Nur wenige Posten im Vatikan gehen an deutschsprachige Experten. In der päpstlichen Entwicklungsbehörde ändert sich das nun. Der Luzerner Sozialethiker Peter Kirchschläger ist einer von zwei neu ernannten Mitgliedern aus dem deutschsprachigen Raum. Kirchschläger freut sich darauf, in dem Gremium seine Expertise im Bereich Künstliche Intelligenz einzubringen.
(CIC/bal) Papst Leo XIV. hat zwei deutschsprachige Berater für seine Entwicklungsbehörde ernannt, die sich mit Umweltschutz, Migration und humanitären Notsituationen befasst. Wie der Vatikan am Dienstag mitteilte, gehören nun Peter Klasvogt und Peter Kirchschläger zum Beratergremium des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen.
Kirchschläger leitet das Institut für Sozialethik an der Universität Luzern. Klasvogt ist Rektor des Campo Santo Teutonico, des deutschsprachigen Zentrums neben dem Petersdom. Neben ihnen wurden zehn weitere Berater für eine Amtszeit von fünf Jahren ernannt.
«Es handelt sich um eine ausserordentliche Ehre – und zugleich um eine grosse Verantwortung, die ich sehr gerne wahrnehme», sagt Kirchschläger in einer Medienmitteilung der Universität Luzern. Er freue sich darauf, im Gremium unter anderem seine Expertise hinsichtlich der ethischen Regulierung von künstlicher Intelligenz beisteuern zu dürfen. Dabei handelt es sich um einen seiner Forschungsschwerpunkte. Zudem wolle er Impulse im Bereich Menschenrechte, Kinderrechte, Wirtschaftsethik und Entwicklungszusammenarbeit setzen, so der Sozialethiker.
Erfreut über die Ernennung von Peter Kirchschläger zeigt sich in einer E-Mail an kath.ch Helena Jeppesen. «Eine weitere Vernetzung der Schweiz mit dem Vatikan ist sehr wichtig. Gerade auch für die Hilfswerke und Justitia et Pax ist diese Vernetzung wunderbar», schreibt sie. Die Schweizerin war Teilnehmerin an der Weltsynode in Rom und arbeitet beim kirchlichen Hilfswerk Fastenaktion.
Das Dikasterium wurde im Jahr 2017 von Papst Franziskus (2013-2025) gegründet und umfasst die früheren Aufgabengebiete der Päpstlichen Räte für Gerechtigkeit und Frieden, für Migranten und für Gesundheit.
Ebenfalls integriert wurde der Rat «Cor unum». Bislang leitete Kardinal Michael Czerny die Behörde, ab September übernimmt die Ordensfrau Alessandra Smerilli. (ergänzt, 16.47 Uhr, bal)
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