Monika Renz: «Beim Wunsch nach Sterbehilfe höre ich immer auf den Tonfall»

Sie ist eine Pionierin der Sterbebegleitung und steht der Sterbehilfe kritisch gegenüber. Was sie zu einem Menschen sagt, der Sterbehilfe für sich in Anspruch nehmen will, erklärt Monika Renz im Podcast «Laut + Leis».

«Ich höre immer auf den Tonfall. Wie sagt mir das jemand? Wenn da Angst ist, beispielsweise weil einer oder eine die Mutter oder den Vater so schlimm sterben sehen hat, dann haben wir wirklich gute Antworten. Aus unserer Erfahrung kann ich dann etwas sagen.

Das entlastet, und das bewirkt dann oft auch, dass die Menschen sich auf Palliative Care einlassen möchten, und sie sind noch so dankbar, dass sie eben nicht über die Sterbehilfe gegangen sind, sondern sich auf den Sterbeprozess eingelassen haben. Das sehe ich dann beispielsweise an Reaktionen auf Fragen.

Wenn jetzt aber einer oder eine mir einfach dezidiert sagt: ‹Ich gehe so und fertig›, dann muss ich dazu nichts sagen. Vielleicht sage ich, das müssten Sie zu Hause machen, in unserer Institution geht das nicht. Der Tonfall bestimmt meine Reaktion.»

Das sagt Monika Renz. Sie ist Sterbeforscherin und Expertin im Umgang mit Krebskranken. Ihre Erfahrungen hat sie in einem neuen Buch gebündelt. Titel: «Meine Hoffnung lass’ ich mir nicht nehmen. Wege der Erlösung und der Spiritualität heute», Herder-Verlag 2025. (sl)


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