Wie werden wir geschützt? Infos zum neuen Konzept gegen Missbrauch im Bistum St. Gallen

Im Bistum St. Gallen ist ab August ein neues Präventions- und Schutzkonzept in Kraft. Initiiert wurde es im Nachgang der 2023 publizierten Pilotstudie zur Geschichte des sexuellen Missbrauchs in der katholischen Kirche. Ab August wird es an vier Orten vorgestellt.

Regula Pfeifer

Das Bistum St. Gallen hat ab August ein neues Präventions- und Schutzkonzept zur Wahrung der körperlichen, geistigen und seelischen Integrität. Das teilen das Bistum sowie der Katholische Konfessionsteil des Kantons St. Gallen mit.

Informationen aus erster Hand

Dieses Konzept wird ab Mitte August in Wil, Teufen, Jona und Buchs vorstellt. Damit erhalten Interessierte «aus erster Hand die wichtigsten Eckpunkte dieses Konzepts», so die Mitteilung. Bistum und Kantonalkirche möchten so das neue Präventions- und Schutzkonzept in der Kirche «breit verankern».

An den Informationsabenden erhalten die Teilnehmenden einen Einblick in das Konzept – auch anhand von Fallbeispielen. Sie erfahren, an wen sie sich bei persönlicher Betroffenheit, bei einem Verdacht oder bei Fragen wenden können.

Bistum und Kantonalkirche gemeinsam engagiert

Mit dem neuen Konzept verstärke die katholische Kirche den Schutz vor Grenzverletzungen und sexualisierter sowie spiritueller Gewalt, lässt sich die Präventionsbeauftragte im Bistum St. Gallen, Dolores Waser Balmer, zitieren. Das Konzept entstand «im paritätischen Miteinander im Bistum und Konfessionsteil und ist somit für die pastorale wie auch staatskirchenrechtliche Seite von grosser Bedeutung».

Das neue Präventions- und Schutzkonzept ist eine direkte Folge der Pilotstudie zur Geschichte des sexuellen Missbrauchs im Umfeld der katholischen Kirche, welche die Kirche selbst in Auftrag gegeben hatte. Jene Studie wurde im September 2023 publiziert – unter grossem Echo. Im November darauf reichte der St. Galler Kirchenpolitiker Stefan Meier, ein Kollegienrat, die Motion «Wir schauen hin» mit 98 Mitunterzeichnenden ein, die später zu einem Postulat umgewandelt wurde.

Bald beschäftigte sich eine aus Bistum und Konfessionsteil zusammengesetzte Arbeitsgruppe mit der Überarbeitung des bisherigen Schutzkonzepts und einer neuen Organisationsstruktur. Dies führte zum demnächst gültigen neuen Präventions- und Schutzkonzept.

Bisheriges Schutzkonzept von 2017

Das frühere «Schutzkonzept für die seelische, geistige und körperliche Integrität der Menschen im Bereich des Bistums St. Gallen» ist seit November 2017 in Kraft. Damals richtete die katholische Kirche des Bistums St. Gallen gleichzeitig eine unabhängige Ombudsstelle ein, die als Anlaufstelle für Gewalt und Konflikte an der Arbeitsstelle zuständig war. Um sexualisierte Gewalt kümmerte sich bereits seit 2002 das Fachgremium gegen sexuelle Übergriffe.

Ab 1. August wird nun dieses Schutzkonzept durch ein neues ersetzt – wobei auch die Organisationsstrukturen verändert sein werden. Wie genau, wird an den Informationsanlässen – und auch auf kath.ch – zu erfahren sein. Zu den Anlässen sind kirchliche Mitarbeitenden, Rätinnen und Räte, freiwillig Engagierte und weitere Interessierte eingeladen.


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https://www.kath.ch/newsd/wie-werden-wir-geschuetzt-infos-zum-neuen-konzept-gegen-missbrauch-im-bistum-st-gallen/