Priesterseminar-Direktor der Piusbrüder: «Der Papst wird uns danken»

Der Direktor des Priesterseminars in Ecône, Bernard de Lacoste, zeigt sich überzeugt, dass die Priesterbruderschaft St. Pius X. im Recht ist. Die Kirche habe 20 Jahrhunderte das gelehrt, was ihre Bruderschaft jetzt lehre. Der Papst werde das eines Tages einsehen.

Regula Pfeifer

Am 1. Juli wird die Priesterbruderschaft St. Pius X. vier neue Bischöfe wählen. Dies ohne Zustimmung seitens des Vatikans. Doch ein Schisma verursachen wollten die Piusbrüder damit nicht, betont Bernard de Lacoste, Direktor des Priesterseminars von Ecône im Kanton Wallis. «Wir würden lieber sterben, als ein Schisma zu verursachen.» Das sagt er gegenüber der Zeitung «Le Nouvelliste» vom Donnerstag.

Was ein Schisma ist, definiert der Piusbrüder-Vertreter selbst so: «Ein Schisma definiert sich durch den Willen zum Bruch mit der katholischen Kirche. Nun ist es aber so, dass wir diese Bischofsweihen gerade deshalb vornehmen, um römisch-katholisch zu bleiben.»

Zweites Vatikanum laut de Lacoste gescheitert

Im Interview mit «Le Nouvelliste» gibt er zu, dass die Piusbrüder die theologischen Neuerungen des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnen. Und er äussert die Überzeugung: «Der Modernismus ist ein theologischer Irrtum.» Die Lehre des Zweiten Vatikanums widerspreche dem, «was die Kirche zwanzig Jahrhunderte lang gelehrt hat». Und es habe auch nicht erreicht, was es wollte, nämlich frischen Wind in die Kirche zu bringen. Damit sei es gescheitert, wie die abnehmende Zahl an praktizierenden Gläubigen und Priestern beweise.

Welche Einstelllungen die Piusbrüder vertreten, illustriert de Lacoste an konkreten Beispielen. So bezeichnet er es als Todsünde, sich scheiden zu lassen und wieder zu heiraten. Dasselbe gelte für gelebte homosexuelle Beziehungen und allgemein sexuelle Beziehungen ausserhalb der Ehe. «Sexuelle Beziehungen haben die Fortpflanzung zum Ziel und zwar ausschliesslich im Rahmen einer stabilen Ehe, mit einem Mann und einer Frau, die in der Lage sein werden, ihre Kinder zu erziehen», betont de Laciste. «So lautet die vom Schöpfer gewollte natürliche Ordnung.»

Piusbrüder als zukunftsweisend…

Der Ausbildungsverantwortliche der Bruderschaft bezeichnet die eigenen Leute als «Ärzte der Seelen». Und diese Seelen benötigten «um in den Himmel zu kommen, die unverkürzte Lehre, die gemäss dieser Lehre gespendeten Sakramente und die traditionelle Liturgie».

De Lacoste ist überzeugt: Die Zukunft der Kirche liegt bei den Piusbrüdern. Die Zahl der Katholiken, die ihre Messe besuchten, steige stetig, sagt er. «Wir sind sicher, dass der Papst eines Tages anerkennen wird, sich von der katholischen Lehre entfernt zu haben, und der Bruderschaft dafür danken wird, sie unverkürzt bewahrt zu haben, indem er ihr einen kanonischen Status verleiht.»


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