Kardinal Ladislav Nemet hat der Studentenbewegung in Serbien zu ihrem historischen Wahlsieg gratuliert. In einer auf der Website der Erzdiözese Belgrad veröffentlichten Erklärung würdigte der katholische Erzbischof von Belgrad den monatelangen, «beharrlichen, mutigen und gewaltfreien» Einsatz der Studierenden für die Zukunft des Landes.
(KAP) Ausdrücklich dankte der Kardinal auch allen, die zum friedlichen und geordneten Verlauf der Parlamentswahl am 25. Oktober beigetragen hätten. Der Wille der Mehrheit sei auf friedliche Weise zum Ausdruck gekommen. Das sei «nicht selbstverständlich, aber es ist ein hohes Gut im Leben einer demokratischen Gemeinschaft», so Nemet. Viele hätten ihnen gesagt, ihre Mühe sei vergeblich. Die jungen Menschen hätten jedoch daran geglaubt, dass sich die Zukunft gestalten lasse und es sich lohne, sich dafür einzusetzen.
Den Wahlsiegern wünschte der Erzbischof von Belgrad «viel Erfolg, Weisheit und Ausdauer» angesichts der vor ihnen liegenden «großes Aufgaben». Sie müssten die Arbeit des neuen Parlaments und der Regierung aufbauen und das Land verantwortungsvoll führen. Zugleich rief Nemet dazu auf, allen Bürgerinnen und Bürgern zu dienen, auch jenen, die anders gewählt hätten, und die Würde jedes Menschen zu achten.
Mit Blick auf die Zukunft zeigte sich der Kardinal hoffnungsvoll. Er spüre «etwas Neues in der Luft, den Duft von Hoffnung und Freude», erklärte Nemet. «Es ist wunderbar, das zu erleben.» Er bete darum, dass die Hoffnung, die zu einem großen Teil die jungen Menschen gebracht hätten, auch in den kommenden Monaten und Jahren anhalte und zum Wohl aller Menschen im Land beitrage.
Aus der Parlamentswahl in Serbien am vergangenen Sonntag war die Liste «Die Studenten gewinnen» laut vorläufigem Ergebnis mit rund 53 Prozent als Sieger hervorgegangen. Das Wahlbündnis «Vereintes Serbien» des in Teilen autoritär regierenden Ex-Präsident Aleksandar Vucic landete mit 39 Prozent abgeschlagen auf dem zweiten Platz. Die Wahlbeteiligung erreichte einen Rekordwert von 69 Prozent. Vucic erkannte seine Niederlage noch in der Wahlnacht an. Damit steht das Land vor einem Machtwechsel.
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