SKZ 39/1997

INHALT

Amtlicher Teil

Bistum Basel

Stellenausschreibungen

Die auf 1. Januar 1998 vakant werdende Pfarrstelle von Zufikon (AG) wird für einen Pfarrer zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.

Die beiden vakanten Pfarrstellen St. Niklaus, Reinach, und St. Maria, Reinach (BL), werden für einen Pfarrer oder einen Gemeindeleiter/eine Gemeindeleiterin zur Wiederbesetzung ausgeschrieben.

Interessenten melden sich bitte bis zum 14. Oktober 1997 beim diözesanen Personalamt, Baselstrasse 58, 4501 Solothurn.


Bistum Chur

Im Herrn verschieden Callist Monn, Pfarr-Resignat

Der Verstorbene wurde am 20. September 1922 in Rueras (GR) geboren und am 13. Juli 1948 in Chur zum Priester geweiht. Er war tätig als Pfarr-Provisor in Ruggell (FL) (1948­1949), als Pfarrer in Ruschein (GR) (1949), als Spiritual in Davos Platz (1950­1951), als Pfarr-Provisor in Pigniu/Panix (GR) (1951­1961), als Kaplan und Pfarrhelfer in Triesen (FL) (1961­1971), als Pfarrer in Danis (GR) (1971­1977), als Pfarr-Provisor in Sagogn (GR) (1977­1982). Als Resignat lebte er seit 1982 in Glarus. Er starb am 6. September 1997 in Glarus und wurde am 11. September 1997 in Sedrun (Tujetsch) (GR) bestattet.


Bistum St. Gallen

Der Seelsorgerat in Mels

An der von Rösli Zeller-Baumgartner präsidierten Sitzung des Seelsorgerates vom 20. September 1997 im Pfarreiheim Mels diskutierten die Mitglieder den von Pfarrer Josef Manser formulierten inhaltlichen Entwurf als Vorgabe zum bis Ostern 2000 laufenden diözesanen Projekt «In Gemeinschaft glauben» sowie das von Bischofsvikar Markus Büchel erstellte Grundlagenpapier zu einem möglichen Ablauf. Der Seelsorgerat konnte sich mit der Zielvorstellung einverstanden erklären. Er sagte grundsätzlich Ja zum vorgeschlagenen Weg, ist auch bereit, dafür Mehrarbeit zu leisten. Dies allerdings nur, wenn eine Person bestimmt wird, welche die Fäden in den Händen hält, motiviert, führt und koordiniert. Die Mehrheit des Seelsorgerates wünschte, es sei am bisherigen Projekttitel «In Gemeinschaft glauben» festzuhalten. Ergänzend dazu kommt «Bistum St. Gallen: Auf dem Weg in die Zukunft».
Bischof Ivo Fürer berichtete über den Ad-Limina-Besuch der Schweizer Bischöfe in Rom und konnte so das verzerrte Bild, das die Medien davon vermittelt hatten, korrigieren. Die Sitzung schloss mit einem gemeinsamen Gebet in der von Pfarrer Albert Breu vorgestellten Pfarrkirche.

Jugend-Begegnungs-Tag in St. Gallen

Am Tag, da die Medien die Meldung von randalierenden Jugendlichen in Genf schweizweit verbreiteten, da trafen sich mittags rund 800 junge Menschen aus der Ostschweiz. Sie machten engagiert mit in einem der 28 Ateliers und feierten gemeinsam einen von Jugendlichen gestalteten Gottesdienst, der hineinführte ins fröhliche und friedliche Begegnungsfest. Der 5. Jugend-Begegnungs-Tag war insofern öffentlicher, als er nicht mehr im Klosterhof stattfand, sondern in und um die St.-Leonhards-Kirche, wo bis Weihnachten das Projekt «Offene Kirche St. Leonhard» im Gange ist. Hier bekamen mehr Leute am Rand mit, dass sich Jugendliche am Bettag in und um eine Kirche versammelten. Sie liessen sich unter dem Motto «Mach Platz» auf Begegnungen mit Drogenabhängigen, Straffälligen, Flüchtlingen, HIV-Positiven, Blinden, Psychischkranken ein, auf Leute, die in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Thurgauer Jugendliche reichten Jugendlichen aus Liechtenstein die Hand beim Tanz in der Volkstanz-Rockgruppe, Appenzeller und Sanktgaller Jugendliche entdeckten beim Jonglieren, dass entspanntes Tun mehr Erfolg bringt und dass allein sie selber sich unter Leistungsdruck setzen. Toggenburger, Rorschacher und Rheintaler Jugendliche begegneten sich beim Diskutieren, Ausprobieren, Spielen und dann auch beim Beten. Es war ein eindrückliches Bild, die gegen 800 Jugendlichen, die sich zum Gottesdienst um einen Brunnen mit fliessendem Wasser versammelten, der von jungen Leuten am Morgen in der Kirche gebaut worden war. Für einige dürfte dies insofern zu einem Erlebnis geworden sein, als sie für einmal nicht allein und auch nicht als Minderheit in einer Kirche waren. Mit auf dem Boden sassen die katholischen und evangelischen Jugendseelsorgerinnen und -seelsorger, die zusammen mit der Daju (Diözesane Arbeitsstelle für Jugendseelsorge), der Ajd (Arbeitsstelle für Jugendfragen und Diakonie), den drei regionalen Arbeitsstellen für kirchliche Jugendarbeit, mit Junge Kirche-Zwinglibund, Blauring, Jungwacht, Pfadi, Pfarrei-Bibelgruppen Immanuel, Schönstatt und CVJM hinter dem mustergültig organisierten Grossanlass standen und so dafür sorgten, dass der Bet-Tag für 800 junge Leute nicht zu einem Bett-Tag geworden ist.


Verstorbene

Hubert Zimmermann, Pfarrer, Birmensdorf

Vor einem Jahr, am 31. Juli 1996, verunglückte auf einer Klettertour im Wallis, zusammen mit einem Bergkameraden, Hubert Zimmermann (1939), Pfarrer in Aesch/Birmensdorf/Uitikon bei Zürich. Im Wallis, im Angesicht der Viertausender, wurde er am 4. August 1996 in Anwesenheit eines Bischofs und 70 Priestern unter grosser Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Heimatfriedhof von Visperterminen zu Grabe getragen.
An der Beerdigung führte ein Priesterfreund von ihm aus: «Hubert hatte seine Wurzeln in Visperterminen. Hier wurde er geboren. Hier hatte er seine Jugendzeit verbracht. Etwas Besonderes aus seiner Jugendzeit ist vielleicht das, dass sein Vater am Schluss des Weltkrieges krank nach Hause kam und viele Jahre krank war, so dass die Mutter mit sechs Kindern schauen musste, wie sie durchkam. Es war ein Leben voll Kargheit, Einfachheit, aber nicht ohne Freude. Hubert mag damals seine erste Erfahrung gemacht haben, was es heisst, zusammenzustehen, zusammenzuhalten. Nur so war es möglich, dass er zum Studium gehen konnte. Er mag damals auch erfasst haben, welche Bedeutung dem Glauben, dem Gebet, der Gottverbundenheit seiner Mutter zukam. Eigentlich überrascht es, dass er aus dieser eher harten Jugendzeit Lebensfreude, Aufgeschlossenheit, Weltoffenheit davongetragen hat. Nach dem Gymnasium und einer Zwischenstation bei den Mariannhillern in Würzburg entschloss er sich nach Chur zu gehen, dort ins Seminar einzutreten. Im Seminar hatte er die erste Begegnung mit Priestern, die ihren Weg in Gemeinschaft zu gehen versuchen unter den Impulsen der Fokolarbewegung. Dafür war Hubert offen. Gemeinschaft wurde eines der grossen Worte in seinem Leben, ein Grundklang seine Lebens: miteinander, füreinander leben, lieben, wirken. Aus solchem Impuls trat er in die Seelsorge.
Zuerst in Altdorf, Kanton Uri. Es ging nicht lange, dass Menschen sich um ihn sammelten, die sein Anliegen verstanden, sich anrufen liessen, in einer neuen Beziehung zueinander zu stehen. Ein zweiter Ruf des Bischofs führte ihn nach Zürich-Oerlikon, in die Herz-Jesu-Pfarrei. Dort erwartete ihn zusätzlich vor allem die Jugendarbeit. Diese war bereits schwierig geworden. Es gelang ihm mit seinem mutmachenden, aufgestellten Wesen, die Jugend in der Pfarrei zu beheimaten, ihnen auch in der Eucharistiefeier neuen Raum zu geben.
Schliesslich wurde er als Pfarrer nach Adliswil berufen. Hier wollte und durfte er auch weitgehend seinen Traum Wirklichkeit werden lassen: Lebendige Gemeinschaft, Pfarrei als wirkliche Familie. Es galt ­ wie er selbst sagte ­ ein Netz von Zusammengehörigkeit zu knüpfen aus den Impulsen des Evangeliums.
Vor vier Jahren wechselte er in die Pfarrei Birmensdorf, ebenfalls ein Vorort von Zürich. Seine Hoffnung war, dass es ihm nochmals geschenkt würde, Gemeinschaft, Pfarreifamilie zu bauen. Die Zeit war unterdessen vorangeschritten, und Individualisierung lag in der Luft. Hubert kämpfte mit sich selber, und das Vertrauen in ihm siegte... Und dann kam der Stop ­ der Stop von oben. Der Stop kam in seinem geliebten Ferienort: Saas Fee. Jahr für Jahr hat er sich dort in seiner Lebenskraft regeneriert. Dazu brauchte er seine ÐViertausenderð und sein Ferienzuhause im Hotel der ihm teuren Familie Burgener mit dem vielsagenden Namen ÐBergfreudeð. Hubert war ein Bergführer von Natur, als solcher entfaltete er auf seinen Bergtouren sein ganzes Wesen.»
Weihbischof Peter Henrici deutete dies im Abdankungsgottesdienst in Birmensdorf so: «Hubert Zimmermann war zutiefst solidarisch. Er stellte sich nicht für sich allein hin, sondern er lebte in Verbindung. Er lebte zuerst und vor allem mit seinen Mitbrüdern im Priesteramt.
Er lebte in Verbindung mit seinen Gemeinden. Er stellte sich nicht auf das Podest, weit weg, er sonderte sich nicht ab, als irgend etwas Besonderes, sondern er lebte eine tiefe Solidarität. Das ist ja das Bild des Bergführers. Beide an einem Seil. Beide solidarisch verbunden im Leben und im Tod. Wir wissen nicht, wessen Stein sich zuerst gelöst hat. Aber die beiden gehörten zusammen. Ich glaube, das ist eine Mahnung für uns. Das ist eine Mahnung für uns Priester, dass wir miteinander und mit unseren Gemeinden solidarisch sind, dass wir uns nicht losbinden können von diesem Seil, das uns verbindet, das uns zum Heil dient, auch wenn das Heil für uns Menschen sehr dunkel aussehen kann.»
Und Dekan Martin Kopp sagte: «Die Betroffenheit unter uns Seelsorger(inne)n war gross: Wer hätte geahnt, dass jene Wanderung in der mächtigen Bergwelt von Zerfreila während unserer Fortbildungstage das letzte gemeinsame Erlebnis sein würde? Die Lücke, die Hubi hinterlässt, ist gross, nicht nur in der Pfarreiseelsorge, sondern auch, weil er mit seinem ihm eigenen Frohmut unsere Gemeinschaft zusammenzubringen wusste.»

Willy Ruhstaller
Hans Schriber


© Schweizerische Kirchenzeitung - 1997