Generalvikar Richard Lehner zur Brandkatastrophe: «Ich bin überzeugt, dass Gott derjenige ist, der da ist»

Das Gedenken an die Opfer der furchtbaren Brandkatastrophe im Wallis geht weiter: Kommenden Mittwoch feiert die Pfarrei Brig im Oberwallis einen Gedenkgottesdienst. Generalvikar Richard Lehner vom Bistum Sitten blickt voraus.

Wolfgang Holz

«Die vergangenen Tage haben uns aufgezeigt, wie zerbrechlich unser gewohnter Alltag ist», sagt Richard Lehner, Generalvikar des Bistums Sitten, in einem Communiqué. «Der Beginn des neuen Jahres ist geprägt von einem Drama, das in diesem Ausmass für viele von uns neu ist. Ich bin dankbar, dass viele Frauen und Männer ihre Fähigkeiten und beruflichen Kompetenzen einsetzen und versuchen Opfern, Verletzten und Angehörigen gerecht zu werden.»

«Menschen mit Gebet begleiten»

Als Kirche sei es «unsere Aufgabe, diese Arbeiten mit unserem Gebet zu begleiten und zu unterstützen», so Lehner. «Das Seelsorgeteam des Glaubensraums Brig-Glis-Naters-Mund hat auf Anregung von Gläubigen der Pfarreien die Initiative ergriffen, einen Gedenkgottesdienst zu feiern und ein Zeichen der Verbundenheit mit den betroffenen Familien zu setzen. Ich danke dafür sehr und habe vorgeschlagen, dass wir alle Pfarreien aus dem deutschsprachigen Teil des Bistums einladen, an diesem Gottesdienst teilzunehmen.»

Eine symbolische Kerze für jedes Opfer

Der Gedenkgottesdienst findet statt am Mittwoch, 7. Januar, um 18.30 Uhr, in der Pfarrkirche von Brig. Wie Generalvikar Richard Lehner gegenüber kath.ch sagt, werde er die Predigt in dem Gottesdienst halten. «Wir werden den Opfern und ihren Familien gedenken. Und wir werden die Menschen einladen, jeweils symbolisch für ein Brandopfer eine Kerze mit nach Hause zu nehmen – um auch in der nächsten Zeit der Schwerverletzten in den Spitälern zu gedenken.»

«Denn die jungen Menschen, die so schwere Brandverletzungen erlitten haben, werden ja noch wochen- und monatelang an ihren Verletzungen zu tragen haben, und wir wollen ihnen dabei mit den Kerzen symbolisch beistehen und an sie denken», so der Generalvikar des Bistums Sitten gegenüber kath.ch. Und man dürfe nicht vergessen, dass die schweren Brandopfer, auch wenn sie überleben, durch ihre Verletzungen für ihr ganzes weiteres Leben geprägt seien.

«Das ist eine sehr schwere Situation für alle.»

Auch für ihn persönlich sei diese Brandkatastrophe eine «Dimension einer Katastrophe», die er und das Wallis so bisher nicht erlebt haben, versichert Lehner. «Das ist eine sehr schwere Situation für alle.» Und dennoch zeigt sich der Walliser Geistliche überzeugt, «dass Gott derjenige ist, der da ist». Der helfe. Der den Menschen in dieser Situation Halt geben könne.

Wo war Gott in der Neujahrsnacht?

Aber was würde der Generalvikar eigentlich Menschen gegenüber antworten, die gerade in Frage stellen, wo denn Gott gewesen sei in dieser schrecklichen Neujahrsnacht? Sprich: Warum hat Gott diese schreckliche Brandkatastrophe nicht verhindert?

Generalvikar Richard Lehner räumt gegenüber kath.ch ein, dass er diese Frage nicht beantworten könne. Er habe sich diese Frage auch schon gestellt. «Die Antwort ist und bleibt ein grosses Geheimnis», so Lehner.


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