Weisser Vater Joseph Buholzer mit 78 Jahren gestorben

Der Schweizer Afrikamissionar Joseph Buholzer ist vor kurzem in Freiburg an den Folgen der Charcot-Krankheit gestorben. Der ehemalige Provinzial der Weissen Väter engagierte sich jahrzehntelang in der Ausbildung von Missionsstudenten, unter anderem in London, Sambia, Rom und Jerusalem.

Lucienne Bittar, cath.ch

In einem Nachruf auf der Website des Africanums in Freiburg, dem Sitz der Schweizer Afrikamissionare, würdigte sein Mitbruder Claude Maillard den Verstorbenen als grosszügigen Missionar. «Wir bewahren die lebendige und lichtvolle Erinnerung an diesen Missionar, der viel Empathie für das Leid im Heiligen Land zeigte und sich ganz der Ausbildung junger Menschen und der Mission im Dienst des Evangeliums widmete», schrieb er.

Jahrzehntelanger Einsatz in der Ausbildung

Joseph Buholzer wurde am 25. Januar 1948 in Rotkreuz ZG geboren. Nach der Primarschule in Root LU besuchte er das damalige Knabenseminar der Weissen Väter in Widnau SG und anschliessend das Kolleg St. Josef der Mariannhiller Missionare in Altdorf UR. Am 5. September 1970 trat er in Freiburg ins Noviziat der Weissen Väter ein. Sein Theologiestudium schloss er an der Universität Strassburg ab. Am 9. Juni 1974 wurde er in seiner Heimatpfarrei in Root zum Priester geweiht.

Wenige Wochen später reiste Buholzer nach Sambia, wo er die lokale Sprache Cibemba erlernte und in Pfarreien tätig war. 1980 wurde er Professor für Dogmatik am interdiözesanen Priesterseminar St. Dominic in Lusaka. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz bildete er von 1986 bis 1992 Missionskandidaten aus und wirkte anschliessend zwei Jahre im Noviziat in Kasama, Sambia.

Von 1994 bis 2000 leitete Buholzer als Provinzial die Schweizer Niederlassung der Weissen Väter. Danach übernahm er die Leitung des Kollegs St. Edward in London. Ab 2006 war er für die Ausbildung von Missionsstudenten in Jerusalem verantwortlich. Nach einem Einsatz in der Generalleitung in Rom kehrte er nach Jerusalem zurück und leitete dort bis 2023 die Gemeinschaft bei St. Anna. Im Juli 2023 wurde er zum Delegierten der Schweizer Provinz ernannt.

Tod nach schwerer Krankheit

Buholzer erkrankte an amyotropher Lateralsklerose (ALS), auch Charcot-Krankheit genannt. Die unheilbare Erkrankung führte zunehmend zu körperlichen Einschränkungen. Am 29. Mai 2026 wurde er in das Pflegeheim La Providence in Freiburg aufgenommen. Dort starb er am Morgen des 14. Oktober. Der Trauergottesdienst fand am gestrigen 23. Oktober in der Kapelle des Africanums in Freiburg statt (adaptiert von: woz).


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