Der Papst ist in einer Person Bischof von Rom und Oberhaupt der katholischen Weltkirche. Was er in seinem Bistum Rom entscheidet, wird aufmerksam beobachtet. Nun hat Leo XIV. eine ungewöhnliche Konstellation aufgelöst.
Ludwig Ring-Eifel
(CIC) Papst Leo XIV. hat den strukturellen und personellen Umbau des Bistums Rom weiter vorangetrieben. Er machte den von seinem Vorgänger Franziskus 2023 ernannten Weihbischof Michele Di Tolve (63) zum neuen Bischof von Chioggia bei Venedig. Das Bistum im Nordosten Italiens zählt rund 100’000 Gläubige.
Bislang leitete Di Tolve als Weihbischof das Priesterseminar des Bistums Rom. Zu seinem Nachfolger als Regens dort ernannte Leo XIV. den Priester Simone Renna (52) aus Lecce. Damit endet eine ungewöhnliche Konstellation im Bistum Rom. Denn in der Regel obliegt die Seminarleitung keinem Weihbischof.
Leos Vorgänger Franziskus hatte Di Tolve im Jahr 2023 aus Mailand nach Rom berufen und zum Weihbischof gemacht. In Mailand leitete Di Tolve von 2014 bis 2020 das Priesterseminar, das zu den grössten in Europa zählt.
Wegen des personellen Umbaus in der Bistumsleitung zählte das Bistum Rom zwischenzeitlich sechs Weihbischöfe, mehr als in jedem anderen Bistum Europas. Nach dem Weggang von Di Tolve sind es noch fünf.
Jeder von ihnen ist für eine der fünf Bistumsregionen zuständig, einer von ihnen hat zudem als «Vicegerente» zentrale Verwaltungsaufgaben inne. Faktischer Leiter des Bistums ist als Vikar des Papstes Kardinal Baldassare Reina (55).
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