Das Hilfswerk missio sorgt sich um die wenigen verbliebenen Christen im Heiligen Land. Die bedürftigsten Familien unterstützt es jetzt mit dem Programm «Zurück zur Schule».
(KNA) Zerstörung und Gewalt sollen nach Ansicht des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem nicht über die Zukunft junger Menschen und ihrer Familien im Gazastreifen entscheiden. Deshalb übernimmt das Patriarchat mit seiner Initiative «Zurück zur Schule» Bildungskosten für besonders benachteiligte Familien, wie das katholische Hilfswerk missio Aachen am Freitag mitteilte. Missio unterstützt das Programm für Familien in Gaza und im Westjordanland finanziell für die 150 bedürftigsten Familien.
Ziel des Hilfsprogramms ist nach Auskunft des Hilfswerks, Kindern und Jugendlichen trotz Krieg, Armut und Vertreibung den Schulbesuch zu ermöglichen. So sollen im Westjordanland, in Jerusalem und im Gazastreifen Schulen offengehalten oder wieder geöffnet werden.
Gregor von Fürstenberg, Vizepräsident von missio Aachen, sagte, Schule bedeute in dieser Situation weit mehr als Unterricht: «Sie gibt Kindern Alltag, Gemeinschaft und die Erfahrung, dass sie nicht vergessen sind. Bildung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass junge Menschen eines Tages ihre Heimat selbst mitgestalten können.»
Christen in Gaza und im Westjordanland leben nach Hilfswerksangaben seit Jahren unter enormem Druck und sind immer wieder Gewalt, Schikanen und Einschränkungen ausgesetzt. «Ihre Gemeinden dürfen nicht aus ihrer angestammten Heimat verdrängt werden», so von Fürstenberg.
Bewegungsbeschränkungen, der Entzug von Arbeitserlaubnissen und der weitgehende Stillstand des Tourismus erschwerten es vielen Menschen, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Nach Angaben des Patriarchats liegt die Arbeitslosenquote in den christlichen Gemeinden bei 54 Prozent.
So warnt das Lateinische Patriarchat vor einer weiteren Abwanderung der christlichen Bevölkerung. Besonders dramatisch sei die Situation im Gazastreifen: Dort leben nach Angaben des Lateinischen Patriarchats nur noch 541 Christen.
Menschen wurden vertrieben, im Krieg getötet oder starben infolge des Zusammenbruchs der medizinischen Versorgung und des Mangels an lebenswichtigen Gütern. Internationale Solidarität müsse über akute Nothilfe hinausgehen und den Familien eine reale Perspektive geben, in ihrer Heimat bleiben zu können.
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