Das Wiborada-Jubiläumsjahr erreicht seinen Höhepunkt: Morgen, am 2. Mai 2026 feiert St. Gallen den 1100. Todestag seiner Stadtpatronin mit einem grossen Fest auf dem Areal St. Mangen. Flankiert wird es von einer kritisch-historischen Veranstaltungsreihe im Kulturlokal Palace sowie einem neuen kostenlosen Lehrmittel für Schulklassen.
(woz) Von 14 bis 22 Uhr wird das Areal St. Mangen zur Festmeile: mit Musik, Lesungen, einem Festakt in der Kirche, dem neuen Frauenstadtrundgang «Wiboradas Schwestern» und dem eigens gebrauten Wiborada-Fenchelbier. Auf der Bühne stehen die Velvet Two Stripes, die Punkband Rednova, die Frauestriichmusig, DJ Kutschenfahrt und die Kabarettformation CareBelles. Für Kinder gibt es ein Programm vom Figurentheater St.Gallen und weiteren, teilt der Verein Wiborada Jubiläum 2026 mit.
Der Verein Wiborada-Jubiläum lädt die Bevölkerung ein, gemeinsam zu erinnern, zu feiern und den Blick von der Geschichte in die Gegenwart und die Zukunft zu richten. Stadtpräsidentin Maria Pappa hält um 17:30 Uhr die Festrede. Der Eintritt ist frei.
Wer war Wiborada wirklich – und was passiert, wenn man eine mittelalterliche Frau zur Heldin macht? Diesen Fragen geht der Verein Wiborada-Jubiläum im Rahmen der Erfreulichen Universität im Palace nach, in Zusammenarbeit mit dem Archiv für Frauen- und Sozialgeschichte Ostschweiz und der Bibliothek Wyborada. Beginn ist jeweils um 19:30 Uhr.
Am 5. Mai diskutieren Professorin Caroline Arni (Universität Basel) und Journalistin Jasmine Lörchner (Podcast «Herstory») über die Chancen und Tücken des biografischen Erzählens von Frauenleben. Am 12. Mai beleuchtet Mediävistin Tanja Scherrer weibliche Handlungsspielräume im Mittelalter. Den Abschluss bildet am 19. Mai ein Generationengespräch zum 40-Jahr-Jubiläum der Bibliothek Wyborada.
Pünktlich zum Jubiläum erscheint ein neues, kostenloses Unterrichtsmaterial für die Zyklen 1 bis 3. Konzipiert von Anna Beck-Wörner und illustriert von Maj Lisa Dörig führt das Lehrmittel die Schülerinnen und Schüler in sieben Stationen durch Leben und Stadt: vom Wiboradagarten in St.Georgen über die Stiftsbibliothek bis zur neuen Passerelle bei St.Mangen. Themen sind Gemeinschaft, Lebensformen, Schriftkultur und Wohlbefinden – verankert im Lehrplan 21.
Das Geschichtslehrmittel ermöglicht Schulen eine altersgerechte und zeitgemässe Auseinandersetzung mit Wiborada abseits des Religionsunterrichts und trägt dazu bei, ihr Wirken und mit ihr verbundene Themen nachhaltig über das Jubiläumsjahr hinaus greifbar zu machen.
Stadtpräsidentin Maria Pappa schreibt im Vorwort: «Wiboradas Geschichte eröffnet vielfältige Zugänge: zu Glauben, Geschlechterrollen und regionaler Identität. Vor allem aber zeigt sie, welches Potenzial in selbstbestimmten Entscheidungen liegt – gerade für Frauen, deren Stimmen in der Geschichte oft überhört wurden. Zugleich fördert die Auseinandersetzung mit Wiborada das historische Denken, indem gelernt werden kann, Quellen einzuordnen, Perspektiven zu hinterfragen und Vergangenheit mit der eigenen Lebenswelt in Beziehung zu setzen.»
Im Rahmen des Jubiläumsjahrs wird Wiborada mit einem gesellschaftlich breit angelegten Programm geehrt. Teil davon ist auch das erfolgreich angelaufene Projekt Da-Sein: Seit Januar bewohnt jeden Tag jemand die Wiborada-Zelle bei St. Mangen. Der Andrang sei überwältigend, so der Verein Wiborada, sie sei bereits bis in den Herbst hinein ausgebucht. Unter anderem angemeldet haben sich Stadtpräsidentin Maria Pappa (13.6.), Stiftsbibliothekar Cornel Dora (29.6.) und Regierungsrätin Susanne Hartmann (13.8.). Weitere kommen laufend hinzu, Interessierte können sich hier anmelden: https://wiborada-ist-da.ch/da-sein/
All diese Initiativen und Veranstaltungen sind Teil des gemeinsamen Jubiläumsjahrs und ebenfalls in der öffentlichen Agenda aufgeführt. Die laufend aktualisierte Agenda mit sämtlichen Veranstaltungen des Vereins inklusive der Anlässe von Partnerinstitutionen ist online abrufbar unter: wiborada-ist-da.ch/die-agenda
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/zum-1100-todestag-der-heiligen-wiborada-steigt-nicht-nur-ein-grosses-fest/