Mit Spannung wird seit Dienstag erwartet, ob Leo XIV. in drei Wochen seine bisher größte Reise als Papst wird antreten können. Nun gibt es Anzeichen, dass sich der 71-Jährige die Reise zutraut – trotz Lungen-OP.
Sabine Kleyboldt
(CIC) Offenbar hat Papst Leo XIV. die Absicht, seine Südamerikareise anzutreten. Am Freitagmittag wurde im vatikanischen Pressezentrum die Liste der gut 80 Journalisten ausgehängt, die sich um die Begleitung im Papstflieger beworben hatten. Leo XIV. will vom 6. bis 17. November nach Uruguay, Argentinien und in seine zweite Heimat Peru reisen.
Das 71-jährige Kirchenoberhaupt befindet sich seit Dienstag in der römischen Gemelli-Klinik, wo ihm der rechte untere Lungenlappen entfernt wurde, in dem sich ein bösartiger Tumor befand. Seine behandelnden Ärzte sprachen zuletzt von einem regulären postoperativen Verlauf mit Werten im Normbereich. Die Ergebnisse histologischer und weiterer Untersuchungen standen bis Freitagmittag noch aus.
Papst Leo befindet sich nach seiner Krebs-OP offenbar weiter auf Genesungskurs. Auf zwei Fotos, die der Vatikan am Freitagmittag veröffentlichte, ist zu sehen, wie Leo XIV. eine Messe in einem eigens als Kapelle hergerichteten Raum im zehnten Stock der Gemelli-Klinik feiert.
Sie zeigen den Papst im grünen Messgewand, wie er hinter dem Altar steht und die Hostie hochhält. Anzeichen einer schweren Erkrankung sind ihm nicht anzusehen. Im Hintergrund steht Leos Privatsekretär Don Edgard. «Der Papst ist guter Laune und arbeitet», so Vatikansprecher Matteo Bruni. Das Kirchenoberhaupt werde am Sonntag um 12 Uhr das übliche Mittagsgebet halten, so Bruni. Ob Leo dies wieder von seinem Arbeitszimmer im Apostolischen Palast hoch über dem Petersplatz oder noch in der Gemelli-Klinik tun werde, sei noch offen.
Ebenso teilte der Vatikan mit, erneute Blutuntersuchungen sowie eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs hätten eine stetige Besserung des Allgemeinzustands von Papst Leo XIV. bestätigt. «Der postoperative Genesungsprozess ermöglicht es ihm, die gewohnten täglichen Aktivitäten völlig selbstständig auszuführen», so die behandelnden Ärzte des Papstes, Doktor Luigi Carbone und Professor Stefano Margaritora. Ebenso sei die Physiotherapie zur Unterstützung der Atmung fortgesetzt worden.
An der Messe nahmen ärztliches und pflegerisches Personal der Klinik sowie Sicherheitskräfte der vatikanischen Gendarmerie teil. In seiner Predigt dankte der Papst dem gesamten Personal – Ärzten, Pflegekräften und Hilfspersonal – für den täglichen Einsatz für die Kranken. Ganz besonders dankte er für alles, was sie für ihn getan haben und weiterhin tun.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/suedamerikareise-des-papstes-offenbar-bestaetigt/