Die Zürcher Katholikin Cécile Morgenthaler (19) freut sich aufs Taizé-Jugendtreffen in Paris, ihr zweites seit Tallinn. Auch Eliane Zingg macht sich auf nach Paris – gemeinsam mit einer Gruppe von rund 60 Personen aus der Deutsch- und Westschweiz. Sie ist seit zwölf Jahren dabei.
Regula Pfeifer
Céline Morgenthaler (19) reist demnächst nach Paris – zum 48. Europäischen Taizé-Jugendtreffen, das vom 28. Dezember bis zum 1. Januar stattfindet. Eingeladen dazu sind junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren. «Ein internales Taizé-Treffen ist wie Taizé selbst», sagt die junge Frau gegenüber kath.ch. «Man kommt mit vielen Leuten an einem Ort zusammen und teilt denselben Spirit.»
«Ich finde es toll, dass man die Leute, die man vor einem Jahr kennen gelernt hat, wieder trifft.»
Cécile Morgenthaler freut sich darauf und weiss offenbar bereits, wie das so abläuft. «Ich finde es toll, dass man die Leute, die man vor einem Jahr kennen gelernt hat, wieder trifft.» Den besonderen Spirit beschreibt sie so: «Ich glaube, an den Taizé-Anlässen kommt man Gott näher, weil diese Gemeinschaft mit so vielen Menschen bestärkend ist», sagt sie. «Die Gesänge bringen dich in eine Welt hinein, die du nicht kennst.» Das mache etwas mit einem – und auch mit den Menschen rundherum. So entstehe etwas Gemeinsames, das diese Gemeinschaft ausmache. Und das beschreibt sie so: «Egal, woher du kommst und wie du bist: Du bist einfach Teil dieser Gemeinschaft und wirst so akzeptiert, wie du bist.»
Die Zürcherin war letztes Jahr zum ersten Mal an einem Taizé-Jugendtreffen. Dieses fand zum Jahreswechsel im estnischen Tallinn statt. Dort wurde sie angesteckt von diesem Taizé-«Spirit», wie sie sagt.
Inzwischen ist die 19-Jährige im OK-Team von «Taizé Züri» aktiv. Die Gruppe organisiert Taizé-Anlässe und Taizé-Reisen. Darunter die monatlich stattfindenden Taizé-Treffen im Jenseits im Viadukt, die sie auch selbst besucht. Und sie ist bereits viermal in Taizé gewesen. Die ökumenische Gemeinschaft im Burgund hat es ihr angetan.
«Die Taizé-Erfahrung hat meinen Glauben verändert», sagt Morgenthaler. Sie sei katholisch aufgewachsen, aber vom Vater her auch reformiert geprägt. Dass Taizé ökumenisch ist, gefällt ihr. Es sei ganz nach ihrem Sinn, «dass christlicher Glaube unterteilt sein darf, aber auch zusammen funktionieren kann». Dank dieser Ökumene-Erfahrung wurde ihr Glaube gestärkt. «Du bist an einem Ort, wo ganz viel Leute ans Gleiche glauben, das verstärkt es», sagt sie.
Auch Eliane Zingg reist nach Paris – als Mitorganisatorin der Gruppe Taizé-Jugendtreffen Schweiz. Rund 60 Personen reisen mit, darunter die Hälfte aus der Deutschschweiz. Sie fahren mit dem Zug nach Paris.
Die Taizé-Jugendtreffen zum Jahreswechsel haben Tradition bei der 29-Jährigen, sie ist seit 2013 dabei. «Ich freue mich auf eine abwechslungsreiche und besinnliche Zeit im Austausch mit Jugendlichen aus ganz Europa», sagt sie gegenüber kath.ch.
Beim letzten Treffen hat Eliane Zingg von Frieden, Hoffnung und spiritueller Ruhe berichtet. «Ein gefülltes Eis-Stadium mit jeweils etwa 3500 Menschen singend zu erleben ist eine Erfahrung, die keiner missen möchte», schrieb sie danach in einem Gastbeitrag.
Die Taizé-Gemeinschaft wurde in den 1940er-Jahren gegründet – und zwar vom Schweizer Reformierten Roger Schutz. Die Gemeinschaft im Burgund empfängt seit einigen Jahrzehnten jährlich rund 50’000 Besuchende aus aller Welt und von unterschiedlichen Religionen, wie cath.ch schreibt. Seit 1978 organisiert Taizé zudem zu Neujahr ein fünftägiges Jugendtreffen in einer europäischen Stadt.
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