Rupnik-Mosaiken in Lourdes bleiben bei Papstbesuch komplett verhüllt

Im französischen Marienheiligtum Lourdes waren die Mosaiken von Marko Rupnik lange ein Blickfang. Wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe und spirituellen Missbrauchs ist der ehemalige Jesuit in Ungnade gefallen.

(KNA) In Lourdes bleiben die Mosaiken von Ex-Jesuit Marko Rupnik dauerhaft verhüllt. Das bestätigte eine Sprecherin des französischen Marienwallfahrtsortes der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Bereits im März 2025 waren die grossen Mosaiken auf den Eingangsportalen der Rosenkranz-Basilika bedeckt worden. Anlässlich des bevorstehenden Besuches von Papst Leo XIV. seien die Arbeiten Rupniks nun komplett verhüllt worden und würden dies auch nach der Abreise des Papstes bleiben.

Bereits zuvor hatte der Bischof von Tarbes und Lourdes, Jean-Marc Micas, in der Tageszeitung «La Dépêche du Midi» angekündigt, nach der Visite von Leo XIV. neue Überlegungen zum Umgang mit den Mosaiken anzustellen. Eine bereits bestehende Kommission werde insbesondere Künstler und Theologen mit einbeziehen, um über die künftige Gestaltung der Fassade der Basilika zu beraten.

Verfahren im Vatikan

Als Künstler fertigte der 71-jährige Rupnik Mosaiken für zahlreiche Kirchen und Kapellen in aller Welt. 2023 schloss der Jesuiten-Orden ihn «wegen Ungehorsams» aus; er blieb aber weiter Priester. Ferner bestätigten die Jesuiten, dass Rupnik im Jahr 2020 wegen sexueller Vergehen mit einer erwachsenen Frau und eines schweren Verstoßes gegen das Kirchenrecht zeitweise exkommuniziert, also aus der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen war.

Seit vergangenem Herbst befasst sich ein Sondergericht im Auftrag der vatikanischen Glaubensbehörde mit den Vorwürfen sexueller Übergriffe und spirituellen Missbrauchs gegen Rupnik, die mehrere Ordensfrauen erhoben haben.

Grosses Interesse an Papstbesuch

Papst Leo XIV. hält sich vom 25. bis 28. September zum Staatsbesuch in Frankreich auf. Im Rahmen dieses Besuchs wird er auch in Lourdes erwartet. Nachdem sich dazu 150’000 Teilnehmer eingetragen hatten, wurden am Donnerstag die Anmeldeportale geschlossen. Noch Plätze gibt es offenbar für den Gottesdienst, den der Papst am 28. September im nordfranzösischen Metz feiert.


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