Brandanschlag und Schändungen in Medjugorje kurz vor Jugendfestival

Mehrere Vandalismusakte haben in der Nacht auf Dienstag den Marien-Wallfahrtsort Medjugorje in Bosnien-Herzegowina erschüttert.

(KAP/KNA) Nach Angaben der Polizei des Kantons Herzegowina-Neretva wurde um 4.30 Uhr die Beschädigung einer Marienstatue auf dem Erscheinungsberg Podbrdo gemeldet. Eine halbe Stunde später ging die Anzeige über einen Brand am Aussenaltar hinter der Pfarrkirche St. Jakobus ein. Das Feuer konnte rasch gelöscht werden und griff nicht auf die Kirche über. Der erst vor kurzem renovierte Altar wurde jedoch beschädigt. Die Polizei sicherte beide Tatorte und leitete Ermittlungen ein.

Ein Tatverdächtiger festgenommen

Nach den Vandalismusakten gegen mehrere religiöse Stätten in Medjugorje am Dienstag hat die Polizei noch am selben Tag einen Tatverdächtigen festgenommen. Wie die Polizei der Gespanschaft West-Herzegowina mitteilte, handelt es sich um einen 31-jährigen ausländischen Staatsbürger, der von Beamten der Polizeistation Citluk identifiziert und festgenommen wurde. Nach bisherigen Ermittlungen steht der Mann im Verdacht, am frühen Dienstagmorgen an mehreren Orten des Wallfahrtsortes Sachbeschädigungen begangen zu haben.

Die Identifizierung gelang laut Polizei unter anderem durch die Auswertung von Überwachungskameras. Der Verdächtige wurde zur weiteren kriminalpolizeilichen Bearbeitung auf die Polizeistation Citluk gebracht, die zuständige Staatsanwaltschaft informiert. Die Ermittlungen zur vollständigen Aufklärung des Falls dauern an. Das Innenministerium dankte Bürgern, Bergrettung, Feuerwehr und Medien für Hinweise, die zur Festnahme beigetragen hätten.

Schmähungen in englischer Sprache

Nach übereinstimmenden Medienberichten beschmierten die Täter mehrere Marienstatuen am Erscheinungsberg Podbrdo und am als Gebetsstätte bekannten «Blauen Kreuz» mit schwarzer Farbe. Auf den Sockel der Statue am Podbrdo wurden Graffitis mit Schmähungen in englischer Sprache geschrieben und Transparente mit Botschaften gegen den Wallfahrtsort, die Jungfrau Maria und die Seher der angeblichen Marienerscheinungen angebracht. Auch vom Kreuzberg Krizevac wurden Spuren von Vandalismus gemeldet.

In sozialen Medien verbreiteten sich zudem Aufnahmen einer Überwachungskamera, die einen Mann zeigen sollen, der gegen 4.46 Uhr den Aussenaltar mit einer Flüssigkeit übergiesst, anzündet und anschliessend flüchtet. Eine offizielle Bestätigung der Echtheit der Aufnahmen lag zunächst nicht vor.

Die Zwischenfälle fallen mit dem Höhepunkt der Pilgersaison in Medjugorje zusammen, wo am 25. Juni der 45. Jahrestag der ersten Berichte von Marienerscheinungen sowie am Samstag (25. Juli) zum Fest des Pfarrpatrons St. Jakobus gefeiert worden war.

Am kommenden Samstag (1. August) beginnt die bereits 37. Auflage des Internationalen Jugendfestivals (Mladifest). Zu dem fünftägigen Glaubenstreffen werden an die 50’000 Jugendliche aus aller Welt erwartet. Der vom Brandanschlag betroffene Aussenaltar steht dabei im Zentrum der Veranstaltung.


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