Mehr Beteiligung von Nicht-Geistlichen in der Kirche – das Reformprojekt Synodaler Weg hat hierfür in Deutschland einen Vorschlag ausgearbeitet. Kardinal Woelki glaubt aber nicht, dass der Vatikan die Idee gutheisst.
(KNA) Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki erwartet Korrekturen aus dem Vatikan zu den Vorschlägen des deutschen Reformprojekts Synodaler Weg. «Es wird keinen deutschen Sonderweg geben», sagte er der «Tagespost» in einem Interview zu seinem 70. Geburtstag am Dienstag: «Deswegen ist es gut, dass alles, was in Deutschland erarbeitet worden ist, dem Papst übergeben wurde. Jetzt warten wir darauf, wo der Heilige Vater und seine Mitarbeiter die in meinen Augen notwendigen Korrekturen vornehmen.»
Zuletzt hatte es im November ein Spitzengespräch zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und dem Vatikan gegeben. Dabei ging es um das künftige Statut eines synodalen Gremiums der Kirche in Deutschland. Die sogenannte Synodalkonferenz ist eines der vorläufigen Ergebnisse des 2019 begründeten Reformvorhabens Synodaler Weg. Dabei sollen auch neue Formen einer stärkeren Teilhabe von Laien an Entscheidungen gefunden werden. Rom hatte mehrfach darauf hingewiesen, die Kirche in Deutschland sei nicht befugt, ein gemeinsames Leitungsorgan von Laien und Klerikern einzurichten.
«Wir waren in Deutschland vor allem davon bestimmt, gewisse Beteiligungsformate und Formen der Mitbestimmung umzusetzen», so Woelki weiter: «Dabei haben wir übersehen, dass die Kirche hierarchisch strukturiert und sakramental ist. Es ist nicht unsere Kirche, sondern Seine Kirche. Wir alle leben unter dem Haupt Christi und dem Wort Gottes.»
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