Papst Leo XIV. ruft alle Kardinäle nach Rom

Der Vatikan hat Termin und Ablauf der kommenden Kardinalsversammlung bekanntgegeben. Ende Juni kommen Kardinäle aus aller Welt zu einem ausserordentlichen Konsistorium zusammen, um zentrale Fragen der Kirche zu beraten. Das ist ein äusserst seltenes Ereignis.

Benedikt Heider

(CIC) Der Dekan des Kardinalskollegiums, Giovanni Battista Re, hat Termin und Ablauf des kommenden Konsistoriums im Vatikan bekanntgegeben. In einem Schreiben, das jüngst an alle Kardinäle der katholischen Kirche geschickt wurde, nannte er den 26. Juni, 9 Uhr, als Beginn der zweitägigen Versammlung.

Die Beratungen der Kardinäle finden demnach am Freitag und Samstag jeweils vormittags und nachmittags statt. Am Sonntag, 28. Juni, ist eine feierliche Messe in Konzelebration mit Papst Leo XIV. geplant.

Den Abschluss bildet am Montag eine weitere Messe anlässlich des Hochfestes Peter und Paul. Bei dieser Gelegenheit werden, wie bereits vorher verlautete, die neuen Metropolitan-Erzbischöfe der katholischen Kirche das Pallium als Ehrenzeichen erhalten. Weitere Details zum Programm sollen, so Re, zu einem späteren Zeitpunkt folgen.

Liturgie als Thema?

Bereits im Januar war angekündigt worden, dass Papst Leo XIV. und die Kardinäle ihre Beratungen über zentrale Fragen der katholischen Kirche Ende Juni fortsetzen wollen. Bei einem ersten Treffen mit den Kardinälen hatte Leo über die Themen Mission und Synodalität beraten. Weltweit gibt es rund 200 Kardinäle, von denen etwa 120 unter 80 Jahre alt sind.

Papst Leo XIV. will bei der ausserordentlichen Kardinals-Versammlung Ende Juni in Rom offenbar über eine bessere Kommunikation der Kirche beraten. Dies geht aus einem Brief des Papstes an die Kardinäle hervor, den der Vatikan am Dienstag veröffentlichte.

In dem Schreiben betont Leo XIV., wie sehr er den «freien, konkreten und geistlich fruchtbaren Austauasch» mit den Kardinälen schätze. Zuletzt hatte es im Januar in Rom ein erstes außerordentliches Konsistorium dieser Art gegeben.

Einige Diskussionsvorschläge fanden im Januar zunächst keine Mehrheit, darunter Fragen zum Verhältnis zwischen der vatikanischen Zentralverwaltung und den Ortskirchen sowie eine mögliche Debatte über die ältere Form der Messfeier. Diese Themen könnten bei den anstehenden Beratungen aufgegriffen werden.

Eine Versammlung aller Kardinäle wird nur äusserst selten vom Papst einberufen. Zuvor hatte eine solches außerordentliches Konsistorium in diesem Jahrhundert dreimal stattgefunden: im August 2001 auf Einladung von Johannes Paul II., im Februar 2014 auf Einladung von Papst Franziskus und im Januar 2025 unter Papst Leo XIV. Konsistorien in ordentlicher Form werden häufiger abgehalten, beispielsweise anlässlich der Erhebung neuer Kardinäle.


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