Schwangerschaftsabbrüche ohne klare Begrenzung: Auch der US-Bundesstaat Massachusetts hat seine Gesetze zu Abtreibungen deutlich ausgeweitet. Für die demokratische Gouverneurin ein Zeichen «wahrer Freiheit».
(KNA) Als zehnter US-Bundesstaat hat nun auch Massachusetts die Regelungen für Spätabtreibungen gelockert. Damit könnten Schwangerschaftsabbrüche künftig auch nach der 24. Woche noch durchgeführt werden. Ein entsprechendes Gesetz unterzeichnete die Gouverneurin des Neuengland-Staates, Maura Healey, am Montag (Ortszeit).
Seit der Aufhebung des Grundsatzurteils «Roe v. Wade» von 1973 durch den Obersten Gerichtshof im Juni 2022 gehen immer mehr US-Bundesstaaten eigene Wege in der Regelung von Schwangerschaftsabbrüchen. Eine praktisch unbegrenzte Freigabe wie in Massachusetts ist bislang in neun anderen Bundesstaaten sowie im Hauptstadtdistrikt Washington D.C. möglich.
In anderen Staaten, insbesondere im republikanisch dominierten Süden, wurden gleichzeitig Gesetze erlassen, die Abtreibungen deutlich einschränkten oder faktisch unmöglich machten. Seitdem reisen jährlich Zehntausende Frauen in Bundesstaaten mit liberaleren Regelungen, um Schwangerschaftsabbrüche vornehmen zu lassen.
«Wahre Freiheit bedeutet, dass Entscheidungen über die Gesundheitsversorgung bei den Frauen und ihren Ärztinnen und Ärzten liegen – und nicht bei ihrer Regierung», erklärte Healey über Soziale Medien. «In Massachusetts sollen Frauen und ihre Familien nicht gezwungen sein, für eine Abtreibung die Staatsgrenzen zu überqueren, obwohl Mediziner diese Versorgung in unserem Bundesstaat leisten können.» Die Demokratin sieht das Gesetz auch als Antwort auf die restriktive Politik von US-Präsident Donald Trump.
Die US-Regierung hatte in der Vergangenheit immer wieder einzelne Bundesstaaten dafür kritisiert, liberalere Abtreibungsgesetze zu formulieren. Auch die katholische Bischofskonferenz des Landes spricht sich generell gegen die Freigabe von Schwangerschaftsabbrüchen aus.
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