SKZ 41/1997

INHALT

Amtlicher Teil

Bistum Chur

Berichtigung

Der verstorbene Pfarr-Resignat Callist Monn ist nicht wie in der SKZ gemeldet im Jahre 1948, sondern im Jahre 1947 zum Priester geweiht worden.


Bistum St. Gallen

Der Gallustag in St. Gallen

Im Pontifikalamt in der Kathedrale St. Gallen am Donnerstag, 16. Oktober, 10 Uhr, hält Bischof Maximilian Aichern von Linz die Festpredigt. Als Benediktiner von St. Lambrecht in der Steiermark sind ihm der hl. Gallus und die ehemalige Benediktinerabtei sehr nahe. Der aus dem Herzogsgeschlecht der Eppensteiner stammende Sohn des Gründers der Benediktinerabtei St. Lambrecht war Benediktinermönch und Abt in St. Gallen. Als späterer Patriarch von Aquileja (von 1086 bis 1121) gründete er die Benediktinerabtei Moggio im Friaul. Sie hat den hl. Gallus zum Patron, und in den ersten Zeiten wurden drei Mönche aus der Abtei St. Lambrecht als Äbte nach Moggio postuliert. Moggio ist also historisch (und seit dem Erdbeben im Jahre 1976 auch wieder über die Menschen) mit St. Gallen und St. Lambrecht verbunden. Als Mönch und ehemaliger Abt von St. Lambrecht beeindrucken diese historische Gegebenheiten Bischof Maximilian Aichern sehr, und immer wieder besucht er diese Orte. Über die Europäischen Bischofskonferenzen ist er auch mit Bischof Ivo Fürer gut bekannt und hat daher mit Freude seine Einladung zum Gallus-Fest angenommen.

150 Jahre Bistum St. Gallen

Am Samstag, 25. Oktober, 14.15 Uhr, findet in der Kathedrale St. Gallen der offizielle Festakt zum Jubiläum «150 Jahre Bistum St. Gallen» statt. Im Mittelpunkt steht die Ansprache des Mainzer Bischofs DDr. Karl Lehmann, Präsident der Deutschen Bischofskonferenz, mit dem Titel «Was ist mit der Kirche los? ­ Zwischen Skepsis und Hoffnung auf dem Weg ins 3. Jahrtausend». Organist und Bläser sowie Domchor und Vocalistics gestalten den musikalischen Teil. Mit den Vertretern aus Kirche, Wirtschaft und Politik sind alle Bistumsangehörigen zu diesem Festakt und zum anschliessenden Imbiss im Schulhof eingeladen.
Am Samstag vormittag wird um 10.30 Uhr im Musiksaal, Klosterhof 6b, von den Autoren Franz Xaver Bischof und Cornel Dora die Festschrift «150 Jahre Bistum St. Gallen» präsentiert.

Im Herrn verschieden

Alt Pfarrer Franz Bischof, Bollingen/Luzern
Im Alters- und Pflegeheim Steinhof in Luzern, wohin er Ende Mai mit seinen zwei treuen, ebenfalls über 80jährigen Haushälterinnen Martha und Cäcilia Ricklin gezogen war, ist alt Pfarrer Franz Bischof am 26. September 1997, zwei Tage nach seinem 82. Geburtstag, gestorben. Er ist mit zwölf Geschwistern, von denen sechs ebenfalls den geistlichen Stand gewählt hatten, in einer Kleinbauernfamilie im sanktgallischen Grub aufgewachsen. Beerdigt wurde er, der während 35 Jahren Seelsorger im Linthgebiet gewesen war, am 1. Oktober in Bollingen.
Nach einer ersten Kaplanenstelle in Oberegg war Franz Bischof von 1943 bis 1953 Kaplan in Uznach. Von 1953 bis 1961 wirkte er als Pfarrer in Mühlrüti, von 1961 bis 1972 in Balgach und von 1972 bis 1989 in Schmerikon.
Von 1969 bis 1990 war Pfarrer Franz Bischof Ruralkanoniker und als solcher Mitglied des Domkapitels, welches für die Vorbereitung und die Wahl des Bischofs verantwortlich ist.
Im Juli 1989 übernahm er als Pfarradministrator die Verantwortung für die Seelsorge in der Pfarrei Bollingen. Grosszügig, wie er war, hatte er zu seinem 80. Geburtstag alle Pfarreiangehörigen zu einer Fahrt zum Wallfahrtsort Rankweil eingeladen. Manche von ihm für die Kirche St. Pankrazius angeregten Anschaffungen hat er auch selber finanziert. Dass Pfarrer Bischof so lange ohne grössere Beschwerden die Minipfarrei Bollingen seelsorgerlich betreuen konnte, war für ihn eine grosse Gnade; dass er von den zunehmenden Altersbeschwerden so schnell erlöst wurde, ebenfalls.


Bistum Sitten

Fest der Kathedralweihe der Priesterjubilare und des Christus-Jahres

Am Sonntag, den 12. Oktober 1997, wird Bischof Norbert Brunner in der Kathedrale von Sitten anlässlich der Eucharistiefeier um 10.00 Uhr das Fest der Kathedralweihe feierlich begehen. Zu dieser Feier lädt der Bischof auch die Priesterjubilare ein, die ihr 25jähriges und 50jähriges Priesterjubiläum feiern können. Zudem ist der 12. Oktober 1997 der erste grosse und offizielle diözesane Festtag des Christus-Jahres.
Das diesjährige Fest der Kathedralweihe steht ganz im Zeichen der Vorbereitung auf das Jubiläumsjahr 2000. Es ist im besonderen Jesus Christus, dem menschlichen Antlitz Gottes, gewidmet. Gott hat durch Christus ein menschliches Antlitz erhalten. Er hat uns die Botschaft vom Reich Gottes gebracht. Erstes Ziel des Christus-Jahres wird im Bistum Sitten deshalb sein, diese Botschaft neu zu entdecken und sichtbar zu machen. Die Sakramente, im besonderen das Sakrament der Taufe, erschliessen uns den Weg zum Reich Gottes.
In diesem Pastoraljahr sind im Bistum Sitten alle Seelsorgerinnen und Seelsorger eingeladen, den Hauptakzent ihrer pastoralen Tätigkeit auf die Taufpastoral zu legen. Über den Sinn des Taufsakramentes wollen wir neu nachdenken und den ursprünglichen Wert des Sakramentes wiederentdecken. Besonders die Taufgespräche sollen der Sprache der heutigen Zeit angepasst und in unsere Wirklichkeit umgesetzt werden.
Priester und Gläubige aus allen Teilen des Bistums sind herzlich eingeladen, am diesjährigen «dreifachen Fest» in Sitten teilzunehmen.
Ebenso sind alle Pfarreien eingeladen, in ihren Pfarreien das Fest mitzufeiern und so die lebendige Verbundenheit der Ortskirchen mit der Mutterkirche des Bistums zu bekunden.

Priesterjubilare

In diesem Jahr können fünf Priester, die im Bistum Sitten tätig sind, ihr 25jähriges Priesterjubiläum feiern. Es sind dies: Anton Carlen, Pfarrer in Fiesch, Hans Berger SVD, Pfarrer in Erschmatt, Bernard Dussex, in St-Léonard, Willi Delétroz, Sitten, und Dominique Gross c.r., Dekan und Pfarrer in Leysin.
Das 50jährige Priesterjubiläum können Domherr Emil Tscherrig, Sitten, Anselm Zenzünen, Fiesch, Rémy Aymon, Sitten, und Georges Delavy c.r., Vikar in Martinach, feiern.
Der Bischof und der Bischofsrat danken allen Jubilaren herzlich für ihren unermüdlichen Einsatz im Weinberg unseres Herrn Jesus Christus und gratulieren von Herzen.

Materialien für das Pastoraljahr zum Christus-Jahr

1. Die Antependien mit den drei Symbolen der Dreifaltigkeit können am 12. Oktober 1997 nach der Feier im Bischofshaus abgeholt werden.
2. Mitte Oktober 1997 werden alle Pfarreien einen Prospekt für Kerzen erhalten mit verschiedenen Symbolen zum Jubiläum. Eine Bestellkarte der Kerzenfabrik Müller, Altstätten, wird beiliegen.
3. Ein kleiner Gebetszettel zum Jubiläum 2000 kann im Bildungshaus St. Jodern, Visp, und bei der Bischöflichen Kanzlei bezogen werden (Stückpreis Fr. ­.10).
4. Ein Gebetszettel zu Unserer Lieben Frau von Valeria kann bei der Bischöflichen Kanzlei gratis bezogen werden.
5. Mitte Oktober 1997 wird ebenfalls ein Plakat zum Christus-Jahr an alle Pfarreien versandt werden.

Ernennung

Der Bischof von Sitten, Mgr. Norbert Brunner, hat ­ nach Konsultation der Mitglieder der Konferenz des Dekanates Visp ­ folgende Ernennung vorgenommen:
Michlig Thomas, Pfarrer von Visperterminen, wird Dekan vom Dekanat Visp. Pfarrer und Dekan Paul Zinner hat im Sommer die Pfarrei Grächen verlassen, um die Pfarrei Raron zu übernehmen. Seither war im Dekanat Visp der Dekanen-Posten vakant.
Diese Ernennung tritt ab sofort in Kraft.

Im Herrn verschieden

Hans Blötzer, Pfarrer, Langnau
Am 30. September 1997 ist Pfarrer Hans Blötzer unerwartet an den Folgen eines Bergunfalls gestorben. Hans Blötzer wurde am 20. Dezember 1930 in Ferden geboren. Am 27. Juni 1956 wurde er zum Priester geweiht. Danach wurde er zum Rektor von Wiler ernannt (1956­1961) und von 1961­1962 zum Pfarradministrator von Herbriggen. Ab 1962 stellte er sich in den Dienst der Diözese Basel und war Vikar in der Dreifaltigkeitspfarrei, Bern, danach Pfarrer von Spiez, Burgdorf und zuletzt von Langnau. Die Beerdigung fand am 4. Oktober 1997 in Ferden statt.


Orden und Kongregationen

Im Herrn verschieden

P. Augustinus Krommer O.Cist., Hauterive
Am 20. September 1997 ist P. Augustinus Krommer nach einer kurzen Krankheit während der Mette verstorben. Er stammte aus Prerau (Mähren) und stand im 95. Lebensjahr, im 34. seiner Profess und im 30. seines Priestertums.


Verstorbene

Dr. P. Alfons Böhi, Pallottiner

Am 13. Mai 1997 starb auf dem Friedberg in Gossau (SG) Dr. P. Alfons Böhi nach kurzer schwerer Krankheit. Am 16. Mai wurde er auf dem Friedhof der Pallottinergemeinschaft in Morschach (SZ) beerdigt.
Alfons Böhi wurde am 20. September 1914 in Au-Fischingen in eine kinderreiche Bauernfamilie hineingeboren. Arbeit und Gebet, Verantwortung und Rücksichtnahme waren Grundsätze dieser Familie. Grundsätze, die die Söhne und Töchter geprägt haben. Eine starke Offenheit für geistliche Berufe hatte zur Folge, dass drei Schwestern in den Ordensstand traten und drei Söhne Priester wurden.
Pater Alfons erhielt nach seinem Theologiestudium in Freiburg am 23. Juli 1939 die Weihe als Priester. Bischof Marius Besson erteilte damals die Weihe, die den jungen Pater befähigte, aber ebensosehr beauftragte, im Weinberge Gottes zu arbeiten.
Wenn man die verschiedenen Orte des Wirkens von Pater Böhi durchgeht, fällt auf, dass praktisch die ganze Tätigkeit im Dienste an jungen Menschen stand. Dazu rüstete er sich besonders durch das Studium der Psychologie und der Pädagogik, das er an der Philosophischen Fakultät der Universität Freiburg mit dem Doktorat abschloss. Und so findet man ihn denn als Lehrer am Studienheim St. Klemens in Ebikon als Leiter des Schülerheims Thurhof, Oberbüren, als Betreuer der Lehrlinge im Lehrlingsheim in Ebikon. An diesen Orten hat er seine tiefe Liebe, aber auch seine Verantwortung jungen Menschen gegenüber gezeigt.
Er war nicht der Theoretiker. Er kannte das Leben des Alltags, die Sorgen und Nöte der jungen Menschen, die Sehnsucht nach Verstandenwerden und stiller Hilfe. So stand er den Jugendlichen als eine Art grosser Bruder bei, gab Linien und Wege, aber auch Begleitung mit. Wie mancher Gang zu den Behörden, zu Pflegeeltern, zu Wohltätern und Mitbrüdern hat Pater Alfons gemacht! In stillen Stunden hat er die Kraft dazu bei Gott und bei der Mutter des Herrn geholt.
1982­1990 stellte er sich der Provinz der Schweizer Pallottiner als Provinzial zur Verfügung. Sein Vorgänger, Pater Killian Rosenast, musste vorzeitig aus gesundheitlichen Gründen das Amt aufgeben. Die Situation war nicht leicht: Grosse Aufgaben waren mit einer kleinen und älter gewordenen Schar von Mitbrüdern zu lösen. Pater Böhi hat sie mutig angepackt. Manchmal auch mit damals neuartigen Ideen, die nicht immer von allen verstanden wurden. Auch auf dem neuen Arbeitsfeld war ihm kein Dienst zu gering. Jedem einzelnen nachzugehen und Rat und Hilfe anzubieten, war für ihn selbstverständlich.
Nach dem Rücktritt als Provinzial betreute er mit grossem Eifer als Pfarradministrator die Pfarrei Niederbüren (SG). Leider zwang ihn ein Augenleiden, das zur Erblindung führte, diesen Dienst bald aufzugeben. Fortan lebte er auf dem Friedberg in Gossau (SG).
57 Jahre Priester im Geiste Vinzenz Pallottis: das hiess für den Verstorbenen, offen zu sein für die Anliegen Gottes und der Menschen. Das hiess, zu den Menschen zu gehen, um ihnen Gnade und Licht vom Himmel zu bringen. Das hiess, die Kräfte zu mobilisieren und zu verbrauchen, überall dort, wo Not auftauchte, Fragen zu lösen waren, ein Dienst Linderung und Freude bringen konnte.
Mitbrüder, Angehörige und ehemalige Schüler hoffen für ihn, dass Gottes Freude ihn nun erfülle ­ zum Dank für die Freude, die er denen bereitete, die ihn liebten.

Reinhard Mattle


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1997