In rund zwei Wochen beginnen Bauarbeiten an der Kirche des Wallfahrtsortes Maria Bildstein in Benken SG. Sie bekommt unter anderem ein neues Dach. Während der Renovation bleibt sie zeitweise geschlossen, Gottesdienste finden teils im Freien statt. Mit der Epiphanie-Kollekte haben Katholikinnen und Katholiken schweizweit die Finanzierung des Projekts unterstützt.
Barbara Ludwig
Die Kirche des Marienwallfahrtsortes Maria Bildstein auf dem Benkner Büchel wurde 1966 erbaut. Weil das Gebäude nicht isoliert ist, kämpft die Trägerschaft mit steigenden Stromkosten. Wie kath.ch bereits im Januar 2025 berichtete, sollen bauliche Massnahmen Abhilfe schaffen. Dazu zählt insbesondere die Sanierung des Kirchendachs. Die Bauarbeiten starten am 4. Mai und dauern bis Mitte Juli.
Durch den Einbau einer Wärmedämmung sollen Energieverlust verhindert und die Stromkosten gesenkt werden. Das eigentliche Dach, das aus asbesthaltigen, mittlerweile spröde gewordenen Eternitplatten besteht, wird entfernt und durch ein neues ersetzt. Geplant ist zudem eine Photovoltaik-Anlage auf der südlichen Dachseite und eine bessere Steuerung der Heizung.
Boden und Rückwand der Empore an der Giebelfassade West sind nicht isoliert und müssen ebenfalls gedämmt werden. 2024 wurde im Innern der Orgel, die sich auf der Empore befindet, Schimmel festgestellt – eine Folge der fehlenden Isolation.
Dölf Widmer, Präsident des Stiftungsrates Maria Bildstein, stellt auf Anfrage von kath.ch klar, dass das Projekt keine komplette Aussenrenovation umfasst. Eine solche habe man um die Jahrtausendwende durchführen lassen. Damals sei das gesamte Mauerwerk entfeuchtet worden und habe einen neuen Verputz erhalten.
«Jetzt werden lediglich schafhafte Stellen des Verputzes ausgebessert. Und das Mauerwerk – konkret die Nordfassade und die Südfassade – erhält einen neuen Anstrich», sagt Widmer.
Die Kosten für das Projekt belaufen sich laut dem neusten Kostenvoranschlag auf rund 682’000 Franken. Die erste Kostenschätzung von 532’000 Franken (plus minus 20 Prozent) habe sich zu tief erwiesen, berichtet der Präsident des Stiftungsrates. «Wir sind enttäuscht von der ersten Kostenschätzung. Das Projekt wird jetzt mehr als ein Viertel teuer.»
Dafür verantwortlich sei indes weder eine Teuerung noch eine Ausweitung des Projekts, versichert er. Das Einzige, was neu hinzukomme, sei die Erneuerung der Aussenlautsprecher. Grund: «Wenn ein Jodelklub auftritt, scheppert es jedes Mal. Aber wenn der Kirchenchor singt, funktionieren die Aussenlautsprecher», sagt Widmer mit einem Schmunzeln. Zählt man die Erneuerung der Aussenlautsprecher hinzu, fallen Kosten von insgesamt rund 690’000 Franken für die Renovierung an.
Wie die «Linth-Zeitung» am Montag berichtete, ist das Geld mehr oder weniger zusammen. Unterstützung erhielt die Wallfahrtsstiftung unter anderem vom Katholischen Konfessionsteil des Kantons St. Gallen (150’000 Franken) und vom Bistum St. Gallen (20’000 Franken). Der Kanton hat 30’000 Franken aus dem Energieförderungsprogramm zugesichert.
Zudem profitiert die Wallfahrtsstätte von der Epiphanie-Kollekte 2025, also von den Spenden, die Katholikinnen und Katholiken im vergangenen Jahr in den Gottesdiensten an Epiphanie zugunsten verschiedener Bauprojekte gemacht haben. Vom Gesamterlös der Kollekte bekommt Maria Bildstein 151’000 Franken, einen Drittel davon als Darlehen, dass an die Inländische Mission zurückbezahlt werden muss, sagt Dölf Widmer.
Die Inländische Mission hilft mit der Epiphaniekollekte Pfarreien, Kirchgemeinden und Wallfahrtsorten, die zu wenig Mittel haben für die Renovation von Sakralbauten.
Die Baumassnahmen schränken die Nutzung der Wallfahrtskirche Maria Bildstein ein. Aus Sicherheitsgründen müsse auch in der Kirche ein Gerüst aufgestellt werden, heisst es auf der Webseite von Maria Bildstein. Aus diesem Grund könne die Kirche von Montag, 4. Mai, bis voraussichtlich am Freitag, 26. Juni, nicht betreten werden.
Die Eucharistiefeiern am Samstagnachmittag um 15 Uhr und am Sonntagvormittag um 10.15 Uhr werden demnach in der Zeit vom 4. Mai bis am 21. Juni bei trockener Witterung im Freien vor der Kirche, ansonsten in der Krypta gefeiert. Zur Krypta gelangt man über einen Seiteneingang.
Die Gottesdienste an den Werktagen finden vom 4. Mai bis 24. Mai im sogenannten Bilderhort statt, anschliessend vom 26. Mai bis zum 26. Juni in der Krypta. Der Bilderhort ist ein Gebäude, das sich circa 100 Meter von der Kirche entfernt befindet, gegenüber vom Priesterhaus und vom grossen Parkplatz. Darin werden laut Widmer alte Gemälde aufbewahrt, die frühere Wallfahrtskapellen schmückten.
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