Acht Personen hatten sich auf die vier zusätzlichen Sitze in der Kirchenpflege von Menziken-Reinach AG beworben. Trotzdem blieb bei den Wahlen vom Wochenende ein Sitz frei.
Barbara Ludwig
Am Wochenende fanden in der krisengeschüttelten Römisch-Katholischen Kirchgemeinde Menziken-Reinach Ergänzungswahlen für die Kirchenpflege statt. Dem Gremium sollen nach einem Beschluss der Kirchgemeinde künftig zehn statt sechs Mitglieder angehören.
Es war eine Kampfwahl. Auf die vier neuen Sitze bewarben sich acht Kandidatinnen und Kandidaten aus zwei unterschiedlichen Lagern. Vier Personen hatten sich am 27. Oktober an einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Ziel vorgestellt, die Spaltung im Pastoralraum Aargau Süd überwinden zu wollen. Zu diesen zählte u.a. Anton Bättig.
Die anderen vier Personen gehören der Arbeitsgruppe «Zukunft unserer Kirche» an und setzen sich für eine Rückkehr des umstrittenen Priesters Luis Reyes ein.
Bei den Wahlen konnten nun drei von vier Sitzen für die laufende Amtsdauer 2023 bis 2026 besetzt werden, ein Sitz blieb offen, wie aus einer Mitteilung des Sachwalters Kurt Schmid hervorgeht. Schmid war vom Kirchenrat der Aargauer Landeskirche wegen eines Streits um den Wahltermin eingesetzt worden. Nun braucht es einen zweiten Wahlgang. Dieser findet am 10./11. Januar 2026 statt.
Aus der Gruppe, die sich die Überwindung der Konflikte auf die Fahnen geschrieben hatte, wurde einzig Anton Bättig aus Menziken gewählt. Mit 410 Stimmen, wie aus dem Wahlprotokoll hervorgeht. Bättig ist alt Gemeinderat, ehemaliger Vizepräsident der Kirchenpflege und zurzeit Vizepräsident der Partei «Die Mitte Kulm».
Nicht gewählt wurden demnach seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter Margit Schalch – die das absolute Mehr um einige Stimmen verpasste –, Markus Rötheli und Irene Fumasoli-Meyer.
Aus dem anderen Lager wurden zwei Personen gewählt. Susan Feller aus Menziken mit 437 Stimmen und Ines Grgic aus Reinach mit 367 Stimmen. Keinen Erfolg hatten hingegen Valter Malota und Dila Nikolla. Die Stimmbeteiligung lag bei 13,92 Prozent.
Im Pastoralraum Aargau Süd und der zugehörigen Kirchgemeinde Menziken-Reinach herrscht seit Längerem Unfrieden. Es geht um einen Priester ohne Missio – Luis Reyes, um Konflikte innerhalb der Kirchenpflege und eine angebliche Korruptionsaffäre. Am 18. November war offenbar die Kirchgemeindeversammlung aus dem Ruder gelaufen. Deshalb prüft die Landeskirche weitere Massnahmen, die die Selbstverwaltung einschränken könnten.
Kirche Schweiz – katholisch, aktuell, relevant
https://www.kath.ch/newsd/wahlen-fuer-kirchenpflege-von-menziken-reinach-zweiter-wahlgang-noetig/