Pionierprojekt: Neues Kochbuch bringt pflanzliche Küche in die Pfarrei

Ob Suppentag, Gemeindefest oder Brunch: Mit einem neuen Kochbuch will der Arbeitskreis Kirche und Tier (AKUT) Pfarreien zu mehr pflanzlichen Gerichten inspirieren. «Es schliesst eine Lücke, weil es gezielt auf die Anlässe und Bedürfnisse im kirchlichen Umfeld zugeschnitten wurde», sagt Geschäftsleiterin Eveline Schneider Kayasseh.

Jacqueline Straub

Mit dem neu erschienenen Kochbuch «Pflanzlich kochen mit Herz und Verantwortung» lädt der Arbeitskreis Kirche und Tier (AKUT) dazu ein, die pflanzliche Küche als unkompliziert, genussvoll und alltagstauglich zu entdecken.

Die 48-seitige Broschüre richtet sich insbesondere an das Kochen im kirchlichen Kontext – etwa bei Gemeindeanlässen, Suppentagen, Apéros, Brunches oder gemeinsamen Essen. Gleichzeitig sind sämtliche Rezepte für vier Personen berechnet und damit auch für den privaten Gebrauch geeignet, heisst es in einer Mitteilung von AKUT.

Darin finden sich Rezepte wie Melonen-Gurken-Carpaccio mit Minze, Pizzaschnecken, Kartoffel-Gemüse-Gratin, Kürbisrisotto mit getrockneten Steinpilzen, ein Rhabarber-Crumble mit Vanille und Haferstreuseln oder auch ein Königskuchen mit Rosinen.

«Wir möchten zeigen, dass eine tierfreundliche Küche wunderbar unkompliziert, alltagstauglich und genussvoll sein kann», sagt Eveline Schneider Kayasseh, Geschäftsleiterin von AKUT, gegenüber kath.ch.

Bislang wird an Pfarreifesten jedoch häufig fleischhaltige Speisen serviert. «Das hat vermutlich viel mit tief verwurzelten Gewohnheiten und Traditionen zu tun. Ein Essen wird in unserer Kultur oft noch automatisch mit Fleisch in Verbindung gebracht», sagt Schneider Kayasseh.

Berührungsängste abbauen

Gleichzeitig gebe es in den Organisationsteams die Sorge, dass pflanzliche Alternativen in der Zubereitung für grössere Gruppen zu aufwendig seien oder geschmacklich nicht genügend Anklang fänden. «Manchmal fehlt auch schlicht die Inspiration oder ein bewährtes Rezept, das für alle funktioniert.» Genau diese Berührungsängste wolle das Kochbuch abbauen. «Wir möchten zeigen, wie einfach und lecker pflanzliches Essen sein kann.»

Der Anstoss für das Rezeptbuch kam aus dem Kreis der AKUT-Mitglieder. Die Förderung einer pflanzlichen Ernährung gehört seit vielen Jahren zu den Anliegen des Vereins. «Sie ist für uns ein wichtiger Ausdruck der Verantwortung gegenüber der gesamten Schöpfung und eines achtsamen sowie gerechten Umgangs mit den Tieren als unseren Mitgeschöpfen», sagt Schneider Kayasseh.

Bei der Umsetzung sei es wichtig gewesen, etwas Praktisches zu schaffen, «das direkt aus der kirchlichen Lebensrealität kommt». Deshalb arbeitete AKUT mit zwei Personen zusammen, die den kirchlichen Alltag gut kennen.

Mit der Veröffentlichung des Kochbuchs verbindet Schneider Kayasseh die Hoffnung, dass die Rezepte ihren Weg auf viele gemeinsame Tische finden. «So können wir dem wichtigen Leitgedanken der Tierwürde auf eine ganz greifbare und positive Art im kirchlichen Miteinander Raum geben.»

Für Schneider Kayasseh ist das Kochbuch ein Pionierprojekt. «Es schliesst eine echte Lücke, weil es nicht einfach eine weitere Kochbroschüre ist, sondern gezielt auf die Anlässe und Bedürfnisse im kirchlichen Umfeld zugeschnitten wurde.» Ein Projekt, das den Schutz der Tierwürde so unmittelbar und einladend mit dem Kochen im kirchlichen Alltag verbinde, sei in dieser Form etwas Besonderes.

Die Broschüre kann bei AKUT kostenlos unter info@akut-ch.ch bestellt werden. Zudem steht sie als kostenloser Download zur Verfügung.


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