Kirchen nach Wahl in Sachsen-Anhalt besorgt um sozialen Frieden

Nach dem Erfolg der AfD bei den Wahlen in Sachsen-Anhalt schlagen die Kirchen im Bundesland Alarm. Sie sorgen sich um das soziale Miteinander – und appellieren an den Wahlsieger.

(KNA) Den AfD-Sieg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt registrieren die Kirchen mit grosser Sorge. «Das Land ist gespalten. Unsere Sorge gilt dem sozialen Frieden und dem Miteinander der Menschen in unserem Bundesland», teilten das katholische Bistum Magdeburg, die evangelische Kirche in Mitteldeutschland und die evangelische Landeskirche Anhalts am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung in Magdeburg mit.

«Als Kirchen bringen wir eine lange Geschichte der Resilienz mit.»

«Unsere Sorge gilt auch den von der AfD angekündigten Folgen die das Wahlergebnis für Kultur und Bildung, Gemeinwesen und Ehrenamt, Diakonie, Caritas und Kirchen haben wird, für innere und äussere Sicherheit», so die Kirchen weiter. «Als Kirchen bringen wir eine lange Geschichte der Resilienz mit, wir haben Diktaturen und Unterdrückung, Kriege und Krisen überstanden und werden auch weiterhin unsere Türen für alle Menschen öffnen, die Schutz und Ruhe, Heilung und Wegweisung in der Gegenwart Gottes suchen.»

Bischöfe appellieren an Menschenwürde

Der katholische Bischöfe Gerhard Feige richtet zudem eine Forderung an die AfD: «Wir appellieren an die Wahlsieger, die Verfassung unseres Landes wie das Grundgesetz uneingeschränkt zu achten und die Würde aller Menschen zu wahren.» Wer Regierungsverantwortung übernehmen wolle, übernehme auch die Verantwortung für alle Menschen im Land.

Der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer sicherte den Menschen, die Sorge vor einer AfD-Regierung haben, Unterstützung zu. «Wir Kirchen stehen auch nach der Wahl fest an der Seite jener, die mit wachsamem Blick auf die Politik der AfD schauen», so Kramer. «Gemeinsam mit allen engagierten Bürgerinnen und Bürgern werden wir uns weiterhin für die Menschenwürde jedes einzelnen Menschen einsetzen, für Nächstenliebe und für ein solidarisches Miteinander.»

Die Kirchen hatten im Vorfeld der Landtagswahl eindringlich vor den Folgen einer AfD-Regierung und dem völkischen Nationalismus der Partei gewarnt. Unter anderem initiierten sie die Aktionen «Bewusst wählen» und «Herz statt Hetze».

Vorläufiges Endergebnis

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Landtagswahl kam die AfD auf 43,8 Prozent, die CDU auf 17,2 Prozent, die SPD auf 9,3 Prozent, die Grünen auf 8,9 Prozent, die Linken auf 8,6 Prozent und das BSW auf 5,3 Prozent. Damit hat die in Sachsen-Anhalt gesichert rechtsextreme AfD keine absolute Mehrheit für eine Alleinregierung.

Das BSW hat als einzige Partei signalisiert, die AfD punktuell zu unterstützen. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,8 Prozent, ein Rekord seit der Wiedervereinigung.


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