Krebs ist und bleibt eine grosse Gefahr für die Menschen. Jüngst ist bekannt geworden, dass Papst Leo XIV. wegen Lungenkrebs operiert wurde: Ein bösartiger Tumor musste ihm entfernt werden. Stefanie de Borba, Leiterin der Medienstelle der Krebsliga Schweiz, erklärt, dass hierzulande 5100 Personen pro Jahr die Diagnose Lungenkrebs erhalten.
Wolfgang Holz
Wie haben Sie die Nachricht von der Krebserkrankung des Papstes aufgenommen?
Stefanie de Borba*: Der Papst ist mit seiner Erkrankung leider nicht alleine – Lungenkrebs eine der häufigsten Krebsarten und jedes Jahr erhalten in der Schweiz 5100 Menschen diese Diagnose. Jede Krebserkrankung ist eine zu viel. Deshalb engagiert sich die Krebsliga seit über 115 Jahren dafür, dass weniger Menschen an Krebs erkranken, an den Folgen von Krebs sterben und die Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen verbessert wird.
Können Sie aus der Ferne etwas zur Schwere seiner Krankheit sagen?
De Borba: Nein, das ist uns leider nicht möglich und wäre mit den vorhandenen Informationen nicht angebracht. Wir sprechen dem Papst jedenfalls unsere herzlichen Genesungswünsche aus.
«80 bis 90 Prozent der Lungenkrebsfälle gehen auf das Konto von Tabak.»
Offenbar hatten auch die Eltern und der Bruder von Papst Leo Krebs. Ist die genetische Veranlagung nach wie vor einer der Hauptgründe für Krebserkrankungen?
De Borba: Generell sind nur etwa fünf bis zehn Prozent aller Krebserkrankungen auf vererbbare genetische Mutationen zurückzuführen. Davon Betroffene erkranken häufig schon in jüngeren Jahren an Krebs, meist an Brust-, Eierstock- oder Prostatakrebs. Lungenkrebs kann zwar ebenfalls eine erbliche Komponente haben, diese ist in der Regel aber nicht die alleinige Ursache einer Erkrankung. Auch hier erkranken die Betroffenen häufig schon in jüngeren Jahren.
Welches ist der grösste Risikofaktor für Krebsleiden?
De Borba: Der grösste Risikofaktor für Krebserkrankungen ist das Alter. Deutlich mehr als die Hälfte der Betroffenen ist über 65 Jahre alt. Bei Lungenkrebs ist zudem ein weiterer Risikofaktor deutlich belegt: 80 bis 90 Prozent der Lungenkrebsfälle gehen auf das Konto von Tabak.
Wenn ein Promi wie der Papst an Krebs erkrankt, hat das Auswirkungen auf Ihre Arbeit und Ihren Bekanntheitsgrad?
De Borba: Ja, je nach Bekanntheitsgrad der Person kann es vorkommen, dass wir kurzzeitig einen Anstieg an Besuchen auf unserer Webseite verzeichnen, beispielsweise bei den Informationsseiten zur entsprechenden Krebsart oder Informationen zur Früherkennung und Behandlung dieser Krebsart. Dieser Anstieg flacht dann aber in der Regel auch wieder ab, wenn in den Medien weniger über die prominente Person berichtet wird.
«Man sollte sich vor dem Passivrauchen schützen.»
Und wie kann man Lungenkrebs am besten vermeiden?
De Borba: Rauchen ist klar die Hauptursache für Lungenkrebs. Wer sein persönliches Lungenkrebsrisiko senken will, sollte nicht rauchen. Dazu gehören alle Formen von Tabakkonsum, bei denen Tabak inhaliert wird. Wie bereits erwähnt, können etwa 80 bis 90 Prozent der Lungenkrebs-Todesfälle auf das Rauchen zurückgeführt werden. Je länger und je mehr jemand raucht, desto höher ist das Risiko, Lungenkrebs zu bekommen. Ein Rauchstopp lohnt sich deshalb immer.
Wer privat oder bei der Arbeit regelmässig Tabakrauch ausgesetzt ist, hat ebenfalls ein deutlich erhöhtes Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken. Man sollte sich deshalb vor dem Passivrauchen schützen.
«Auch Schadstoffe wie Feinstaub, Russ, Asbest oder Benzol erhöhen das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.»
Nicht zuletzt ist Radon nach dem Rauchen die häufigste Ursache für Lungenkrebs. Radon ist ein natürliches Edelgas, das im Boden entsteht. Aus dem Boden kann Radon in Gebäude eindringen. Sind die Radonwerte in einem Gebäude zu hoch, gefährdet dies die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner. Auch Schadstoffe wie Feinstaub, Russ, Asbest oder Benzol erhöhen das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/fuer-krebserkrankungen-ist-der-groesste-risikofaktor-das-alter/