Bezahlarmbänder und Souvenir-Wein: Die Piusbruderschaft macht aus verbotenen Bischofsweihen ein viertägiges Grossereignis. Ausgerechnet die Modernisierungsgegner setzen dabei auf Hightech.
(CIC) Kirchenausschluss mit Festival-Accessoires: Die traditionalistische Piusbruderschaft zelebriert ihre vom Papst verbotenen Bischofsweihen am Mittwoch im Rahmen eines viertägigen Spektakels. Zwar widersetzt sich die Gemeinschaft der Modernisierung der katholischen Kirche seit 1962, begeht jedoch den Weg in die nächste Exkommunikation technisch fortschrittlich.
Die spendenfinanzierte Priesterbruderschaft Sankt Pius X. hat für die «vier aussergewöhnlichen Tage» im Schweizer Ort Écône einen eigenen Internetauftritt eingerichtet. Darüber können Interessierte einen sogenannten Écône-Pass erwerben, um an der unerlaubten Bischofsweihe von vier Männern teilzunehmen.
Unterschieden wird zwischen Gläubigen, Klerus, organisierten Gruppen und Presse. Abgefragt werden das Verkehrsmittel der Anreise – vom Fahrrad bis zum Wohnmobil -, die Teilnahme an den verschiedenen Tagen sowie an den Mahlzeiten.
Vor Ort wird bargeldlos mit einem NFC-Armband bezahlt, das jeder Teilnehmer bei der Anmeldung erhält. Online lässt sich das drahtlose Bezahlmittel bereits mit Beträgen zwischen 20 und 100 Schweizer Franken aufladen: «Es ist einfach, schnell, und nicht verwendetes Guthaben wird Ihnen zurückerstattet.»
Genutzt werden kann es für Einkäufe von Mahlzeiten, Getränken und Souvenirs. Als Andenken an einen weiteren Bruch mit Rom können die Teilnehmer eine Wein-Geschenkbox «Cuvée Écône 2026» in limitierter Auflage erstehen. Die vier Flaschen mit verschiedenen Rotweinen sind mit besonderen Etiketten versehen, die Bischofs-Insignien zeigen.
«Nehmen Sie eine Erinnerung an dieses historische Ereignis mit», heisst es auf der Website. Kostenpunkt: 75 Schweizer Franken (etwa 81 Euro). Seit Montag begehen die Piusbrüder die Feierlichkeiten rund um die Bischofsweihe. Am ersten Tag weihte die Gemeinschaft neue Priester, am Dienstag feiern diese ihre ersten Messen. Nach den Bischofsweihen am Mittwoch endet die Veranstaltungsreihe mit der ersten Messe des Schweizers Pascal Schreiber als Bischof. Neben dem Leiter des deutschen Priesterseminar der Bruderschaft werden noch ein US-Amerikaner und zwei Franzosen die Weihe empfangen.
Die Piusbrüder hatten die geplanten Weihen, die der Vatikan ausdrücklich untersagt, im Februar dieses Jahres bekanntgegeben. Da sie damit laut Kirchenrecht eine Spaltung vollziehen, werden die Beteiligten automatisch exkommuniziert.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/kirchenausschluss-mit-festivalbaendchen-piusbrueder-vor-bischofsweihe/