Jorge Mario Bergoglio hat sich 2013 als erster Papst überhaupt den Namen Franziskus gegeben. Was das für den heiligen Franz von Assisi bedeutet, sagt der österreichische Theologe und Buchautor Markus Hofer im Podcast «Laut + Leis».
«Er hat Franz von Assisi ein bisschen die Show gestohlen. Über die Namenswahl habe ich mich zuerst gewundert, vor allem weil er ein Jesuit ist. Denn früher gab es unzählige Witze über Jesuiten und Franziskaner: Die hochgebildeten Jesuiten haben die weniger gebildeten Franziskaner nicht immer so ernst genommen. Und jetzt nennt sich ein Jesuit, der Papst wird, Franziskus.
Das hat mich natürlich auch gefreut. Denn es steckt schon ein Stück Bekenntnis dahinter: Die ganze Natur-Enzyklika ‹Laudato sí› ist ja der Beginn des ‹Sonnengesangs›. Also das war für mich authentisch.
Doch es war verrückt: In kürzester Zeit haben die Leute unter Franziskus den Papst gemeint und nicht mehr den Heiligen aus Assisi. Ich habe es einmal gegoogelt: Die ganzen Stichworte, die zuerst kamen, bezogen sich alle auf den Papst, wenn ich Franziskus eingegeben habe.
Der Verlag hat ein Buch von mir neu aufgelegt mit dem Titel ‹Franziskus für Männer›. Dann hat mich jemand gefragt: Hat jetzt der Papst ein Männerbuch geschrieben? Die denken bei Franziskus alle an den Papst. In diesem Sinn meine ich, hat er ihm mit der Namensgebung ein Stück weit die Öffentlichkeit gestohlen oder genommen. Ohne böse Absicht, natürlich.»
Das sagt der österreichische Theologe und Buchautor im Podcast «Laut + Leis». Seine Biografie heisst «Franz von Assisi. Ein radikales Leben neu erzählt», erschienen ist sie im Tyrolia-Verlag. (sl)
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