Kämpfer gegen die Mafia: Sizilianischer Kardinal Romeo mit 88 gestorben

Sein Name ist eng mit dem Kampf gegen die Mafia verbunden: Kardinal Paolo Romeo. Die längste Zeit seines Berufslebens verbrachte er als Diplomat im Dienst des Heiligen Stuhls. Jetzt starb er in hohem Alter in Catania.

(KNA) Der frühere Erzbischof von Palermo, Kardinal Paolo Romeo, ist am Sonntag im Alter von 88 Jahren gestorben. Das teilte sein Erzbistum mit. Romeo sei «nach langer Krankheit und Leid» in einem Krankenhaus in Catania gestorben. Der sizilianische Bischof und Kirchendiplomat hatte sich unter anderem durch sein Eintreten gegen die Mafia einen Namen gemacht.

Mit dem Tod von Romeo zählt das Kardinalskollegium als Beraterkreis des Papstes noch 239 Mitglieder. Von diesen sind 116 jünger als 80 Jahre und dürften somit in einem Konklave an einer Papstwahl teilnehmen.

Diplomat des Papstes

Romeo, am 20. Februar 1938 in Acireale an der sizilianischen Ostküste geboren, war fast 40 Jahre lang im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls und im vatikanischen Staatssekretariat tätig. Von 2006 bis zum altersbedingten Rücktritt 2015 leitete er das Erzbistum Palermo. In dieser Zeit bezog er auch gegen das organisierte Verbrechen Stellung, etwa bei der Seligsprechung des von der Mafia ermordeten Priesters Giuseppe Puglisi 2013.

Nach dem Studium an der römischen Gregoriana-Universität und Kaplansjahren in seiner Heimat war Romeo 1967 in den diplomatischen Dienst des Vatikans getreten. 1984 weihte Papst Johannes Paul II. ihn zum Bischof und schickte ihn als Botschafter nach Haiti. Dort erlebte Romeo 1986 den Sturz der Diktatur der Familie Duvalier sowie 1990 die Wahl des später laisierten katholischen Geistlichen Jean-Bertrand Aristide zum Präsidenten.

Im gleichen Jahr wechselte er nach Kolumbien und 1999 nach Kanada. Von 2001 bis zur Übernahme des Bischofssitzes in Palermo leitete Romeo die Vatikanbotschaft in Rom; der Posten gilt als ausserordentlich wichtig.


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