Am Sonntag hat der zweite Wahlgang zur Besetzung der Kirchenpflege Menziken-Reinach AG stattgefunden. Nun ist das auf zehn Mitglieder aufgestockte Gremium komplett. Von den vier Kandidatinnen und Kandidaten, die die Spaltung im Pastoralraum Aargau Süd überwinden wollten, hat es nur einer geschafft.
Barbara Ludwig
Im zweiten Wahlgang der Ergänzungswahlen für die Kirchenpflege der Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Menziken-Reinach ist Valter Malota mit 249 Stimmen gewählt worden. Dies teilte Sachwalter Kurt Schmid am Sonntagnachmittag in einer Medienmitteilung mit. Margrit Schalch unterlag demnach mit 180 Stimmen.
Im ersten Wahlgang waren Ende November drei Personen neu in die Kirchenpflege gewählt worden, nämlich Anton Bättig, Susan Feller und Ines Grgic. Dem Gremium gehören nun zehn Personen an – damit ist es komplett. Die Aargauer Landeskirche hatte für die Durchführung der beiden Wahlgänge Kurt Schmid als Sachwalter eingesetzt.
Auffällig sei, so der Sachwalter, dass auch dieses Mal wieder «sehr viele ungültige Stimmabgaben» zu verzeichnen waren. So fehlte häufig die Unterschrift auf dem Stimmrechtsausweis oder die Couverts waren nicht verschlossen. Im zweiten Wahlgang waren es 86 ungültige Stimmabgaben, im ersten Wahlgang 66.
Schmid nennt gegenüber kath.ch drei mögliche Gründe: Viele hätten die klaren Vorgaben für die briefliche Wahl nicht studiert, nicht verstanden oder nicht für verbindlich betrachtet; möglichweise seien viele das erste Mal zu Abstimmungen gegangen. Und drittens hätten sich viele vermutlich nicht klar instruieren lassen.
Margrit Schalch, die die Wahl am Wochenende verlor, war eine von vier Personen, die angetreten waren, um die Spaltung im Pastoralraum Aargau Süd zu überwinden. Aus diesem Kreis hat einzig Anton Bättig die Wahl in die Kirchenpflege geschafft.
Anton Bättig zeigt sich am Montag gegenüber kath.ch «ernüchtert» vom Wahlergebnis. Es sei «schade», dass das Stimmvolk so entschieden habe. Dennoch sei er «optimistisch» und versuche, sein Bestes zu geben. «Für mich wird es eine lehrreiche Zeit werden. Ich werde versuchen, mich durchzusetzen und andere Mitglieder der Kirchenpflege ins Boot zu holen.»
Wichtig sei es, «Überzeugungsarbeit» zu leisten, sagt Bättig, der bereits an einer ersten Kirchenpflegesitzung teilgenommen hat. Etwa die Mitglieder der Arbeitsgruppe «Zukunft unserer Kirche» davon zu überzeugen, dass «gewisse Sachen» möglich seien, andere hingegen nicht, dass es darum gehe, «realistisch in die Zukunft zu schauen». Zurzeit passierten verschiedene Dinge, aus denen er Hoffnung schöpfe. Konkreter will Bättig aufgrund des Amtsgeheimnisses nicht werden.
Die Mitglieder der genannten Arbeitsgruppe möchten den umstrittenen Priester Luis Reyes aufgrund seiner Verdienste in der Jugendarbeit zurückholen. Nach der Ersatzwahl für ein zurückgetretenes Mitglied vom 18. September und den Ergänzungswahlen dominieren nun Anhängerinnen und Anhänger des Priesters in der zehnköpfigen Kirchenpflege von Menziken-Reinach. Denn einige Personen, die in der Arbeitsgruppe mitmachen, zählen neu zum Gremium: Miguel da Silva, Susan Feller, Ines Grgic und Valter Malota.
Zudem streben auch der Kirchenpflegepräsident Martin Sigg und Pfarrer Piotr Palczynski eine Rückkehr von Reyes an. Der im Bistum Lugano inkardinierte Priester war bis 2024 Kaplan im Seelsorgeraum Aargau Süd. Das Bistum Basel möchte ihn nicht weiter einsetzen. Im April erfuhr kath.ch von Reyes persönlich, er sei «als Freiwilliger» im Pastoralraum tätig.
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