
Jahr 2000 zu verstärken. Sie wird an die Konferenz Europäischer
Kirchen den Wunsch herantragen, eine gemeinsame Begegnung der Vollversammlung
von CCEE mit dem Zentralausschuss der KEK durchzuführen. CCEE wird
überdies die Handlungsempfehlung Nr. 2 aus dem Katalog von konkreten
Empfehlungen, welche die Grazer Versammlung den Kirchen zur Nacharbeit nahegelegt
hat, in ihrem Arbeitsprogramm für die nächsten Jahre schwerpunktmässig
berücksichtigen. Es ist beabsichtigt, gemeinsam mit der KEK in absehbarer
Zeit so etwas wie eine Magna Charta der ökumenischen Zusammenarbeit
in Europa zu erarbeiten.
Besondere Aufmerksamkeit hat die Vollversammlung der Vorbereitung zu den
Feierlichkeiten des Jahres 2000 nach Christi Geburt geschenkt. Die Bischöfe
wollen sich in ihren Konferenzen dafür einsetzen, dass die Jahrtausendwende
nicht auf kommerzielle Aspekte reduziert wird, sondern vor allem zu ihrem
eigentlichen Ziel, zu einer vertieften Wahrnehmung der geistlich-spirituellen
Dimension des Lebens, führt. Im Heiligen Jahr sollte den Menschen neu
bewusst werden, dass eine Welt, die nicht auf Gott hin offen ist, letztlich
auch in ihrer Menschlichkeit bedroht ist. Es ist Auftrag aller Christen,
gemeinsam am Aufbau einer «Zivilisation der Liebe» mitzuwirken,
wozu Papst Johannes Paul II. bei verschiedenen Anlässen aufgerufen
hat.
Die Vollversammlung informierte sich über verschiedene Konfliktsituationen
in Europa. Die Nachricht, dass die Parteien, welche an den Friedensgesprächen
in Nordirland teilnehmen, sich vor kurzem über eine Tagesordnung für
die weiteren Gespräche einigen konnten, nahmen die versammelten Bischöfe
mit Genugtuung zur Kenntnis. Der Präsident der irischen Bischofskonferenz,
Erzbischof Sean Brady, sprach von einer historischen Entwicklung, die von
neuem eine grosse Hoffnung auf eine friedliche Lösung des Konfliktes
geweckt habe. Weiterhin Anlass zur Besorgnis gibt die Situation in Bosnien-Herzegowina.
Insbesondere das grundlegende Menschenrecht auf freie Rückkehr in die
angestammte Heimat der zahlreichen Vertriebenen scheint auf allen Seiten
nach wie vor nicht gesichert zu sein. Die Vollversammlung ruft deshalb die
verantwortlichen Politiker dazu auf, alles in ihrer Kraft Stehende zu tun,
um die Erfüllung der Dayton-Verträge vollumfänglich zu garantieren,
und dem immer noch andauernden menschlichen Leid ein Ende zu setzen. Auch
wurde auf die Gefahr einer zunehmenden Diskriminierung der Minderheitskirchen,
welche durch die Annahme des neuen Religionsgesetzes in Russland entstanden
ist, während der Vollversammlung hingewiesen.
Die Vollversammlung erachtet es als wichtig, die Kirche von Algerien und
die vom grausamen Terror geplagten Bevölkerung in diesem Land ihrer
Solidarität zu versichern. Eine Delegation von CCEE soll vom 23.26.
Oktober 1997 anlässlich des bevorstehenden Ad-Limina-Besuches der Bischofskonferenz
von Nordafrika mit den zu diesem Zeitpunkt in Rom weilenden Bischöfen
von Algerien zu einer gemeinsamen Aussprache zusammentreffen.
Bei der feierlichen Eucharistiefeier in Konzelebration zum Abschluss der
Vollversammlung am Sonntag, den 5. Oktober 1997, rief der Präsident
von CCEE, Kardinal Miloslav Vlk, die versammelten Gläubigen, unter
ihnen eine grosse Anzahl junge Menschen, im Heiligtum von Tschenstochau
dazu auf, die Präsenz des christlichen Glaubens und der Kirchen wieder
neu ins öffentliche Bewusstsein zu heben und entschiedener und zuversichtlicher
in die Strukturen und das Leben des neuen Europa einzubringen.
Am Samstag, 20. September 1997, weihte Diözesanbischof Dr. Kurt Koch in der Basilika U.L. Frau von Mariastein Fr. Leonhard Sexauer zum Diakon.
Am Sonntag, 28. September 1997, weihte Weihbischof Martin Gächter
in der Pfarrkirche von Arbon die Priesteramtskandidaten:
Aerni René, Dr. iur., von Hersiwil (SO), in Wettingen,
Kaufmann Reto, von Knutwil (LU), in Cham,
und Schmidlin Roger Niklaus, von Dittingen (BL), in Arbon,
und am Sonntag, 5. Oktober 1997, in der Pfarrkirche von Delémont
den Priesteramtskandidaten Pauli David, von Guggisberg (BE), in Delémont,
zu Diakonen.
Bischöfliche Kanzlei
Die auf den 1. Juli 1999 frei werdende Pfarrstelle der Pfarrei Dreifaltigkeit
in Bern wird für einen Pfarrer zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.
Auskünfte über das erarbeitete Stellenprofil gibt das Personalamt
oder das Pfarramt Dreifaltigkeit.
Interessenten melden sich bitte bis zum 28. Oktober 1997 beim diözesanen
Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn.
Dr. Oskar Stoffel
emeritierter Professor, Luzern
In Luzern starb am 20. September 1997 Dr. Oskar Stoffel, emeritierter Professor
der Theologischen Fakultät Luzern. Er wurde am 4. Juli 1932 in Visperterminen
geboren und als Mitglied der Missionsgesellschaft Bethlehem, Immensee, am
22. März 1959 in Immensee zum Priester geweiht. Dem Bistum Basel diente
er als Inhaber des Lehrstuhls für Kirchenrecht an der Theologischen
Fakultät Luzern in den Jahren 19691993. Sein Grab befindet sich
in Visperterminen.
Hans Bloetzer, emeritierter Pfarrer, Spiez
Als Opfer eines Bergunfalls am Mont Blanc starb am 30. September 1997 der
emeritierte Pfarrer Hans Bloetzer, Spiez. Er wurde am 20. Dezember 1930
in Ferden geboren und am 17. Juni 1956 in Sitten zum Priester geweiht. Im
Dienst des Bistums Basel wirkte er als Vikar an der Dreifaltigkeitskirche
in Bern (19621968), als Pfarrer von Spiez (19681982) und als Pfarrer
von Langnau i.E. (19821996). Den Ruhestand verbrachte er in Spiez (seit
1996). Sein Grab befindet sich in Ferden.
Eine Recollectio für Diözesanpriester findet am 3. November 1997, 10.0016.00 Uhr, im Priesterseminar St. Luzi, Chur, statt. Pfr. Othmar Nuber, Wangs, hält eine Betrachtung zum Thema «Wie finde ich den Sinn des Lebens? Anfrage an uns Priester». Nach dem Mittagessen ist ein Erfahrungsaustausch mit Domherr Walter Niederberger vorgesehen. Es wird um telefonische Anmeldung bis zum 31. Oktober 1997 gebeten: Telefon 081-2522012.
Am 8. Oktober 1997 ist alt Pfarrer Anton Clavioz unverhofft im Alter von 78 Jahren in Agarn gestorben. Anton Clavioz wurde am 26. November 1919 in Agarn geboren. Am 24. Juni 1945 wurde er zum Priester geweiht. Danach wurde er zuerst zum Pfarradministrator von Blatten ernannt (19461950), danach zum Pfarradministrator von Ergisch (19501959). Von 19591965 war er Pfarrer von Mund, und von 19651973 war er Pfarrer von Lalden. Darauf war er von 19731984 Religionslehrer an der regionalen Orientierungsschule von Brig. Seit 1984 lebte Anton Clavioz in Agarn im Ruhestand. Am 10. Oktober 1997 wurde Anton Clavioz in Agarn beerdigt.