Bätzing: Kirche hat Notfallpläne für Folgen einer AfD-Landesregierung

Der Limburger Bischof Bätzing vergleicht eine mögliche Landesregierung der AfD in Sachsen-Anhalt mit der Zeit der SED-Diktatur.

(KNA) Der frühere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hält im Falle einer AfD-Landesregierung in Sachsen-Anhalt bestimmte Gespräche mit der rechtsextremen Partei für unvermeidlich. «Ich bin nicht bereit, mit den Ideologen dieser Partei zu reden, denn ich weiss nicht, worüber», sagte der Limburger Bischof am Freitag zu seinem zehnten Amtsjubiläum. «Ganz anders ist die Situation, wenn wir uns vorstellen, es gäbe oder es gibt demnächst eine Landesregierung, die von der AfD bestimmt wird.»

Vergleich mit SED

Bischof Bätzing zog Parallelen zur Lage der Kirchen im SED-Staat: Die Kirche hat offiziell auch nicht mit dem Sozialismus der DDR geredet. Da gab es keine offiziellen Drähte. Aber inoffiziell musste man natürlich auch reden, um die Existenz zu sichern und das karitative Angebot der Kirche aufrechtzuerhalten.»

Bätzing liess erkennen, dass es in der Deutschen Bischofskonferenz bereits Notfallpläne gebe, falls die Staatsleistungen an die Kirchen oder der Einzug der Kirchensteuer in Sachsen-Anhalt gestoppt würden: «Sollte es zu solchen Übergriffen einer möglichen Regierung kommen (…), dann kann man dagegen klagen, denn das ist nicht rechtens.» Die Gegner der Kirche rechneten damit, dass der Rechtsstreit lange dauern und der Kirche massiven Schaden zufügen würde. «Dann müssen wir einspringen. Das ist uns klar und das ist auch schon zugesagt. Wir lassen die Menschen dort nicht allein.» Vielleicht sei es angeraten, Partnerbistümer in West- und Ostdeutschland schaffen.

«AfD steht für alles, was wir nicht unterstützen»

Bätzing liess keinen Zweifel an der Unvereinbarkeit der AfD-Ideologie mit christlichen Werten: «Diese Partei steht eigentlich für alles, was wir nicht unterstützen. Wir möchten ein plurales Land, in dem Menschen unterschiedlichster Couleur miteinander friedvoll leben können. Wir stärken Europa, weil wir glauben, in einem geeinten, starken Europa lebt die Zukunft auch für unser Land. Wir sagen, wir müssen die Ukraine unterstützen in ihrem Kampf gegen einen Putin, der mit seinem Weltbild nicht an den Grenzen der Ukraine Halt macht.»


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