Die geweihte Jungfrau Claire Jonard wirkte als Moderatorin an den Weltsynode-Treffen in Rom. Sie hat dort gemerkt, dass die Frage des Diakonats für die Frau «noch nicht reif genug ist, um entschieden zu werden». Und doch hat sie Hoffnungen.
(rp) Claire Jonard äussert sich auf cath.ch zur jüngsten Stellungnahme der vatikanischen Studienkommission zum Diakonat der Frau. Sie zeigt sich keineswegs überrascht darüber, dass darin kein klares Ja zum Frauendiakonat zu lesen ist.
«Das entspricht durchaus dem Klima, das diese Frage während der Synodenversammlungen umgab», versichert Claire Jonard gegenüber cath.ch. Die geweihte Jungfrau war Moderatorin bei den beiden Treffen der Synode der Synodalität im Oktober 2023 und 2024 in Rom. Als Beobachterin verfolgte sie aufmerksam die Debatten über die Stellung der Frau in der Kirche, die dort stattfanden.
Sie hat mitbekommen, dass Absatz 60 des Schlussdokuments der Synode die wenigsten Ja-Stimmen erhalten hat. Darin steht, dass «die Frage des Zugangs von Frauen zum Diakonat offenbleibt».
Als positiv streicht Jonard hervor, dass das Dokument der Studienkommission «alle kontroversen Punkte, die während der Synodensitzungen aufgetreten sind, auf argumentative und relativ einfache Weise offenlegt». Diese grosse Transparenz stelle «einen bedeutenden Wandel dar, den wir der Synode zu verdanken haben».
Die kontroversen Punkte zeigen laut der Synoden-Moderatorin, dass die Diakonatsfrage «noch nicht reif genug ist, um entschieden zu werden» und dass die Entscheidungsfindung fortgesetzt werden müsse. «In fünfzehn Jahren werden die Antworten vielleicht anders ausfallen.»
Die Westschweizerin kritisiert, dass die Studienkommission ihren Abschlussbericht bereits jetzt vorgelegt hat. Sie hätte erwartet, dass die fünfte Arbeitsgruppe zuerst ihren Bericht vorlegen würde, die Papst Franziskus parallel zur Synode eingesetzt hatte.
Denn diese sollte «bestimmte theologische und kanonische Fragen im Zusammenhang mit spezifischen Formen des Dienstes» untersuchen. «Der Logik entsprechend hätte die Reihenfolge der Veröffentlichung der beiden Dokumente umgekehrt sein müssen», sagt sie.
Jonard hat Einblick in den Zwischenbericht der fünften Arbeitsgruppe, den diese vor einigen Wochen vorlegte. Daraus leitet sie ab, dass die Arbeitsgruppe «höchst wahrscheinlich eine tiefgreifende Reflexion über die Stellung der Frauen im Weiheamt im weiteren Sinne und in der Leitung der Kirche vorbereitet». Diese Arbeitsgruppe «wird zweifellos andere Perspektiven für die Anerkennung von Frauen eröffnen als die Ordination», ist Jonard überzeugt.
Am 4. Dezember hat die vatikanische Studienkommission zum Diakonat der Frau ihren Abschlussbericht vorgelegt. Darin erklärt sie die Frage der Diakoninnenweihe «offen für weitere theologische und pastorale Vertiefungen». Die Entscheidung müsse auf Ebene des Lehramtes fallen, heisst es an den aktuellen Papst Leo XIV. gerichtet.
Die Schweizer Kirche hat in ihrem Synthesebericht zum synodalen Prozess im Mai 2024 festgehalten, dass sie die Öffnung des Diakonats für Frauen begrüsst. Wobei sie Sonderformen des Diakonats für Frauen ablehne, da diese der «Gleichwürdigkeit der Taufe» widersprechen würden. Ausserdem bezeichnete der Bericht die Frage der Zulassung zu allen Ämtern, insbesondere die Zulassung von Frauen zu Ämtern als «wichtiges Thema». Der Bericht trägt den Titel «Schweizer Echo auf die erste weltkirchliche Synodenversammlung 2023».
Hier der Link zum Originaldokument der Studienkommission zum Diakonat der Frau.
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