Russland ist im Weltkirchenrat vertreten, nicht aber die Ukraine. Das sorgt für Streit. Die ukrainische griechisch-katholische Kirche wirbt für eine Aufnahme der Orthodoxen Kirche der Ukraine in den ÖRK.
Die Führung des Weltkirchenrats ÖRK hat sich in Kiew mit ukrainischen Religionsvertretern getroffen. Bei den Gesprächen mit ÖRK-Generalsekretär Jerry Pillay und dem Vorsitzenden des Zentralausschusses Heinrich Bedford-Strohm warb der griechisch-katholische Grosserzbischof von Kiew, Swjatoslaw Schewtschuk, für eine Aufnahme der eigenständigen Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU) in den Weltkirchenrat. Die Stimme der Ukraine solle gehört werden, sagte Schewtschuk nach Angaben seiner Kirche.
Im Ökumenischen Rat der Kirchen sind derzeit 356 christliche Religionsgemeinschaften aus mehr als 120 Ländern vertreten: protestantische, anglikanische, orthodoxe und altkatholische Kirchen sowie kirchliche Gemeinschaften. Die römisch-katholische und die mit Rom verbundene griechisch-katholische Kirche sind nicht Mitglied des ÖRK. Einen Beitritt seiner eigenen Kirche zum Weltkirchenrat strebt Schewtschuk nicht an.
Der Weltkirchenrat hat bisher keine ukrainische Konfession aufgenommen. Besonders die im Dezember 2018 mit Hilfe des Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios I., gegründete Orthodoxe Kirche der Ukraine bemüht sich um eine Mitgliedschaft im ÖRK.
Mehrere orthodoxe Kirchen, darunter die russische, lehnen eine Aufnahme der OKU aber ab und unterstützen eine andere orthodoxe Kirche des Landes, die Ukrainische Orthodoxe Kirche (UOK). Die Regierung in Kiew wirft der UOK Verbindungen zum orthodoxen Moskauer Patriarchen Kyrill I., einem Befürworter des russischen Angriffskriegs, vor und geht hart gegen sie vor.
Der ÖRK unterhält seit einigen Jahren Kontakte zur OKU und liess Vertreter der ukrainischen Kirche auch schon auf seinen Vollversammlungen sprechen. Die russisch-orthodoxe Kirche gehört dem ÖRK seit 1961 an und ist nach der Zahl der Gläubigen das grösste Mitglied. Sie zählt auch die Ukraine zu ihrem kanonischen Territorium und spricht der OKU das Existenzrecht ab.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
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