Vier Länder Afrikas in zehn Tagen besucht Papst Leo XIV. bei seiner bisher längsten Auslandsreise. Zum Auftakt wandelt er auf den Spuren seines wichtigsten Vorbilds. Und trifft Muslime in einem ehemals christlichen Land.
Sabine Kleyboldt und Alexander Brüggemann
(CIC) Papst Leo XIV. ist zu einer zehntägigen Afrikareise aufgebrochen. Die Maschine der Linie ITA startete am Montagmorgen vom römischen Flughafen Fiumicino. Der Papst wird nach einem etwa zweistündigen Flug in Algier erwartet.
Die bisher längste Reise des am 8. Mai gewählten Papstes führt ihn in den kommenden Tagen ferner nach Kamerun, Angola und Äquatorialguinea. Im heute muslimisch geprägten Algerien besucht Leo XIV. unter anderem die grosse Moschee von Algier und die Ruinen der antiken Stadt Hippo.
Dort war der heilige Augustinus, auf den der Augustinerorden zurückgeht, vor rund 1’600 Jahren Bischof; das heutige Kirchenoberhaupt gehört dem Augustinerorden an. Ferner will der Papst in Algerien sieben christliche Mönche ehren, die dort vor 30 Jahren unter bis heute ungeklärten Umständen ermordet wurden.
Von Algerien geht es am 15. April weiter in Kameruns Hauptstadt Yaoundé. Nach der deutschen Kolonialherrschaft (1884-1916) wurde die Region zwischen Frankreich und Großbritannien aufgeteilt. Nach der Unabhängigkeit 1960/61 entstand ein Staat, der bis heute mit dem Erbe der Zweisprachigkeit und mit internen Konflikten zu kämpfen hat.
Am 18. April fliegt Leo XIV. dann nach Luanda in Angola im Südwesten Afrikas, wo als Erbe des Kolonialismus als Amtssprache Portugiesisch gesprochen wird. Letzte Station ist dann ab 21. April eines der kleinsten Länder Afrikas, das einen katholischen Bevölkerungsanteil von 80 Prozent hat: Äquatorialguinea mit der Hauptstadt Malabo, das seit 1979 diktatorisch regiert wird. Am 23. April kehrt Leo XIV. nach Rom zurück.
Seine nächste längere Reise führt ihn im Juni nach Spanien. Doch hartnäckig halten sich Gerüchte, Papst Leo, der als Missionar und Bischof lange in Peru wirkte und auch einen peruanischen Pass hat, könnte noch in diesem Jahr Lateinamerika besuchen. Die Rede ist von Stationen in Argentinien, Uruguay und Peru.
Aus dem Vatikan gab es dazu bisher weder ein Dementi noch eine Bestätigung. Dagegen teilte Vatikansprecher Matteo Bruni im Februar mit, eine USA-Reise des Papstes sei in diesem Jahr nicht geplant.
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https://www.kath.ch/newsd/papst-leo-xiv-nach-afrika-aufgebrochen/