Wurde sein Computer gehackt? Bischof Morerod schliesst sein Facebook-Konto

Bischof Charles Morerod, Bischof von Lausanne, Genf und Freiburg (LGF) und Vorsitzender der Schweizer Bischofskonferenz, hat bekannt gegeben, dass er sein Facebook-Konto geschlossen hat. Diese Entscheidung ist auf Fälle von Identitätsdiebstahl zurückzuführen. Ein Mittelsmann wurde inzwischen festgenommen: Es handelt sich um einen in der Schweiz lebenden Minderjährigen.

Raphael Zbinden, cath.ch

«Aufgrund von Identitätsdiebstählen, die Auswirkungen auf die betroffenen Personen hatten, werde ich auf Empfehlung der Polizei (und ohne jegliche Unterstützung seitens Facebook trotz mehrerer Anfragen) mein Facebook-Konto schliessen», teilte der Bischof am 17. Juli auf dem sozialen Netzwerk mit. «Auch wenn diese Plattform mittlerweile an Bedeutung verloren hat, bedauere ich, dass ich Ihnen nun keine Glückwünsche mehr zu Ihren Geburtstagen senden kann», fügt er hinzu.

Gefälschtes Facebook-Profil

Ein Unbekannter gab sich auf einem gefälschten Facebook-Profil unter seinem Namen als der Bischof aus. «Von dem Konto des Betrügers aus wurden irreführende Nachrichten an die Opfer verschickt; das Konto wurde anschliessend gelöscht», erklärt Charles Morerod gegenüber der Tageszeitung La Liberté.

Trotz der Löschung dieses gefälschten Profils bleibt die Frage nach einer Form des verdeckten Hackerangriffs bestehen. «Wenn die Opfer auf meinem echten Konto meine ‹Facebook-Freunde› werden, erscheinen ihre Nachrichten – nicht jedoch die des Betrügers – in meinem Messenger-Konto (dem Messaging-Dienst von Facebook, Anm. d. Red.)», versichert Bischof Morerod.

Es bestehe weiterhin der Verdacht auf einen Einbruch in seinen Computer. Die Löschung des Kontos soll dazu dienen, eine Sicherheitslücke zu schliessen.

Ein Mittelsmann festgenommen

Der Bischof von LGF hat Anzeige gegen den Urheber der Identitätsfälschung erstattet, doch dieser konnte bislang nicht identifiziert werden. Dank der Rückverfolgung einer Geldüberweisung konnte ein Mittelsmann festgenommen werden: Es handelt sich um einen in der Schweiz lebenden Minderjährigen, der zu einer Geldstrafe und gemeinnütziger Arbeit verurteilt wurde, erklärt Laure-Christine Grandjean, Sprecherin der Diözese.

Charles Morerod hat selbst zwei Opfer identifiziert, die – teilweise über längere Zeit – mit seinem Betrüger in Kontakt standen, geht jedoch davon aus, dass es noch weitere gibt. In einem Fall wurde einem Opfer Geld erpresst.

Im März 2025 warnte die Diözese LGF vor betrügerischen E-Mails, die angeblich vom Bischof «unterzeichnet» waren. Es handelte sich um einen «Phishing»-Versuch, der darauf abzielte, an vertrauliche Daten zu gelangen und/oder Geld zu erpressen. (Adaptation: woz)


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