Vom 14. bis zum 22. November werden in der Schweiz wieder zahlreiche Kirchen rot illuminiert, um verfolgter Christen weltweit zu gedenken. Diese Aktion wurde von «Kirche in Not» (ACN) ins Leben gerufen. Dieses Mal sprechen Bischof Bruno Ateba aus Kamerun sowie der katholische Pfarrer Jacques Sawadogo aus Burkina Faso zu den Gläubigen in verschiedenen Pfarreien hierzulande.
Wolfgang Holz
Die «Red Week» will zum Gebet für und zum Gedenken an über 400 Millionen Christen aufrufen, die in Ländern leben, in denen laut dem Hilfswerk «Kirche in Not» die Religionsfreiheit verletzt wird. Etwa 220 Millionen von ihnen wohnen in Staaten, in denen sie laut «Kirche in Not» direkt bedrängt und verfolgt werden.
In der Schweiz und vielen weiteren Ländern weltweit finden dazu Gottesdienste und Vorträge statt. Kirchen werden rot angestrahlt, um auf das Leid der Christen aufmerksam zu machen. 2025 beteiligten sich in der Schweiz und in Liechtenstein über 190 Pfarreien und Klöster an der «Red Week». Dieses Mal zählen zwei katholische afrikanische Geistliche zu den Referierenden, die in Schweizer Pfarreien vom 14. bis zum 22. November zu den Gläubigen sprechen.
«Die Entführungen und Hinrichtungen von Bauern haben zu einer regelrechten Schreckensherrschaft geführt!»
Zum einen reist Bischof Bruno Ateba in die Schweiz, um auf das Schicksal der Christen in Kamerun aufmerksam zu machen. «Es vergeht kein Tag, an dem wir nicht von neuen Übergriffen der Terroristen von der kamerunisch-nigerianischen Grenze aus erfahren», beklagt Ateba, Missionsbischof der Gesellschaft für das Katholische Apostolat und erster kamerunischer Bischof der Kongregation der Pallottiner-Missionare. «Die Entführungen und Hinrichtungen von Bauern haben zu einer regelrechten Schreckensherrschaft geführt!», sagt er.
Die in der Grenzregion zu Nigeria gelegene Diözese Maroua-Mokolo sei Schauplatz wiederkehrender Anschläge der Islamisten von Boko Haram. «Kirche in Not» (ACN) steht der Kirche und den Gläubigen mit Projekten bei. Rund 120’000 Nigerianer hätten so Zuflucht in Kamerun gefunden, wo sich die katholische Kirche um sie kümmere. So würden für die jungen Flüchtlinge gezielte Programme angeboten, damit sie etwa einen Beruf erlernen könnten.
Bruno Ateba Edo wurde am 20. November 1964 in Zoétélé, im Süden Kameruns, geboren. Er trat der Gemeinschaft der Pallottiner bei. Sein Philosophiestudium absolvierte er am Grossen Seminar von Kabgayi in Ruanda und sein Theologiestudium an der Theologischen Hochschule Saint Cyprien de Ngoya in Kamerun. 1995 empfing er die Priesterweihe und wurde 19 Jahre später von Papst Franziskus zum Bischof von Maroua-Mokolo ernannt.
«Die Angriffe der Terroristen stiften Unruhe, was das friedliche Zusammenleben in vielen Teilen des Landes stört.»
Der andere Gast während der «Redweek» ist der katholische Pfarrer Jacques Sawadogo aus Burkina Faso. Bis vor wenigen Jahren galt das Land laut «Kirche in Not» (ACN) als Hort des Friedens. Inzwischen würden radikalislamistische Gruppen Terror und Gewalt verbreiten. Mehr als zwei Millionen Bewohner des Landes seien Binnenflüchtlinge und über 6’000 Schulen hätten geschlossen werden müssen.
«Die Angriffe der Terroristen stiften Unruhe, was das friedliche Zusammenleben in vielen Teilen des Landes stört», sagt Sawadogo. Der islamistische Terrorismus sei allgegenwärtig. «Direkt oder indirekt ist jeder oder jede betroffen. Alle kennen jemanden in der Familie oder im Bekanntenkreis, der Opfer des Terrorismus geworden ist.» Fast 50 Prozent der Fläche werde, so Sawadogo, von Aufständischen kontrolliert.
Viele Kirchen müssten bewacht oder geschlossen werden. «In gefährdeten Gegenden verkleiden sich katholische Krankenschwestern als Musliminnen, damit sie in die Dörfer gehen, um dort ihre Patienten zu behandeln. Christliche Mädchen tragen einen Ganzkörperschleier, wenn sie zur Schule gehen, um nicht aufzufallen», berichtet der Pfarrer.
Sawadogo wurde 1980 wurde in Burkina Faso geboren. Während seiner Schulzeit spürte er ein Interesse an der Religion. Dies wurde so stark, dass er sich entschloss, Philosophie und katholische Theologie zu studieren. Zunächst begann er seine Studien in seiner Heimat, bevor er an die Universität in Tamalé in Ghana wechselte.
2008 empfing Sawadogo die Priesterweihe und war dann unter anderem auch in Burkina Faso in einem Priesterseminar als Dozent tätig. Ab 2016 wirkt er als Seelsorger in verschiedenen Pfarreien in Frankreich, bevor er 2022 nach Deutschland ging, um an der theologischen Hochschule St. Georgen in Frankfurt am Main Dogmatik zu vertiefen.
*Das Hilfswerk «Kirche in Not» (ACN) unterstützte die Kirche in Burkina Faso im Jahr 2024 mit rund 2,2 Millionen Franken. Die Kirche in Kamerun wurde 2024 mit rund einer Million Franken gefördert. Informationen zur «Red Week» und alle teilnehmenden Pfarreien unter: https://kirche-in-not.ch/pfarrei-angebote/redweek
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