Kölner Dom kostet ab Juli zwölf Euro Eintritt

Der Kölner Dom ist die wohl berühmteste deutsche Kirche. Für die jährlich etwa sechs Millionen Besucher ist er bislang kostenlos zugänglich. Ab Juli wird nun aber eine Eintrittsgebühr fällig. Gottesdienstbesucher sind davon ausgenommen.

(woz) Mit den Eintrittsgeldern sollen die gestiegenen Kosten etwa für den Schutz des Denkmals gedeckt werden, wie das Domkapitel am Dienstagvormittag mitteilte. Unter anderem für Gottesdienstbesucher bleibe der Zutritt zum Dom aber kostenfrei. Auch Kinder bis 13 Jahre sowie Menschen mit schweren Behinderungen und ihre Begleitpersonen müssen nichts zahlen.

Eine ermässigte Gebühr von 6 Euro soll demnach unter anderem für Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren, Auszubildende oder Studierende gelten. Zudem sind einzelne kostenfreie Besuchszeiten etwa an kirchlichen Feiertagen und an ausgewählten Aktionstagen vorgesehen.

Höhe der Gebühr sorgt für Unverständnis

Bei einer spontanen Umfrage des Westdeutschen Fernsehens auf der Domplatte zeigte sich, dass einige der Befragten offenbar keine Einwände gegen einen maßvollen Eintrittspreis haben. Allerdings sorgte die Höhe der Gebühr für Unverständnis. «12 Euro Eintritt, das wird für viele nicht bezahlbar sein. Das ist schon happig», so Helgard Heinrich, die wegen einer Rheinkreuzfahrt in Köln zu Besuch ist.

«Wenn man weiss, was das an Erhalt kostet, dann kann das ja nicht nur von der Kirchensteuer der Katholiken und vom Staat bezahlt werden.»

Doch auch Gegenstimmen gab es auf der Domplatte. Ein Kölner etwa wies darauf hin, dass Kirchen mittlerweile überall auf der Welt Eintritt nähmen. «Wir waren jetzt in Mailand, ich glaube die nehmen 18 Euro. Und wenn man weiss, was das an Erhalt kostet, dann kann das ja nicht nur von der Kirchensteuer der Katholiken und vom Staat bezahlt werden.» Er findet die Regelung in Ordnung, wendet allerdings ein, dass er sich für die Einwohner Kölns eine Ausnahmeregelung wünsche.

UNESCO-Weltkulturerbe kostet pro Tag 44’000 Euro

Die Domverantwortlichen hatten den Schritt bereits im März angekündigt und mit finanziellen Engpässen begründet: Der Kölner Dom gibt mehr Geld aus, als er einnimmt. «Der Dom kostet Geld, der Dom braucht viel Geld», sagte Domrendant Clemens van de Ven. Das UNESCO-Weltkulturerbe koste pro Tag 44’000 Euro. «Da ist natürlich auch der Eintrittspreis von 12 Euro mehr als willkommen.»

Insgesamt sechs Millionen Menschen besuchen die Kathedrale jedes Jahr. Es bestehe wohl keine Gefahr, dass die Zahl der Besucher durch die Gebühr merklich abnimmt, hieß es. Wer nach Köln komme, wolle in der Regel den Dom sehen, sagte der leitende Geistliche des Kölner Doms, Dompropst Guido Assmann. «Touristen von fernen Ländern sind ganz andere Preise gewöhnt.»

Über verschiedene Eingänge zur Kathedrale

Organisiert werden soll das neue System über verschiedene Eingänge zur Kathedrale: Wer nur beten oder eine Kerze anzünden wolle, soll künftig den Nordeingang nutzen. «Das ist gerne hier und heute versprochen: Den Bereich um die Schmuckmadonna zu besuchen, um eine Kerze anzuzünden, und das ‘mal eben in den Kölner Dom gehen’, das soll weiter möglich sein – auch ohne Eintritt zu bezahlen. Das ist unser eigenes Anliegen.» Die Domverantwortlichen schlossen nicht aus, dass sich auch einzelne Touristen über den Eingang in die Kirche «schummeln». Das könne man nie ganz verhindern.

Übrigens: Der künftige Eintrittspreis in den Kölner Dom ist noch verhältnismässig günstig. Der Eintritt in die Sagrada Familia in Barcelona kostet 26 Euro, in den Mailänder Dom für Erwachsene 13,53 Euro, in den Berliner Dom 15 Euro. Wenn man am Petersdom micht anstehen will, kostet es 7 Euro. Allerdings: Der frisch restaurierte Notre-Dame-de-Paris ist nach wie vor gratis,


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https://www.kath.ch/newsd/koelner-dom-kostet-ab-juli-zwoelf-euro-eintritt/