Mit dem Projekt «FemXmas 2025» wollen die christlichen Frauendachverbände einen neuen Zugang zur biblischen Weihnachtsgeschichte eröffnen. Die Erfahrungen der biblischen Frauen sollen stärker ins Zentrum gerückt werden.
Barbara Ludwig
Fünf Frauen bringen Weihnachtsgeschichten auf die Bühne, «wie man sie kennt, aber so noch nie gehört hat: poetisch, kraftvoll, feministisch frei erzählt, historisch fundiert» und «überraschend aktuell». So umschreiben die christlichen Frauendachverbände Frauenbund Schweiz und «Femmes protestantes» das feministische Projekt «FemXmas 2025» in einem gemeinsamen Communiqué. Die Erzählerinnen gehören «BibelErz» an, dem Verein für biblische Erzählkunst, der ebenfalls am Projekt beteiligt ist.
Aus Sicht des Frauenbundes und von «Femmes protestantes» bietet die weltbekannte Weihnachtsgeschichte die Gelegenheit, «traditionelle Rollenbilder zu hinterfragen und alte Weisheiten relevant für heute zu vermitteln», heisst es im Communiqué.
Die fünf Frauen würden keine Figuren darstellen und somit nicht schauspielern, erklärt Sarah Paciarelli, beim Frauenbund für die Kommunikation verantwortlich, auf Anfrage. «Sie schaffen neue Zugänge: Maria wird als selbstbewusste Frau spürbar, Josef als Mann, der sich gegen Konventionen stellt. Die Erfahrungen der biblischen Frauen werden lebendig erzählt, auch körperliche Erfahrungen.» Nebst Maria bekämen auch Hebammen und Hirtinnen eine Stimme, so Paciarelli.
«Wenn wir die Bibel als Kompass beibehalten wollen, müssen wir ihre Geschichten in Bezug zur heutigen Gesellschaft setzen.»
Durch geschlechtersensibles Erzählen öffne sich ein neuer Blick auf die Weihnachtsgeschichte und auf die Frauenfiguren. «Alte Bilder werden hinterfragt und die Geschichten gewinnen neue Tiefe», sagt Paciarelli. Heute müsse man sich die Frage stellen, wie biblische Geschichten so erzählt werden können, dass sie für die Menschen relevant bleiben.
Die Weihnachtsgeschichte gehöre zu den bekanntesten Erzählungen der Welt. «Und doch ergeben sich immer wieder neue Fragen: nach Mutterschaft, Macht, Fruchtbarkeit und danach, wie Männer und Frauen heute sein sollen und sein dürfen. Wenn wir die Bibel als Kompass beibehalten wollen, müssen wir ihre Geschichten in Bezug zur heutigen Gesellschaft setzen», sagt die Kommunikationsverantwortliche. Zum Beispiel eben mit dem Projekt «FemXmas 2025».
Die fünf Aufführungen richten sich an Jugendliche ab 12 Jahren sowie an Erwachsene. Sie finden im Dezember in verschiedenen Städten der Schweiz statt: In Brig, Thun, Luzern, Bern und St. Gallen. Bei den Aufführungen in Kirchen ist der Eintritt frei, es wird eine Kollekte erhoben. Für die Veranstaltungen in Thun und Bern werden Tickets angeboten.
Die Erzählerinnen sind Moni Egger aus Thalwil ZH, Regula Gerber aus Bern, Barbara Luchs aus Oppligen BE, Marie-Theres Rogger aus Emmen LU und Katja Wissmiller aus Luzern.
Weitere Informationen zum Projekt und den Spieldaten und -orten finden sich auf der Website des Frauenbundes Schweiz.
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https://www.kath.ch/newsd/frauen-erzaehlen-die-weihnachtsgeschichte-neu/