Finanzplan der RKZ sieht ab 2027 weniger Geld für mitfinanzierte Institutionen vor

Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz unterstützt jährlich über 30 Institutionen, die auf nationaler oder sprachregionaler Ebene tätig sind. Nun hat sie den Finanzplan 2027-2030 für die sogenannte Mitfinanzierung genehmigt. In allen Aufgabenfeldern wird die Unterstützung reduziert. An der Plenarversammlung entschied sie zudem über die definitiven Beiträge fürs kommende Jahr.

Barbara Ludwig

Die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ) will die Mittel für die mitfinanzierten Institutionen reduzieren. Das hat die Dachorganisation der kantonalkirchlichen Organisationen bereits im März entschieden. Damals war noch von Einsparungen in der Höhe von 570’000 Franken ab 2027 die Rede.

Ab 2027 700’000 Franken weniger

Nun will die RKZ die Mittel zugunsten mitfinanzierter Institutionen noch etwas stärker kürzen. An der Plenarversammlung vom 28./29. November in Zürich hat sie den Finanzplan für die Jahre 2027 bis 2030 verabschiedet, teilte die Dachorganisation am Freitag in einem Communiqué mit.

Statt bisher 9,17 Millionen Franken sollen ab 2027 maximal 8,47 Millionen Franken und ab 2028 maximal 8,37 Millionen Franken zur Verfügung stehen. Das entspricht einer Reduktion von 700’000 beziehungsweise 800’000 Franken. Gespart werden muss vor allem, weil die Aufwendungen für die Aufarbeitung des sexuellen Missbrauchs gestiegen sind.

Alle Aufgabenfelder betroffen

Die Institutionen, die auf nationaler oder sprachregionaler Ebene tätig sind, werden sieben verschiedenen Aufgabenfeldern zugewiesen. Alle Bereiche sind im Finanzplan 2027 bis 2030 von Kürzungen betroffen. Die sprachregionale Medienarbeit etwa wird gemäss Plan jährlich 2,47 Millionen Franken erhalten. Dazu zählen die kirchlichen Medienzentren in Zürich, Lausanne und Lugano. Im Jahr 2025 erhielten die Medienzentren noch rund 2,53 Millionen Franken, wie die RKZ im Dezember 2024 mitteilte.

Die gesamtschweizerischen Fachstellen erhalten gemäss Finanzplan ab 2027 628’000 Franken (2025: 839’920 Franken). Zu diesen Fachstellen gehört zum Beispiel das Schweizerische Pastoralsoziologische Institut in St. Gallen, das unter anderem die jährliche Kirchenstatistik erstellt.

Katholische Schulen künftig nicht mehr unterstützt

Auch die Katholischen Schulen Schweiz (KSS) gehören dazu – jetzt noch. Diese werden ab 2027 nicht mehr unterstützt, schreibt die RKZ in ihrem neusten Communiqué. Der Dachverband, der 2024 rund 46’000 Franken bekam, sei über seine – «teils finanzstarken» – Mitgliedsinstitutionen gut abgestützt und könne sich in der Regel aus eigenen Kräften tragen, teilt Sabine Stalder, stellvertretende RKZ-Generalsekretärin, auf Anfrage von kath.ch mit.

«Aus Sicht der nationalen Ebene handelt es sich um ein bedeutendes, jedoch nicht zu den Kernaufgaben unseres nationalen Auftrags gehörendes Arbeitsfeld.» Die finanzielle Hilfe durch die nationale Ebene sei deshalb nicht zwingend erforderlich.

100’000 Franken weniger für Migrationspastoral

Auch die sprachregionalen Fachstellen, die es in allen Sprachregionen gibt, müssen ab 2027 mit weniger Unterstützung auskommen. Zu ihnen zählt zum Beispiel das Liturgische Institut der deutschsprachigen Schweiz. Gemäss Finanzplan bekommt dieser Bereich noch 702’640 Franken jährlich (2025: 782’100 Franken).

Die berufsbezogenen Bildungsangebote erhalten künftig 1,82 Millionen Franken (2025: 1,86 Millionen Franken). Die sprachregionale Jugendarbeit kann ab 2027 mit 990’700 Franken rechnen (2025: 996’030 Franken) und die Migrationspastoral mit 1,43 Millionen Franken (2025: 1,53 Millionen Franken).

Die Erwachsenenverbände werden gemäss Finanzplan ab 2027 mit jährlich 173’400 Franken unterstützt (2025: 234’600 Franken). Kein Geld mehr bekommt künftig die «Communauté Romande de l’Apostolat des Laïcs», die zurzeit noch unter den Erwachsenenverbänden aufgelistet ist.

Kürzung der Gelder für Frauenbund abgelehnt

An der jüngsten Plenarversammlung sprachen sich die Delegierten der RKZ «mit deutlicher Mehrheit» gegen eine Kürzung der Beiträge an den Frauenbund Schweiz aus, der ebenfalls zu den Erwachsenenverbänden gehört. Der Vorschlag zur Kürzung sei von den paritätisch besetzten Gremien der Mitfinanzierung von RKZ und SBK getroffen worden, erklärt Stalder. «Die Delegierten der RKZ haben die Kürzung klar abgelehnt.»

In den Diskussionen hätten verschiedene Überlegungen eine Rolle gespielt, so Stalder. «Einerseits die Frage, in welchem Umfang sich der Verband über seine Mitgliedsinstitutionen selbst tragen kann; andererseits, ob und inwiefern die Namensänderung eine Anpassung der bisherigen Mitfinanzierung rechtfertigen würde.»

Der Dachverband heisst seit dem 26. Mai «Frauenbund Schweiz» und nicht mehr «Schweizerischer Katholischer Frauenbund».

Höhe der definitiven Beiträge ab 2027 noch offen

Wie viel Geld die einzelnen Institutionen ab 2027 erhalten werden, ist noch nicht endgültig entschieden. «Auf Basis des Finanzplans werden die Beitragsvereinbarungen mit den Institutionen erarbeitet», erklärt Sabine Stalder. Über die definitiven Beiträge entscheiden die Delegierten der Plenarversammlung jeweils im November für das kommende Jahr – also im November 2026 für das Jahr 2027.

Definitive Beiträge für 2026 entschieden

An der vergangenen Plenarversammlung haben die Delegierten die definitiven Beiträge für das kommende Jahr festgelegt, heisst es im Communiqué. Die Beiträge für 2026 entsprechen «im Grossen und Ganzen» den Beiträgen von 2025, schreibt Stalder zuhanden von kath.ch.

Die gesamtschweizerischen Fachstellen erhalten demnach rund 800’800 Franken, die sprachregionalen Bildungsangebote 1,86 Millionen Franken, die sprachregionalen Fachstellen 782’500 Franken, die sprachregionale Jugendarbeit 996’030 Franken und die Erwachsenenverbände 234’600 Franken. Für den Bereich der sprachregionalen Medienarbeit kann Stalder keine Zahl nennen. «Hier gibt es noch Klärungsbedarf.»

Präsidium bestätigt

An der jüngsten Plenarversammlung haben auch die Erneuerungswahlen für das Präsidium der RKZ stattgefunden. Dabei wurden Roland Loos als Präsident und Marie-Louise Beyeler und Thomas Franck als Vizepräsidentin bzw. Vizepräsident bestätigt. Auch Melanie Hürlimann und Raphael Meyer wurden für eine weitere Amtsdauer von zwei Jahren bestätigt.


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