Norwegen trauert um König Harald. Deshalb setzen die Kirchen ein besonderes Zeichen. Nicht nur öffnen sie in den kommenden Tagen landesweit die Türen.
(KNA) Anlässlich des Todes von König Harald V. werden am Freitagmittag in ganz Norwegen Kirchenglocken läuten. Darüber hat die Norwegische Kirche ihre Gemeinden informiert, hiess es in einer am Freitagmorgen veröffentlichten Pressemitteilung. Geläutet werden die Glocken eine Stunde lang – von 12 bis 13 Uhr – in Absprache mit dem Königlichen Hof und der Regierung. Der 89-jährige Monarch war am Freitagmorgen um 6.35 Uhr gestorben.
«Dies ist ein Tag der Trauer für uns als Volk und Nation», betonte Olav Fyske Tveit, leitender Bischof der Norwegischen Kirche. Gleichzeitig empfinde man tiefe und herzliche Dankbarkeit «für alles, was König Harald uns allen zeitlebens bedeutet hat». Auch stünden für Trauernde in den kommenden Tagen landesweit Kirchen offen.
Harald V. war mehr als 35 Jahre König von Norwegen. Er bestieg den Thron am 17. Januar 1991 nach dem Tod seines Vaters Olav V. Auch damals hatten die Glocken landesweit geläutet. Knapp 61 Prozent der gut 5,5 Millionen Norweger gehören der Norwegischen Kirche an. Die lutherische Kirche war lange Staatskirche; heute ist sie Volkskirche.
Der Monarch, der am Freitagmorgen im Alter von 89 Jahren verstorben war, habe sein Leben «wahrhaftig unserem Land und unserem Volk gewidmet», schrieb Bischof Fredrik Hansen von Oslo auf der Homepage der katholischen Kirche von Norwegen.
In Erinnerung behalten werde man Haralds besonnene Führung als Staatsoberhaupt sowie seine menschliche und volksnahe Herzlichkeit, hiess es weiter. Das hätte auch sein Wahlspruch «Alles für Norwegen» gezeigt, den bereits sein Vater und Großvater gewählt hatten.
Treffend sei zudem die Bezeichnung «König des Volkes». «König Harald stand stets an der Seite seines Volkes. Unser Schmerz war auch sein Schmerz.» Hansen erinnerte an den Terroranschlag im Jahr 2011, als der Rechtsextremist Anders Behring Breivik 77 Menschen auf der Insel Utoya tötete. Damals habe der König wie ein Fels in der Brandung gestanden und gemeinsam mit allen geweint. Mit dem Land gefreut habe er sich hingegen bei Sportereignissen wie Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften.
Hansen betonte auch, König Harald V. habe immer wieder auch die Herzen der Katholiken berührt. Er habe Anteil genommen, als Papst Johannes Paul II., Papst Benedikt XVI. und Papst Franziskus verstarben.
Auch Papst Leo XIV. trauert um Norwegens König Harald V. «Ich spreche Eurer Majestät, den Mitgliedern der königlichen Familie sowie dem ganzen Volk mein tief empfundenes Beileid aus», heißt es in einem am Freitag vom Vatikan veröffentlichten Telegramm an den neuen König Haakon VIII.
Der Papst würdigt König Haralds «langjährigen, hingebungsvollen Dienst für das Reich – der hoffentlich weiterhin Früchte tragen wird». Er werde für die ewige Ruhe des Verstorbenen beten. Für das norwegische Volk und alle, die um Harald V. trauern, erbitte er von Herzen den Segen Gottes, «auf dass er Trost und Frieden schenke», so Leo XIV. in dem auf Englisch verfassten Text.
Papst Leo XIV. hatte am Mittwoch Bischöfe und Bischöfinnen der lutherischen Kirche Norwegens im Vatikan empfangen. Als sich die Gesundheitslage des Königs dramatisch verschlechterte, hatte die Delegation ihren Aufenthalt in Rom abgebrochen, um nach Norwegen zurückzukehren.
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