Die Piusbruderschaft ist nach den illegalen Bischofsweihen Anfang Juli in Ecône nur noch eine Sekte, weil sie vom Vatikan exkommuniziert wurde. Dies hat Sittens Bistumssprecher Paul Martone jüngst in einem Interview nochmals klargestellt. Andererseits haben Walliser Gläubige die Möglichkeit, Messen im lateinischen Ritus mitzufeiern.
Ab August wird Paul Martone jeweils am vierten Sonntag in Termen eine Messe im tridentinischen Ritus lesen. Mit dem Segen des Bischofs von Sitten. Im Interview mit dem «Walliser Boten», das im Medienspiegel von kath.ch im Original nachzulesen ist, erklärt Martone kurz die Besonderheit des lateinischen Ritus.
«Ich wende mich Gott zu, nicht den Leuten hinter mir. Ich stehe vor dem Tabernakel und bin viel weniger abgelenkt», sagt Martone. «Es ist viel stiller, mystischer. Das macht den grossen Unterschied aus. Man hat das Gefühl, direkt vor Gott zu stehen. Natürlich ist Christus auch in den Teilnehmern der «normalen» Messe gegenwärtig. Aber es sind zwei völlig verschiedene Sachen. Ich finde es richtig, dass die Kirche so grosszügig ist und beide Formen dieses Ritus’ zulässt. In der römisch-katholischen Kirche gibt es ja verschiedene Riten, wie den ambrosianischen Ritus oder eigene Riten in Indien. Warum sollte man das hier nicht auch zulassen – aber als Alternative, als Ergänzung und nicht als Kampfmittel.»
«In ihrer Welt muss alles perfekt sein.»
Zur Piusbruderschaft stellt Paul Martone nochmals klar: «Man darf die Piusbruderschaft natürlich nicht nur auf die lateinische Messe reduzieren. Da steckt eine ganze Theologie und ein Weltbild dahinter. Die Piusbrüder lehnen die Öffnung der Kirche durch das Zweite Vatikanische Konzil ab. Für sie gilt immer noch: «Ausserhalb der katholischen Kirche kein Heil». Damit gibt es auch keine Ökumene und keinen Bezug zum Judentum. Es ist eine antidemokratische Bewegung, die eher die Monarchie als ideal sieht. In ihrer Welt muss alles perfekt sein. Auch die Bischofsweihen am 1. Juli in Ecône waren so feierlich inszeniert. Die Liturgie soll ein Vorgeschmack des Himmels sein.» (woz)
*Das Interview «Bistumssprecher Paul Martone redet Klartext: «Die Piusbruderschaft ist jetzt nur noch eine Sekte» ist am 25. Juli im «Walliser Bote» erschienen.
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