Die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen der Schweiz, Frankreichs, Deutschlands, Österreichs, Belgiens und Luxemburgs trafen sich jüngst in Salzburg zu ihrem traditionellen informellen Austausch. Zuerst sorgte das Pontifikat des neuen Papsts Leo für Gesprächsstoff.
(cath.ch/cathobel/woz) Die Tradition dieser Treffen entstand nach dem Zweiten Weltkrieg auf Initiative Frankreichs und Deutschlands, wobei die Schweiz eine vermittelnde Rolle spielte. Seit einigen Jahren nehmen auch die Nachbarländer an diesem Treffen teil, berichtete Bruno Spriet, Generalsekretär der Belgischen Bischofskonferenz, gegenüber «cathobel».
Der erste Teil der Diskussionen befasste sich mit dem Beginn des Pontifikats von Papst Leo XIV. Der allgemeine Eindruck war von Zuversicht und Hoffnung geprägt. Die Prioritäten von Leo stehen eindeutig in der Kontinuität derjenigen von Papst Franziskus: eine Kirche, die Einheit in der Vielfalt sucht, sich dem Dialog verschrieben hat, im Dienst des Friedens steht und entschlossen synodal ist. Seine bescheidene Haltung und seine aufmerksame Zuhörbereitschaft haben ebenso wie die erste Sitzung des Konsistoriums im Januar tiefen Eindruck hinterlassen.
Der Vergleich mit dem heiligen Franziskus und Bruder Leo, seinem Nachfolger, kam spontan: Der eine hat eine Bewegung ins Leben gerufen, der andere ihr eine Struktur gegeben. Dieses Bild beschreibt den aktuellen Übergang sehr gut.
Ein zweiter Teil des Austauschs war der konkreten Umsetzung der Synode über Synodalität gewidmet. Die nationalen Konferenzen erläuterten die Schritte, die sie in dieser Umsetzungsphase unternehmen.
In Deutschland schreiten die Arbeiten nach einer Phase der konstruktiven Annäherung an den Heiligen Stuhl zur Fertigstellung der Satzung einer Synodalkonferenz voran. Diese Konferenz wird sich mit gesellschaftlichen Fragen, kirchlichen Themen, die über die Grenzen der Diözesen hinausgehen, sowie mit der Zuweisung finanzieller Mittel für soziale und pastorale Projekte befassen.
In anderen Ländern wird der Ausbildung grosse Aufmerksamkeit gewidmet: Verbreitung der Methode des «Gesprächs im Heiligen Geist», Ausbildung von Priestern in synodaler Arbeit und Ausbildung von Bischöfen in Transparenz, Verantwortung und Führungskompetenz.
Eine der Herausforderungen besteht weiterhin darin, Synodalität, Hierarchie und ordinierte Ämter in einer vollständig katholischen Weise zu harmonisieren. Darüber hinaus haben mehrere Konferenzen ihre Besorgnis über eine bessere Beteiligung verschiedener Gruppen am synodalen Prozess zum Ausdruck gebracht: Menschen in prekären Situationen, Jugendliche, Priester, Diakone, Ordensfrauen und Ordensmänner.
In Frankreich bereitet die Kirchenprovinz Paris ein Provinzkonzil vor, das sich der Aufnahme und Begleitung von Katechumenen und Neophyten widmet. In Belgien und der Schweiz wurde ein nationales Synodenteam eingerichtet.
In einem dritten Teil der Gespräche wurde die politische Lage in Europa und weltweit thematisiert. Die Bischöfe brachten ihre Besorgnis über die zahlreichen aktuellen Konflikte – in der Ukraine, im Heiligen Land – sowie über den Aufstieg des Populismus und extremistischer Parteien zum Ausdruck.
Auch die Migrationspolitik, der Klimawandel und die Debatten über Abtreibung wurden angesprochen. Alle erinnerten daran, dass die christliche Botschaft eine Botschaft der universellen Brüderlichkeit und der bedingungslosen Menschenwürde ist. Die Soziallehre der Kirche bleibt ein wertvoller Kompass. Ohne sich auf parteipolitische Spiele einzulassen, suchen die Konferenzen nach Wegen, um einer christlichen Vision von Gesellschaft, Solidarität und Respekt gegenüber jedem Menschen Gehör zu verschaffen, die nach wie vor relevant ist.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant