Papst spricht mit Missbrauchsopfer aus Irland

Papst Leo XIV. fordert von seinen Kirchenmännern, Opfer von Missbrauch ernstzunehmen und zu begleiten. Er selbst möchte offenbar als gutes Beispiel vorangehen: Anfang der Woche empfing er einen Betroffenen im Vatikan.

Vatikanstadt (CIC) Papst Leo XIV. hat den irischen Missbrauchsbetroffenen David Ryan zu Gesprächen im Vatikan empfangen. Das Portal Vatican News berichtete am Dienstag von der Begegnung vom Vortag. David und sein mittlerweile verstorbener Bruder Mark Ryan waren als Kinder von Priestern in einer Dubliner Ordensschule sexuell missbraucht worden. Laut Ryan hat sich der Papst für ihr erlittenes Leid entschuldigt. 45 Minuten habe die Begegnung gedauert.

Treffen mit Missbrauchsbetroffenen

Seit Amtsantritt vor knapp neun Monaten hat Papst Leo XIV. mehrfach Missbrauchsbetroffene im Vatikan empfangen. Zuletzt im November traf er 15 Personen aus Belgien, die als Kinder Opfer von sexualisierter Gewalt durch katholische Geistliche wurden. Ende August 2025 sprach Leo rund eine Stunde mit Opfervertretern des internationalen Netzwerks «Ending Clergy Abuse» (Missbrauch durch Kleriker beenden).

Zum Abschluss der ausserordentlichen Kardinalsversammlung im Januar hatte der Papst seine wichtigsten Berater ermahnt, Betroffene von Missbrauch niemals abzuweisen, sondern ihnen zuzuhören und sie zu begleiten. «Der Missbrauch selbst verursacht eine tiefe Wunde, die vielleicht ein Leben lang anhält», sagte Leo XIV., «aber oft ist der Skandal in der Kirche darauf zurückzuführen, dass die Tür verschlossen wurde und die Opfer nicht aufgenommen und von authentischen Seelsorgern begleitet wurden.»


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