Im Kanton Tessin werden die Schülerinnen und Schüler ab September bereits in der ersten Klasse der Oberstufe Deutsch lernen. Das tangiert unter anderem den freiwilligen Religionsunterricht.
(catt.ch/bal) Bislang startete der Deutschunterricht an der Volksschule im Tessin in der zweiten Klasse der Oberstufe, also der Sekundarschule, die hier vier Jahre dauert. Ab dem Beginn des kommenden Schuljahres 2026/27 ändert sich dies. Neu werden bereits die Schülerinnen und Schüler der ersten Oberstufenklasse in Deutsch unterrichtet.
Dass die Jugendlichen ein Jahr früher die Landessprache Deutsch lernen müssen, hatte der Grosse Rat im Frühjahr 2023 beschlossen. Die Regierung ihrerseits entschied, konkret zwei Deutschlektionen einzuführen, ohne die Gesamtzahl der Lektionen zu erhöhen. Das geht auf Kosten anderer Fächer, unter anderem von Französisch und dem freiwilligen Religionsunterricht.
Der Religionsunterricht wird auf Randzeiten verlegt und findet künftig mittags oder am Ende des Schultages statt. Die Neuregelung hat Folgen. Für das kommende Schuljahr sei ein deutlicher Rückgang der Anmeldungen für den Religionsunterricht zu verzeichnen, sagt Emanuela Di Marco gegenüber dem Tessiner Newsportal catt.ch.
Der Priester ist Interimsleiter des Diözesanbüros für schulischen Religionsunterricht. Aktuell besuchen demnach 40 Prozent der Schülerinnen und Schüler den Religionsunterricht, fürs kommende Schuljahr haben sich noch 28 Prozent angemeldet.
«Mit dem DECS, dem Erziehungs-, Kultur- und Sportdepartement, arbeiten wir gut zusammen», sagt Di Marco weiter. «Wir prüfen jede Schule, um die besten Lösungen zu finden, damit der Religionsunterricht nicht in allzu ungünstigen Zeitfenstern stattfinden muss. Wir sind uns aber bewusst, dass dies nicht überall gewährleistet werden kann.» Die Entscheidung des Kantons belaste auch die Religionslehrerinnen und -lehrer. Das sind laut dem Priester 25 Lehrkräfte, die alle in Teilzeit arbeiten. (Übersetzung und Adaption aus dem Italienischen: bal)
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